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Römer 5,1

Römer 5,1

Andachten

Herrliche Vergleichung Adams mit Christo! Wie bringt sie doch das Verdienst des Gottmenschen erst recht zum Bewusstsein! Von Adam kam die Sünde, die Übertretung, der Ungehorsam, dadurch alles Unheil, das Verderben, der Tod, die Verdammnis, welches zu allen seinen Nachkommen durchgedrungen ist, so dass sie alle Sünder, Ungerechte, Verurteilte geworden sind. Auf die Rechnung Christi setzt der Apostel den Gehorsam, Gnade, Gerechtigkeit, Leben, Rechtfertigung des Lebens, jedoch so, dass diese Rechnung ein großes Übergewicht über die Rechnung Adams hat, wodurch gerecht wird aller Same Jacobs, und wir vollkommen, ja Geweihte Gottes werden in Ihm; weshalb Paulus schließt: „Wo die Sünde mächtig geworden ist, da ist doch die Gnade viel mächtiger.“ An diesem gebenedeiten Haupte nun werden wir Glieder; freilich nicht durch die natürliche, sondern durch die geistliche Geburt, durch die Wiedergeburt, durch den heiligen Geist; vermittelst des Glaubens, der uns Christo einverleibt, dass wir eins werden mit Ihm. Aus diesem Haupte fließt uns sodann Alles zu, was in dem Haupte selbst ist und sich in den beiden Wörtern: Gerechtigkeit und Leben zusammenfassen lässt, oder wie Paulus sagt: eine Fülle der Gnade und Gabe zur Gerechtigkeit. An dies Haupt haben wir uns zu halten, und daran sollen wir wachsen hinan zur göttlichen Größe; indem zugleich alles, was in uns etwas ist, zunichte wird, auf dass Christus Alles in uns sei. In diesem Haupte liegt, allen Gläubigen zu gut, die wesentliche Fülle der Gottheit selbst, uns also ein unausforschlicher Reichtum. In diesem Immanuel hat uns also Gott eine Gabe gegeben, der wir uns in Ewigkeit werden zu erfreuen haben, so wir anders an seinen Namen glauben. Die Gnade führt das Regiment, sie macht der Sklaverei ein End’, besiegt Gesetz und Sünden; drum, willst du frei und fröhlich sein, lass Jesum und die Gnade ein, so kannst du überwinden. Amen. (Friedrich Arndt)


“Nun wir denn sind gerecht geworden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit Gott, durch unsern HErrn Jesum Christ; durch welchen wir auch einen Zugang haben im Glauben zu dieser Gnade, darinnen wir stehen und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben soll.“
Unser HErr JEsus Christus, der uns geliebt hat und Sich selbst für uns dargegeben, der erhält uns diesen Frieden und gibt uns die Macht, dass wir können Zugang haben zu dieser Gnade, in der wir stehen. Das ist aber überaus nötig, dass wir solchen Zugang haben: denn wir sind sündige Menschen, die Sünde begleitet uns unser ganzes Leben hindurch und bringt uns durch ihren Betrug oft dazu, dass wir dies oder jenes tun, was uns tiefen Kummer verursacht. Da haben wir dann, durch Jesum Christum geschenkt, einen Zugang zu dieser Gnade; wir können täglich und stündlich mit Freudigkeit hinzutreten zum Gnadenstuhl, auf dass wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden auf die Zeit, da uns Hilfe not sein wird. Einer, dem seine Sünde tiefen Kummer macht, freut sich über diese Gnade; er würde in Verzweiflung geraten, wenn er nicht täglich, stündlich seine Kleider rein waschen könnte im Blut des Lammes. So ist es Jesus Christus, der uns den Frieden erhält; Er hat ihn aber auch gegeben, Er ist nicht nur Vollender, sondern auch Anfänger unseres Glaubens. Gott hat uns durch Ihn errettet von der Obrigkeit der Finsternis und uns versetzt in das Reich Seines lieben Sohnes. Wenn wir also den Frieden wollen und möchten selig werden, so ist der einzige Rat, dass wir uns an Jesum Christum wenden, dass wir Seinen Namen anrufen. Denn, „wer den Namen des HErrn anruft, der wird selig werden!“ Ja, mach' uns selig! Amen. (Friedrich Emanuel Kleinschmidt)


