Römer 7,14
Andachten
Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist: Ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft.
Die Polizei des heiligen Geistes ist eine andere als die Stadt- und Landespolizei. Niemand ficht uns an in der Welt, wenn wir uns den bürgerlichen Gesetzen unterwerfen, allein so gut wir auch mit den Zivilbehörden stehen, so verlangt doch die Oberbehörde Gottes noch etwas Anderes. Das Gesetz Gottes ist geistlich und nimmt Alles haarscharf, und wer auch alle Gebote gehalten und nur eines übertreten hätte, ist in Gottes Augen doch ein Übertreter des Ganzen. Ein Widerstand ist schon Empörung gegen Gott, und ob sich dieser Widerstand in Tatsachen kund tue, oder auch nur in den innern Regungen des Herzens, Empörung ist Empörung, und das Schwert Gottes muss fallen auf den Sünder. Paulus wie Luther, und Luther wie jedes geweckte Gewissen, haben erkannt, dass Gottes Gesetz geistlich ist, und ein Richter der Sinne und Gedanken des Herzens. Ein einziger Hang, der aus der Sünde kommt, kann, auch bei aller äußern Vortrefflichkeit, das Gewissen so schlagen und das ganze Leben so elend machen, dass man zu keiner ruhigen Stunde kommt. Solche Erfahrungen zeigen dann, dass die Forderungen des Gesetzes Gottes in unser innerstes Wesen eingeschrieben sind, aber auch leider, dass wir fleischlich sind, unter die Sünde verkauft. Das Gesetz Gottes soll uns unsere Gefangenschaft unter die Sünde aufdecken, und dann ein Wegweiser zu Christo werden. Das Gesetz selber gibt uns keine Kraft, sondern häuft nur Anklagen auf Anklagen, aber eben das unausstehliche Wehe, das durch die Erkenntnis des Gesetzes im Herzen geweckt wird, presst uns unter dem Kreuz Christi den Erlösungsschrei aus: Heile du mich, Herr, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen. (Friedrich Lobstein)