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Kolosser 3,13

Kolosser 3,13

Andachten

Weil der Herr Christus uns Gnade schenkte, darum „vertrage einer den andern, so jemand Klage hat wider den andern!“ Viele und mancherlei Klagen — und doch wie ein Hauch verschwindend vor den tausend Klagen, die Er wider uns hat! Menschen können sich nur dadurch halten, daß sie unnahbar werden; Christen werden dadurch erhalten, daß sie vergeben und im Verzeihen nicht müde und matt werden. Ja, der Klage ihr Recht — aber hinter Klage und Vorwurf stehe Fürbitte herzlichen Erbarmens! Erlaßt, vergebt, vergeßt und verzeiht und werdet nicht müde, weil Er in euch wirkt! Ihr braucht nichts zu tun, als die Gnade auszuzahlen, die er euch gönnte; nichts zu wollen, als Gefäße seiner Barmherzigkeit zu sein. Je mehr diese Gnade gebraucht wird, desto reicher und voller wird sie.

Christen tragen einander, wenn es auch unerträglich erscheint; verstehen einander, wenn es auch kaum mehr zu verstehen ist; lieben einander, weil sie miteinander leiden, und beten füreinander, bis sie einander lieben. (unbekannt)


Und vertragt einer den andern, und vergebt euch unter einander, so jemand Klage hat wider den andern; gleich wie Christus euch vergeben hat, also auch ihr.
Ja, sprichst du, wenn mein „Einer vertrage den andern.“ Nächster, den ich vertragen soll, nur nicht gerade so wäre, wenn er nur auch andere Fehler hätte und nur nicht eben diese, die er hat; wie gerne wollte ich ihn vertragen. Aber so ist es unmöglich; wenn ich ihn nur ansehe, wenn ich nur bemerke, wie er dies und jenes tut, so ist es mir unerträglich; es geht mir ein Stich durchs Herz und was dergleichen mehr ist. Lieber Mensch, der du also sprichst, weißest du auch, dass du ein hochmütiges, ein eigenliebiges, ein gegen Gott ungehorsames Geschöpf bist, dass du nicht einmal erkennst, was wahre Nächstenliebe heißt? Siehe, hier in der Schrift steht es mit deutlichen und nackten Worten: „Vertrage einer den andern!“

Wer also den Nächsten nicht trägt oder nicht tragen will, wer sich gegen das von Gott ihm auferlegte Kreuz, das für uns oft in einem andern, oft in den nächsten Umgebungen liegen kann, wehrt und sträubt, der schließt sich eben damit von dem Reiche Gottes aus, das ein Reich der Geduld, ein Reich der Langmut, ein Reich der Liebe ist. Darum prüfe dich vor Gott, ob du deinen Nächsten, er heiße, wie er wolle, mit Geduld trägst?

Weiter heißt es: „Vergebt euch unter einander, so jemand Klage hat wider den Andern; gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr.“ Ach, man bittet täglich: Vergib uns unsere Schulden, wie wir vergeben unseren Schuldigern; und wenn es darauf ankommt, ist man nicht imstande - ich will nicht sagen einen Schlag, eine grobe Beleidigung, deren der Heiland unzählige erduldet, mit göttlicher Sanftmut auf sich genommen und vergeben hat, sondern auch nur ein Wörtlein zu vergessen, ein Wörtlein zu überhören. O was gräbt und tobt oft ein einziges Wörtlein in einem Herzen, wenn dadurch die Eigenliebe und der Eigennutzen auch nur auf das Entfernteste angegriffen ist! Soll aber das bei einem Christen sein, der soviel, so unaussprechlich viel Vergebung empfangen hat und täglich bedarf? Auch danach prüfe dich, o Mensch; darfst du einst über jenem Gebete, welches du Gott täglich vorgesagt hast, freudig oder beschämt und zitternd vor ihm erscheinen? Ist dir's ein Anliegen, ein erbarmungsreiches, alles gern zum besten kehrendes Herz zu bekommen, und auch dann zu segnen, zu lieben, zu vergeben, wenn du beleidigt bist? (Ludwig Hofacker.)

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nt/51/kolosser_3_13.txt · Zuletzt geändert: von aj
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