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Römer 2,1

Römer 2,1

Andachten

In dem verlesenen Kapitel zählt Paulus die Vorzüge auf, welche die Juden vor den Heiden haben konnten und sich wirklich beilegten. Weil die Juden das Gesetz und im Gesetz den ausdrücklichen Willen Gottes hatten, dieses aber den Heiden fehlte, so sahen sie die Heiden als Blinde, als die in Finsternis wandeln, die sie wie ein Licht leiten und führen, als Einfältige und Unmündige, die sie züchtigen, d.i. in Zucht nehmen und belehren konnten; und das darum, weil sie die Norm hatten, was zu wissen und recht ist im Gesetz, weil ihnen im Gesetz die Vorschrift dessen gegeben war, was man wissen und tun solle. Nachdem er diese Vorzüge aufgezählt, zeigt er ihre desto größere Schuld, indem er sie hinführt zu sehen, wie gegen so große Begünstigung in der Erkenntnis von Seiten Gottes ihr Leben so auffallend und furchtbar absteche und ihren Ruhm Lügen strafe und zu Schanden mache; denn der Knecht, der seines Herrn Willen weiß, und tut ihn nicht, wird doppelt Streiche leiden müssen. Zuletzt sagt er, wer allein ein wahrer Israelit sei und wer nicht. – Dasselbe gilt auch von den Christen noch immer. Nicht das ist ein Christ, der äußerlich ein Christ ist und den Namen eines solchen hat; und nicht das ist ein Christ, der inwendig verborgen ist, und sein Leben ist ein in Gott verborgenes Leben, dessen Lob ist nicht aus Menschen, sondern aus Gott. Herr, mache mich zu einem solchen wahren und lebendigen Christen, damit ich nicht ein totes Glied an Deinem Leibe bin, und den Namen nur habe, dass ich lebe, aber tot bin! Sende mir alle Tage von neuem Deinen heiligen Geist, dass er mich immer mehr erneure nach Deinem Bilde und die Überschrift meines Lebens keine andere sei, als die: Christus lebt in mir! Amen. (Friedrich Arndt)


Darum, o Mensch, kannst du dich nicht entschuldigen, wer du bist, der da richtet; denn worinnen du einen andern richtest, verdammst du dich selbst; sintemal du eben dasselbige tust, das du richtest. Denn wir wissen, dass Gottes Urteil ist recht über die, so solches tun. Denkst du aber, o Mensch der du richtest die, so solches tun, und tust auch dasselbige, dass du dem Urteil Gottes entrinnen werdest? Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmütigkeit? Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?
Wer bist du, der du Andere richtest? Siehe, worin du den Andern richtest, verdammst du dich selbst. Du richtest seinen Stolz; bist du denn demütig? Du richtest seine Streitsucht; bist du versöhnlich? Du richtest seine Leidenschaft; bist du geduldig? Brich mit dem alten Wesen! Richte nicht! Wird dir das schwer, dann blicke doch auf den Reichtum von Gottes Güte, seine Geduld und Langmut, womit er dich trägt. Sei barmherzig wie dein Gott gegen dich barmherzig ist. Übergib dich der Güte Gottes, und lass dich nur von ihr leiten und führen. Dann wird dir das Herz umgewandelt in rechtschaffener Buße, und aus dem veränderten Herzen fließen dann auch andere Worte, voll Wahrheit und Liebe. Dass die Güte Gottes dich zur Buße leiten, zur Heiligung deiner Gedanken, Worte und Werke. Verstocke dich nicht dagegen. Bedenke: die Güte und Liebe verkehrt sich einmal in das Gericht. Richte Augen und Herz ernstlich auf den Tag der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes. O Gott, deine Güte ist alle Morgen neu über uns. Erweiche mit deiner Güte unser hartes Herz, dass wir an diesem Tage Geduld und Gütigkeit beweisen in Worten und Wandel. Heiliger Gott, dein Wort ist Wahrheit, und was du zusagst, das hältst du gewiss. Halte uns in den Versuchungen dieses Tages dein gerechtes Gericht vor die Seele, dass wir der Wahrheit gehorchen und mit Geduld in guten Werken trachten nach dem ewigen Leben. Amen. (Adolf Clemen)


Prüfe dich selbst, dann wird es dir gehen, wie jenem gottesfürchtigen Manne, der sagte: Auf jeden Fehler, den ich an einem Andern entdecke, finde ich immer zwei an mir selbst. Wenn du aber also den Balken erkannt hast in deinem Auge, dann denke an den heiligen Richter da oben und an die Stunde, da deine Seele vor ihm stehen muss, ihr Urteil zu empfangen. Denke an die Stunde, da du nur auf Eins noch deine Hoffnung setzen kannst: auf die Barmherzigkeit, die sich rühmt wider das Gericht. Aber nur die Barmherzigen sollen einst Barmherzigkeit erlangen. Dagegen ein unbarmherziges Gericht wird über die ergeben, die nicht Barmherzigkeit geübt haben. Darum richtet nicht! Mit welcherlei Maß ihr messt, wird euch gemessen werden. Wie, wenn alle die lieblosen Urteile, alle die harten Richtersprüche, die du lebenslang über deinen Bruder gefällt, zurückfallen auf deinen eignen Kopf, und du gerichtet wirst durch deine eignen Worte, und du dastehst wie der Schalksknecht, dem der Herr zehntausend Pfund erlassen hatte, und der seinen Mitknecht um hundert Groschen würgte und nun hinaus muss in die äußerste Finsternis? - Aber die Barmherzigkeit rühmt sich wider das Gericht. Gottes Barmherzigkeit hast du erfahren an deiner eignen Seele. Mir ist Erbarmung widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht wert. So sei auch du barmherzig, wie dein Vater im Himmel barmherzig ist. Statt die Andern zu richten, bitte für sie: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Und bitte für dich selbst: Jesu, Jesu, hilf mir dazu, dass ich barmherzig sei, wie du. (Adolf Clemen)

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nt/45/roemer_2_1.txt · Zuletzt geändert: von aj
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