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Johannes 17,14

Johannes 17,14

Andachten

Ich bin nicht von der Welt.
In einer Hinsicht schien es nicht also. Jesus suchte nicht dadurch Seine Heiligkeit aufrecht und unbefleckt zu erhalten, indem Er jede Berührung mit der Welt vermied. Er mischte sich ungezwungen in ihr geschäftiges Gedränge. Er tadelte nie ihre unschuldigen Vergnügungen; Er gab dem gekränkten Stolze und der getäuschten Hoffnung weder Berechtigung noch Aufmunterung, sich von der Erfüllung ihrer Pflichten zurückzuziehen; und doch, trotz Alledem, welch' ein himmlischer Glanz umstrahlte Seinen Pfad durch dieselbe hindurch! Ich bin von Oben her, das bewies jeder Blick, jedes Wort, jede Handlung von der Zeit an, wo Er im unschuldigen Kinderschlafe in Seiner Wiege in Bethlehem lag, bis dahin, wo Er sagen konnte: Ich verlasse die Welt und gehe zum Vater! Er hatte Sich unbefleckt in den verschiedensten Verhältnissen bewegt, dem Sonnenstrahle gleich, welcher, was er auch berühren mag, eben so rein bleibt, wie er war, als er die große Quelle des Lichts verlassen.

Doch, obgleich Er Selbst in Seiner schuldlosen Natur, von der Versuchung unüberwindbar, und gegen den bösen Einfluss der Welt auf ewig gesichert war, so ist es doch, uns zum Vorbild, bemerkenswert, dass Er Sich demselben nie unnötig aussetzte. Er kannte den verführenden Zauber, den dieselbe Welt auf Seine Schar ausüben würde, von welcher Er in rührender Teilnahme sagt: Sie aber sind in der Welt! Er kannte die Vielen, die von dem Dienste derselben gefangen genommen werden, die, irdisch gesinnt, ihren Durst an verunreinigten Brunnen zu löschen suchen!

Leser! die große Aufgabe, die du zu Lösen hast, hat Jesus bereits für dich gelöst, - in der Welt und doch nicht von ihr sein. Sie zu verlassen wäre, die Pflicht aufgeben; als ob Knechte ihre Arbeit verließen, Soldaten vom Kampfplatz flüchteten. Lebe in ihr, so dass die Welt durch dein Leben verbessert wird; stirb, so dass die Welt, die Kirche, deinen Tod empfinden, dein Beispiel wert halten möge! Auf ihre Sorgen und Pflichten, ihre Ämter und Verantwortlichkeiten, ihre Beschäftigungen und ihre Freuden schreibe: die Welt vergeht! Hüte dich vor Allem in derselben, was das geistige Leben deines Herzens ersticken, den Geist zu ernsten Gedanken untüchtig machen, das Richtmaß christlicher Pflichten erniedrigen und zu gefährlicher Gleichförmigkeit mit ihren falschen Sitten, Gewohnheiten und Grundsätzen verleiten könnte. Lasse, als bestes Gegengift gegen die Liebe zur Welt, die Liebe zu Gott die innere Leere des Herzens ausfüllen. Trachte, den Adel deiner wiedergeborenen Natur zu begreifen, dass du um ein edleres Erbteil Sorge zu tragen hast, als um die flüchtige Herrlichkeit, welche dieses vergängliche Atom Welt umgibt. Wie kann ich mit den Scherben dieser Welt mich vermischen? Einst mag ich es wohl. getan haben, doch jetzt bin ich der Taube gleich, deren Flügel glänzen, und wie Gold und Silber schimmern. (Ps. 68, 14.)

Fremdling, Pilger, Gast; mein Bürgertum ist im Himmel! Warum sollte ich nach flitterhafter Ehre und Herrlichkeit trachten? Weshalb sollte ich die Gunst dieser Welt begehren, die ihren Herrn nicht kannte, die Ihn vielmehr verachtete? Der Apostel Paulus, sagt ein alter Theologe, nennt sie ein Schema, (eine mathematische Figur), welches ein bloßer Begriff ist, keine wirkliche Substanz.

Lebe erhaben über ihren nagenden Sorgen und Bekümmernissen, der Beschreibung eingedenk, welche Jesus von denen gibt, die in Wahrheit Sein sind: Sie sind nicht von der Welt, gleichwie auch Ich nicht von der Welt bin! (John Ross MacDuff)


Ich habe ihnen gegeben dein Wort, und die Welt hasst sie, denn sie sind nicht von der Welt, wie denn auch ich nicht von der Welt bin. Ich bitte nicht, dass du sie von der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Übel. Sie sind nicht von der Welt, gleich wie auch ich nicht von der Welt bin. Heilige sie in deiner Wahrheit, dein Wort ist die Wahrheit.
In der Welt und doch nicht von der Welt sein, das ist die Eigenart Jesu und der Seinen, und darum hasst sie die Welt, denn sie fühlt sich gestraft durch den bloßen Anblick solcher Leute, welche innerlich ihr nicht angehören, sondern von höherer Herkunft sind, einen höheren Beruf in sich tragen, und ein ewiges Ziel vor sich haben. So hassen die Krähen, in der Fabel, den weißen Schwan, und bewerfen ihn mit Kot, bloß weil er nicht schwarz ist, wie sie, sondern weiß. Dieser Welthass ist unvermeidlich und soll den Jüngern des Herrn nicht bloß nicht schaden, sondern heilsam sein, denn Er bittet, dass sie bewahrt bleiben vor dem Übel. Aber, ist das denn geschehen? ist ihnen nicht der Welthass tödlich geworden und bis ans Herzblut gedrungen? Freilich, aber das ist nicht das Übel; sie sind ja mit Loben und Danken und mit Fürbitte für ihre Hasser dahin gefahren in seliger Auffahrt, ihrem Herrn nach. Das Übel wäre gewesen, wenn sie aus der Wahrheit gefallen und ihren Herrn verleugnet hätten, darum bittet Jesus: „Heilige sie in Deiner Wahrheit!“ und gerade der Welthass hat sie geheiligt durch und durch; denn er ward ihnen zu einem Feuer, darin das Gold ihres Glaubens und Bekennens geläutert ward. Eine Wolke solcher Zeugen haben wir um uns, mit weißen Kleidern angetan und Palmen in den Händen; wahrlich eine hohe und herrliche Gesellschaft. Wie kommen wir uns denn vor unter ihnen? - Die Kennzeichen sind da: Hass der Welt - Bewahrung vor dem Übel - Heiligung in der Wahrheit. Also nur ja nicht sich gefürchtet vor solchem Hassen, sondern im Gegenteil vor der Freundschaft und Lobhudelei der Welt; - ja nicht als ein Übel angesehen, was gar kein Übel ist, nämlich Spott, Hohn und Verfolgung, sondern vielmehr die eigene Torheit, Trägheit, Schwachheit und Halbheit; und ja nicht außer Acht lassen, dass der Wille Gottes bei dem Allen unsere Heiligung, ein starker Glaube und ein festes Herz! denn das ist ein köstlich Ding! (Nikolaus Fries)

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nt/43/johannes_17_14.txt · Zuletzt geändert: von aj
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