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Kolosser 1,2

Kolosser 1,2

Andachten

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesu Christo.
Gnade ein kleines Wort, aber der ganze Himmel liegt darin eingeschlossen. Es bedeutet die unverdiente Liebe Gottes in Christo, woraus, als aus einer unerschöpflichen Quelle, aller Segen an himmlischen Gütern über den Sünder sich ergießt. Aus Gnaden seid ihr selig geworden durch den Glauben, und dasselbige nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus den Werken, auf dass sich nicht jemand rühme.“ (Ephes. 2, 8. 9.) Es kann daher dem Menschen nichts Seligeres widerfahren, als wenn man zu ihm sagen kann, wie zur Maria gesagt wurde in dem Engelgruß: „Du hast Gnade bei Gott gefunden.“ Welchen Wert die Gnade Gottes für den Sünder hat, davon mögen die zeugen, die sie gehabt aber verloren haben und nun klagen wie die Kinder Korah: „Herr, der du bist vormals gnädig gewesen deinem Lande, und hast die Gefangenen Jakobs erlöst, der du die Missetat vormals vergeben hast deinem Volk und alle ihre Sünde bedecket; der du vormals hast allen deinen Zorn aufgehoben, tröste uns, Gott, unser Heiland, und lass ab von deiner Ungnade über uns. Willst du denn ewiglich über uns zürnen und deinen Zorn gehen lassen immer für und für? Herr, erzeige uns deine Gnade und hilf uns!“

Wo aber Gnade ist, da ist auch Friede, da hört die Anklage im Gewissen auf, und das Herz wird ruhig und von den Banden der knechtischen Furcht befreit. „Nun ist groß Fried' ohn' Unterlass, all' Fehd' hat nun ein Ende!“ Gottes Gnade ist die Wurzel des Lebensbaumes, worauf die goldenen Früchte der Gerechtigkeit, des Friedens und der Freude im heiligen Geiste wachsen. Diese zwei, Gnade und Friede, sind gleichsam die beiden Türangeln, worin sich das ganze Christentum bewegt. Friede kann nicht sein ohne Gnade und Gnade nicht ohne Frieden, wenn der Begnadigte ihn auch nicht immer fühlt, sondern ihm mitunter ist, als hätte Gott ihn verlassen, wie David klagt: „Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe vor deinem Drohen und ist kein Friede in meinen Gebeinen vor meiner Sünde.“ (Ps. 38.)

Aber woher kommen Gnade und Friede? Der Mensch kann sie nicht aus seinen eigenen Vorratskammern nehmen, sie kommen von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesu Christo. Von Gott kommt alle gute Gabe, er ist ein Gott aller Gnade und Barmherzigkeit, der am Tode der Sünder keinen Gefallen hat, sondern sie zu Kindern annimmt und sie die Früchte der Versuchung genießen lässt. Darum heißt er ein Gott des Friedens (Hebr. 13, 20). Weil aber Christus der Mittler ist zwischen Gott und den Menschen, der uns durch sein Blut den Zugang zur Gnade eröffnet hat, ja selbst unser Friede geworden ist, so seht der Apostel ihn dem Vater an die Seite, welches zugleich ein Zeugnis ist von der göttlichen Herrlichkeit unsers Erlösers. Wir haben Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesum Christum.

Möchten denn zu dieser Quelle des Friedens sich wenden, die noch unter dem Horn und der Ungnade Gottes sind. Einen unversöhnten Gott im Himmel haben und die Hölle im Gewissen tragen, ist das größte Elend auf Erden. Darum muss man zuvörderst die Gnade suchen. Spricht dann der Richter: Sei getrost, dir sind deine Sünden vergeben,“ so vertreibt die Sonne des Friedens allen Nebel der Angst und Traurigkeit. Hast du aber die Gnade Gottes, so halte sie fest bis ans Ende, und hast du den Frieden, so brich ihn nicht durch ein sündlich Leben, denn unsere Sünden scheiden uns von unserm Gott. Sorge, dass du einst in Frieden mögest hinfahren, wie Simeon, und in die Wohnungen des Friedens kommen! (Küchler)

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nt/51/kolosser_1_2.txt · Zuletzt geändert: von aj
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