1. Korinther 6,20
Andachten
Ihr seid teuer erkauft. Darum so preist Gott an eurem Leibe und in eurem Geiste, welche sind Gottes.
Es gibt keine grausamere Knechtschaft, als die der Sünde. Das Böse, das ich nicht will, das tue ich; und das Gute, das ich will, das tue ich nicht. Wir sind nicht frei von Natur; wollen wir's denn werden, dann lasst uns zu dem gehen, der da spricht: Ich habe dich erlöst, du bist mein. Er hat uns teuer erkauft, er hat ein großes Lösegeld für uns gegeben, er hat sein Leben gegeben zur Bezahlung für Viele. So hat er nun ein Recht an uns, ein älteres, als die Sünde. Du bist nun sein, du gehörst ihm, um deswillen, was er für dich getan, was er für dich gelitten. Ich glaube, dass Jesus Christus sei mein Herr, der mich, erlöst hat, erworben, gewonnen von allen Sünden, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem teuren Blut, mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben, auf dass ich sein eigen sei, in seinem Reiche unter ihm lebe und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit. Ihr seid teuer erkauft, darum so preist Gott an eurem Leibe und in eurem Geiste, welche sind Gottes. Wenn ein Kind zum ersten Male allein in die Welt hinausgeht, dann sagt man ihm wohl, um es vor Verführung zu schützen: Gedenke, wie teuer du deinen Eltern zu stehen gekommen, wie viele Opfer willst du ihnen denn nun damit ihnen gekostet gelten, dass du dich und sie mit entehrst? Aber mit noch viel mehr Recht heißt es zu uns: Ihr seid teuer erkauft, wollt ihr, könnt ihr denn nun noch der Sünde, der Welt dienen? wollt, müsst ihr nicht vielmehr Ihm dienen und danken, der das für euch getan? Herr, du hast uns teuer erkauft. Deine Liebe, die sich selbst für uns geopfert, überwinde unser Herz, dass wir dir auch unsere Seelen und Leiber begeben zu einem Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei. Amen. (Adolf Clemen)
Ihr seid teuer erkauft. Darum so preist Gott an eurem Leibe und in eurem Geiste, welche sind Gottes.
Der Eifer mancher Menschen steigt und fällt wie ein Wetterglas. Sie sind in einem Augenblick glühend heiß und im nächsten eiskalt. O, hätten wir doch im Grunde des Herzens mehr von der tiefen, innigen Liebe zu Gott und seinem Heil, und hätten wir diese Liebe immer und dauernd, so dass wir uns immer sagten: „Gott sei gepriesen!“ Ich möchte morgens mit der Frage aufwachen: „Was kann ich heute zur Ehre Gottes tun?“ Mitten in der Arbeit möchte ich den einen Wunsch, Gott zu preisen, nie aus den Augen verlieren. Wenn ich abends zu den Meinigen heimkehre, möchte ich die Frage im Herzen haben: „Wie kann ich in meiner Familie Gott preisen?“ Wenn ich krank bin, so möchte ich Gott durch meine Geduld preisen; wenn ich wieder vom Siechbett aufstehe, so soll es mir eine süße Pflicht sein, ihn durch meine Dankbarkeit zu loben. Wenn ich eine hohe Stelle einnehme, so ist es doppelt meine Pflicht, den zu preisen, der mich zu einem Führer der Herde gemacht hat; bin ich unbekannt und in einer bescheidenen Stellung, so muss ich ihn mit gleichem Eifer durch treue Pflichterfüllung preisen. O, dass wir dies eine Ziel immer vor Augen hätten, dass wir ihm immer zustrebten, ohne uns nach rechts oder links zu wenden! Wie eine Kugel aus dem Rohr sollten wir vorwärts fliegen, ohne Aufenthalt, ohne Abschweifung, bis wir das Ziel erreichen. Möge unser Geist durch göttliche Kraft auf dies Eine hingedrängt werden. Der Herr sei gepriesen! Ob ich lebe oder sterbe, möge nur Gott in mir gepriesen werden! (Charles Haddon Spurgeon)