Lieber Bruder, ich möchte gern wissen, was doch eure Seele mache, ob sie nicht schier einmal ihrer eigenen Gerechtigkeit müde und überdrüssig worden, und lerne in der Gerechtigkeit Christi atmen und getrost sein. - Lernt doch Christum, und zwar den Gekreuzigten, kennen, lernt Ihm ein Loblied anstimmen und euch selbst verzagend zu Ihm sprechen: Du, Herr Jesu, bist meine Gerechtigkeit, ich aber bin deine Sünde. Du hast angenommen, was mein ist, und hast mir geschenkt, was Dein ist. Du hast angenommen, was du nicht warst, und hast mir gegeben, was ich nicht war. Seht euch ja vor, dass ihr euch nicht in Sinn lasst kommen, hier einst zu einer so großen Reinigkeit zu gelangen, dass ihr euch nicht mehr als ein Sünder vorkommen, oder ein solcher gar nicht sein wolltet; denn Christus nur in Sündern wohnt. Denn deshalb ist Er vom Himmel, wo Er in den Gerechten wohnt, herabkommen, dass Er auch in Sündern möchte wohnen. Dieser seiner Liebe denkt fleißig nach, so werdet ihr seinen allersüßesten Trost empfinden. Denn so wir durch unsere Arbeit und Leiden zu des Gewissens Ruhe müssen kommen, wozu ist Er denn gestorben? Darum ihr nur allein in Ihm durch zuversichtliches Verzagen an euch und euren Werken werdet Friede finden. (Martin Luther)


Der Friede mit Gott erwächst dem kindlich Gläubigen aus dem, was der Heiland durch Sein stellvertretendes Leiden und Sterben für die Sünderwelt getan hat. Unter dem Kreuz haben wir über uns den offenen Himmel; der Vater liebt uns im Sohne und blickt mit Wohlgefallen auf uns hernieder, das Versöhnungsblut sichert uns zu allen Zeiten den Frieden mit Gott. Aber der Friede in Gott bleibt in uns, wenn wir in Christus bleiben und uns beständig auf Sein Verdienst und auf Seine Liebe stufen. In Ihm sind wir in allen Kämpfen des Sieges, in aller Not der Hilfe, in allen Anfechtungen der Bewahrung gewiss. Mögen die Wasser uns auch bis an die Seele gehen, wir können nicht versinken, weil wir in die Hände des Allmächtigen gezeichnet sind. Der über den Wasserfluten thront, hält Sein schwaches Kind in Seiner starken Hand. Es darf sich geborgen wissen, obschon furchtbare Wogen sein Schifflein umbranden. Wenn das Licht des Lebens die Seele umleuchtet und wenn die verklärte Heimat, das neue Jerusalem, Sein Bild in unserem Geiste widerspiegelt, so können uns der Erde mancherlei Nöte, der Widersacher Tücke und Ränke und der Hölle finstere Mächte nicht mehr besiegen. Selbst im Tale der Todesschatten fürchten wir kein Unglück, denn der Herr ist bei uns, unser Licht und unser Teil. Er hat uns gesagt: Seid getrost, denn ich habe die Welt überwunden; wir sind deshalb inmitten der Angst getrost. Bete, bis du Frieden hast. Solange die Geisteskräfte zersplittert sind, können wir nicht recht gedeihen. (Markus Hauser)


