Apostelgeschichte 13,1
Andachten
Was Jesus vorhergesagt hatte, dass das Reich Gottes würde den Juden genommen und den Heiden gegeben werden, damit sie seine Früchte brächten, das erfüllt sich jetzt mehr und mehr. Statt sich zu freuen, dass die Heiden in Antiochien auch Hunger und Durst fühlten nach dem Worte des Lebens, wurden die Juden neidisch, widersprachen und lästerten, und zwangen dadurch den heiligen Apostel, sich ausschließlich mit seiner Freudenbotschaft an die Heiden zu wenden. Wenn das Wasser von dem harten Felsen und dem hochmütigen Berge abtrieft, dann fließt es hinter ins Tal; dort wässert es Wiesen und Auen, dass sie dastehen im lieblichen Gottesschmucke. So floss es hier von den Juden ab, und floss hinüber zu den Heiden. – Wie das Evangelium vor den Juden vorbeigewandert ist durch ihre eigne Schuld, so kann es auch von uns fortwandern. Durch die Sünden der Völker ist das Wort Gottes geworden wie eine Wandertaube. Luther sagt einmal: „Erst haben es die Juden gehabt, jetzt haben sie den Mammon; dann haben es die Griechen gehabt, jetzt haben sie den Türken; dann haben es die Römer gehabt, jetzt haben sie den Pabst.“ Dann warnt er das deutsche Volk, dass es nicht meinen solle, es müsse immer so bleiben, dass die Gnadenbotschaft wie ein reicher Regen auf dasselbe niederströme; die Friedenstaube kann eben so weiter fliegen wie von jenen Völkern. Und was von den Völkern gilt, gilt nicht minder von den einzelnen Herzen. Wenn man nur erst hinein ist in den Widerspruch, dann setzt sich das Herz täglich fester; und ein feindlicher Mensch ist sieben mal schwerer zu gewinnen, denn ein toter Herr, bewahre mich vor solchem Abfall, lass mich arbeiten an meiner eignen Seligkeit, und mitnehmen, wenn ich weiß und kann. Amen. (Friedrich Arndt)
Es waren aber zu Antiochien in der Gemeinde Propheten und Lehrer, da sie aber dem Herrn dienten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Sondert mir aus Barnabam und Saulum zu dem Werk, dazu ich sie berufen habe. Da fasteten sie und beteten und legten die Hände auf sie und ließen sie gehen.
Die erste Sendung der ersten Missionare. Das ist ein hochbedeutsamer Vorgang in der ersten Gemeinde. Wir müssen Alles dabei wohl beachten. Zuerst die Gemeinde. Es heißt: „sie dienten dem Herrn und fasteten“, also sie trieben das Wort Gottes an den eigenen Seelen und an den Brüdern, denn das ist des Herrn Dienst, und dabei enthielten sie sich der Welt und zähmten das Fleisch, denn das ist Fasten“. Sodann die Offenbarung des Heiligen Geistes, der da spricht: Sendet mir diese Beiden aus; ich habe sie berufen! Also ist das Werk Gottes Werk, es muss geschehen; und unter Gebet und Handauflegung lassen sie sie gehen. Wenn es so zugeht bei der Aussendung, dann geht es recht zu, sonst aber nicht. Als die Gemeinde in der Zeit des Unglaubens gar nicht mehr dem Herrn diente, sondern das Wort fälschte und Mutwillen damit trieb, da gab's keine Mission. Jetzt haben wir wieder Dienst am Worte und infolgedessen auch Mission, ja es ist eine neue Zeit dafür angebrochen, verheißungsvoll, Hoffnungsreich. Nur dass wir bleiben im treuen Dienst und anhalten am Fasten, will sagen, dass wir uns ja von der Welt unbefleckt erhalten und uns nicht in ihre Händel flechten lassen; nur, dass wir ob der reinen Lehre wachen und wohl darauf sehen, dass unser Dienst ein Lauterer Gottesdienst bleibe und kein fremdes Feuer auf den Altar gebracht werde. Alsdann dürfen wir auch gewärtigen, dass der Heilige Geist sich uns und den Boten nicht unbezeugt lassen werde. Das walte Gott! (Nikolaus Fries)