1. Korinther 1,9
Andachten
“Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Christi, unseres Herrn.“
Wie oft hieß es in meinem und deinem Leben: du warst nicht treu. Wieviel Unterlassung und Versäumnis! Wie wenig entsprach unser Werden und Wachsen der auf uns gewandten Mühe und der gewinnenden Barmherzigkeit Gottes. Denken wir nur den heute durchlebten Tag daraufhin noch einmal durch. Hätten wir da nicht anders reden oder dort nicht liebreicher oder tapferer oder demütiger sein sollen? Je heißer wir uns sehnen, von der eigenen Unvollkommenheit und Untreue loszukommen, desto stärkeren Widerhall müsste es in unserer Seele wachrufen: Dein Gott ist treu! Dieser Ton ist nicht hart, nein, seine Treue wird hier gedacht im Zuge der Barmherzigkeit, dass er uns beruft zur Gemeinschaft Jesu Christi! Wie viel Vergebung, wie viel Freundlichkeit, wie viel Trost und Kraft liegt in dieser Gemeinschaft, und wie mutet uns die Vorstellung an, dass Gott gerade in solchem Liebeswerk nicht ablassen will noch kann, weil er treu ist. Wer das wirklich glaubt, der spürt doch, wie die erregten Wellen der Vorwürfe, Anklagen Stimmungen und Verstimmungen sich legen müssen; denn die Wirkung solcher Gottestreue auf uns heißt Friede.
Herr, unser Gott! Wir bedürfen als letzten Ton, als Schlussakkord, am Ende jedes Tages deines Friedens. Bestätige uns den Bund der Vergebung. Lass die Gemeinschaft mit Jesu lebendig hervortreten und gib uns deinen Frieden. Amen. (Samuel Keller)
Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohns Jesu Christi, unsers Herrn.
Der Apostel sagt nicht: „Ihr seid treu.“ Ach, der Treue der Menschen ist nicht zu trauen. Er sagt nicht: „Ihr habt treue Hirten, darum seid ihr wohl verwahrt.“ O nein! Wenn uns Menschen hüten, sind wir schlecht behütet. Wir werden selig einzig und allein durch die Treue unsres Bundesgottes. Wir sind veränderlich wie der Wind, schwach wie Spinnweben, unstet wie Wasser. Auf unsre guten Anlagen und unsern geistlichen Fortschritt ist kein Verlass. Aber Gott bleibt immer treu: treu in seiner Liebe, denn sie kennt keinen Wechsel, keine Veränderung; treu in seinen Absichten, denn er fängt nicht ein Werk an, um es nachher liegen zu lassen; treu in all seinen Beziehungen zu seinen Geschöpfen, denn als Vater verstößt er seine Kinder nicht; als Freund verleugnet er niemals die, die ihm angehören; als Schöpfer verlässt er nicht das Werk seiner Hände. Er ist treu seinen Verheißungen und keine von ihnen darf jemals einen Gläubigen trügen. Er ist treu seinem Bund, den er mit uns in Jesus Christus geschlossen und mit dem Blut seines Opfers besiegelt hat. Er ist treu seinem Sohn und duldet nicht, dass dessen kostbares Blut vergebens vergossen sei. Er ist treu seinem Volk: er hat ihm das ewige Leben verheißen und wird es nimmermehr verlassen. (Charles Haddon Spurgeon)