Nun wir denn sind gerecht geworden durch den Glauben, so haben wir Friede mit Gott durch unsern Herrn Jesum Christum.
Die bestimmte Sprache des Apostels tut uns wohl; sie klingt so sehr verschieden von manchen Stimmen unserer Zeit, die uns glauben machen wollen, dass man seines Heils nie recht gewiss werden könne. Schon das erste Wörtchen „nun“ zeigt an, dass die, an welche er schreibt, einen gewissen Ruhepunkt gefunden hatten für ihre Herzen und Gewissen. Nun, jetzt sind wir Gerechtfertigte geworden; er sagt nicht: wir hoffen es seiner Zeit zu werden, wenn wir noch etwas frommer sein, noch ein wenig mehr geleistet haben werden. Weder Paulus noch die Römer hatten die Rechtfertigung erworben, erarbeitet, sie hatten sie durch den Glauben an Jesum Christum bekommen. Was ist Rechtfertigung? Rechtfertigung ist die Vergebung aller unserer Sünden, die göttliche Freisprechung von Sündenschuld und Strafe. Wo holt sie der Glaube? Denn nur der Glaube empfängt die Rechtfertigung. Er holt sie am offenen Grabe Jesu Christi, bei unserem auferstandenen Heiland. Die Rechtfertigung gründet sich nicht auf unsere Gefühle, sie gründet sich auf nichts, was der Mensch hat, oder leisten könnte; sie gründet sich einzig und allein auf die Großtaten Gottes in Tode und in der Auferstehung Jesu Christi. Röm. 4,24.25. Jesus Christus ist um unserer Missetat willen verwundet, und um unserer Sünde willen zerschlagen; die Strafe lag auf ihm. An ihm, unserem Mittler und Stellvertreter hat Gott der Gerechte das Gericht über unsere Sünde vollzogen. Durch die Auserweckung Jesu Christi von den Toten hat der Vater das Siegel gedrückt auf den Opfertod Jesu zur Vergebung der Sünden, so dass Alle, die an seinen Namen glauben, Vergebung der Sünden haben. Röm. 8,3; Röm. 4,5; Röm. 5,26; 2. Kor. 5,19.21. Wer als busfertiger, verdammungswürdiger Sünder die Vergebung aller seiner Sünden in Jesu Blut im Glauben annimmt, der weiß sich versöhnet mit Gott, der in Christo war und die Welt mit ihm selber versöhnet hat, und nun Allen die Hand reicht, die diese Versöhnung annehmen. Solche Versöhnte haben Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesum Christum, denn es ist nichts Verdammliches mehr an ihnen, und sie leben Gott.

Dir, dem Lamme, das für uns erwürgt war; Dir, dem Erstgeborenen von den Toten sei Lob und Ehre in Ewigkeit! Amen. (Elias Schrenk)


