1. Korinther 15,38
Andachten
Gott gibt dem Gesäten einen Leib, wie Er will, und einem Jeglichen von dem Samen seinen eigenen Leib.
Es ist gewiss, dass Christus für die Seelen der Menschen keine neuen Leiber schaffen oder bilden werden, wie dann dieses keine Auferstehung wäre, sondern dass Er die Leiber, die vorher sterblich gewesen waren, lebendig machen (Röm. 8,11.), den Leib der Demütigung verklären (Phil. 3,21.), und diejenigen, die in den Gräbern sind, Seine Stimme hören lassen werde, dass sie leben (Joh. 5,25.). Doch muss man diese Lehre recht verstehen. Paulus wirft 1 Kor. 15,35-38. die Frage auf: wie werden die Toten auferstehen? und mit welcherlei Leibe werden sie kommen? und antwortet darauf so, dass er sagt: du Narr, das du säest, wird nicht lebendig, es sterbe denn. Und das du säest, ist ja nicht der Leib, der werden soll, sondern ein bloßes (nacktes) Korn, nämlich Weizen, oder der andern eines: Gott aber gibt ihm einen Leib, wie Er will, und einem Jeglichen von dem Samen seinen eigenen Leib. Hieraus lassen sich nun folgende Schlüsse machen: a) der Leib, welcher aufersteht, wird nicht ganz aus einer neuen und fremden Materie bestehen, sondern so aus dem Leib, welcher als tot in die Erde gesät worden war, entstehen, wie ein Korn oder eine andere Pflanze aus dem Korn entsteht, welches in die Erde geworfen, und darin erstorben, oder bis auf den Keim vermodert war. b) Gleichwie aber eine aufgegangene Pflanze anders aussieht, als das Samenkorn, woraus sie erwachsen ist, also wird auch der auferstandene Leib anders sein, als der gesäte. c) Das Samenkorn, woraus eine Pflanze entsteht, ist gleichsam nackt, wenn es gesät wird, das ist, es hat keinen Halm, keine Blätter oder Blumen um sich, wenn es aber aufgeht, so gibt ihm Gott dieses Alles als einen Leib, je nachdem die Art der Pflanze es mit sich bringt: also wird auch Gott dem Samenkorn unseres Leibes, wenn es bei der Auferstehung aus der Erde hervorkommen wird, etwas geben, das gleichsam sein Leib sein wird. Eben dieses wird Er ohne Zweifel auch den sterblichen Leibern der Lebendigen geben, die alsdann werden verwandelt werden. Und was ist denn dieses? Paulus nennt es nicht, weil vielleicht in allen menschlichen Sprachen kein Wort zu finden ist, womit man es nennen könnte. Es ist etwas, das den Leib unverweslich, herrlich, stark und geistlich machen wird, V. 42.43.44. Ja es ist etwas, das ihn dem verklärten Leib Jesu Christi ähnlich machen wird, Phil. 3,21. Am deutlichsten redet er 1 Kor. 15,53. (54.55.) davon, da er sagt: dies Verwesliche muss anziehen die Unverweslichkeit, und dies Sterbliche muss anziehen die Unsterblichkeit, das ist, etwas, das ganz unverweslich und unsterblich ist. Doch wird der Mensch alsdann nicht zwei Leiber haben, denn der auferstandene und verwandelte Leib sich mit dem neuen himmlischen Wesen, das er anziehen wird, so vereinigen, dass ein einiger Leib daraus werden wird. Bei dieser Aussicht lasst uns die Ermahnung Pauli V. 58. zu Herzen nehmen: meine lieben Brüder, seid fest und unbeweglich, und nehmt immer zu in dem Werk des HErrn; sintemal ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem HErrn. . (Magnus Friedrich Roos)