Nun wir denn sind gerecht geworden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesum Christum, durch welchen wir auch einen Zugang haben im Glauben zu dieser Gnade; und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben wird.
Mit den Anfangsworten vorstehender Schriftstelle weist der Apostel auf die Gerechtigkeit hin, die in einer von Christus erworbenen und geschenkten, durch den Glauben angeeigneten Kindesstellung zu Gott ihr Wesen hat. Diese Gerechtigkeit aus Gnaden hat nun für unser Leben die weitgreifendsten folgen, sie bringt Früchte hervor; diese erwachsen einesteils so, dass wir als die Kinder neue Kräfte und Antriebe zur Heiligung erhalten, zu deren Gebrauch und Verwertung wir uns verpflichtet fühlen. Andererseits aber bestehen die Früchte der Gerechtigkeit auch darin, dass Gott uns als seinen Kindern Segnungen zuwendet, Vorzüge einräumt, die wir als die Gerechtfertigten ein Recht haben zu ergreifen und zu genießen. Das obige Bibelwort redet von zwei Gerechtigkeitsfrüchten der letzteren Art, „Friede mit Gott, Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit“ sind diese beiden Früchte, Gemeinschaft mit Gott auf Erden und im Himmel können die Gotteskinder in Anspruch nehmen. Auf das Recht, mit Gott in Gemeinschaft zu leben, weist uns zunächst das Wort Pauli hin: wir haben Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesum Christum, durch welchen wir auch einen Zugang haben im Glauben zu dieser Gnade. Das ist der Friede mit Gott, dass uns Christus einen Zugang zum Vater eröffnet hat und der Weg zu ihm für uns nun immerdar frei ist; alles Trennende ist aus dem Wege geräumt, alle Feindschaft aufgehoben, wir dürfen als die gerechtfertigten Kinder alles, was wir haben, mit dem Vater teilen. Wir dürfen aus der Unruhe des Lebens zu ihm flüchten und unter dem Schatten seiner Flügel jeden Tag eine Feierstunde genießen und jede Woche einen Feiertag; wir dürfen jederzeit im Gebet zu ihm mit unseren Sorgen und Schmerzen kommen und sie uns lindern oder heilen lassen. Drückt uns die Last einer Schuld, plagt uns die Hitze des Kampfes, der in uns oder um uns tobt, so ist's uns erlaubt, wenn wir Frieden haben mit Gott, zu ihm zu eilen, unser ganzes Herz vor ihm auszuschütten, um Vergebung zu empfangen und Stärkung zu siegreichem Kampfe. Wir haben ein Recht, alles, was uns teuer ist, was uns Freude bereitet, unsere Lieben, unseren irdischen Besitz zu dem Vater zu bringen, es ihm ans Herz zu legen und alles dieses neu geweiht als ein Pfand der Güte Gottes aus seiner Hand zurückzuempfangen; wir haben ein Recht, in dem Worte Gottes Licht und Rat für die Dunkelheiten und Rätsel des Lebens zu suchen und zu finden. Wir haben solch' ein Recht; nehmen wir es auch in Anspruch? empfinden wir es überhaupt in seinem unermesslichen Werte? Zur Gemeinschaft mit Gott aber gehört es auch, dass Gott der Herr uns Teil nehmen lässt, durch Jesum Christum an dem, was er hat; er selbst wird in Christo unser Schatz, aus dessen Fülle wir schöpfen Gnade um Gnade; er gibt den Gerechtfertigten nach 2. Petri 1 4 die Verheißung, dass sie teilhaftig werden sollen der göttlichen Natur und auf Grund solcher Gemeinschaft erhalten die Christen das Recht, sich zu rühmen der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben wird, der Herrlichkeit des himmlischen Lebens, da Gott wird sein Alles in allen. Wer sich aber rühmt, den erfüllt das, dessen er sich rühmt, mit stolzer Ruhe, Mut und Geringschätzung der Feinde, die ihm seinen Vorrang missgönnen und anfechten; so ist's mit dem eitlen Rühmen des fleischlichen Menschen; aber auch das Sich-rühmen der zukünftigen Herrlichkeit geschieht nicht bloß mit Worten, sondern prägt sich in Gebärden, Wandel und Haltung aus. Als die Gerechtfertigten dürfen wir ruhig und gelassen bleiben unter allen erregenden, aufreibenden, wechselnden Eindrücken des irdischen Lebens; wir haben ja Teil an Christo, dem ewigen Gottessohne, wir rühmen uns der zukünftigen Herrlichkeit, wir suchen ja unseren Schatz, unser Glück nicht in dem, was auf Erden ist, sondern in dem, was droben ist. Den Christen ist es erlaubt, mit festem, zuversichtlichem Schritt ihren Weg zu wandeln, immer wieder frischen Mut zu fassen, immer wieder aus der Verzagtheit und Erschlaffung mit neuer Munterkeit sich aufzurichten; sie sind ja der Erreichung des Zieles versichert, sie rühmen sich der zukünftigen Herrlichkeit, sie bekennen: ich laufe, aber nicht als aufs Ungewisse (1. Kor. 9, 26). Die Kinder Gottes haben ein Recht, mit Geringschätzung auf Gefahren, auf ihre Feinde, ja auf den letzten Feind, den Tod, zu blicken; Gott gebe uns nur die selige Gewissheit: nun wir denn sind gerecht geworden durch den Glauben, dann wird in dankerfülltem Herzen die Erkenntnis aufkeimen: nicht ein Sollen, ein dürfen, ein Recht ist es, dass ich mit meinem Gott alles teile und Er mit mir, und mehr und mehr werden wir dann auch dazu gelangen uns zu rühmen der zukünftigen Herrlichkeit und diesem Rühmen darin Ausdruck zu verleihen, dass wir in Not und Gefahr es mit unserem Verhalten aussprechen: Tod, wo ist dein Stachel, Hölle, wo ist dein Sieg? (Thomas Girgensohn)

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nt/45/roemer_5_1.txt · Zuletzt geändert: von aj
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