Johannes 16,20
Andachten
Eure Traurigkeit soll in Freude verkehrt werden.
Goethe singt: „Es kann ja nicht immer so bleiben, Hier unter dem wechselnden Mond!“ Und mit diesem Wort spricht er, wie so häufig, eine große Wahrheit aus! Goethe war kein frommer Mann, aber sein hoher Geist fand nur in der Wahrheit Befriedigung. Wir, als gläubige Christen, haben es viel leichter, als er, denn wir wissen, dass wir durch viel Trübsal ins Reich Gottes eingehen sollen. Die Traurigkeit ist also eine „friedsame Frucht der Gerechtigkeit, denen, die darin geübt sind, auf dass unser Glaube viel köstlicher erfunden werde, denn das vergängliche Gold, das mit Feuer durchläutert wird, wenn nun geoffenbart wird Jesus Christus.“ Auch das Leid und die Traurigkeit können nicht immer bleiben, hier unter dem wechselnden Mond, wenn wir anders den großen Tröster, der da bei uns bleiben will, gläubig aufnehmen und uns Seine köstlichen Verheißungen dankbar aneignen! Er sagt, wie zu Seinen Jüngern, so auch zu uns allen, die wir Seine Erscheinung lieb haben, noch heute: „Ihr habt nun auch Traurigkeit, aber ich will euch wiedersehen und ihr sollt euch freuen und eure Freude soll niemand von euch nehmen.“ Was Er verspricht, das hält Er gewiss. Darum „fasst eure Seelen in Geduld!“ „Nach Freud und Leid Es kommt die Zeit, Da öffentlich erscheinet, Wie treulich Er es meinet.“ Amen. (unbekannt)
Eure Traurigkeit soll in Freude verkehrt werden.
Ihre besondere Traurigkeit war die über den Tod und die Abwesenheit ihres Herrn, und sie ward in Freude verkehret, als Er von den Toten auferstand, und sich in ihrer Mitte zeigte. Alle Schmerzen der Heiligen sollen so verwandelt werden; selbst die schlimmsten derselben, die aussehen, als müssten sie auf immer Quellen der Bitterkeit bleiben.
Also je mehr Schmerz, desto mehr Freude. Wenn wir Lasten des Schmerzes haben, wird des Herrn Macht sie in Tonnen der Freude verwandeln. Je bitterer das Leid, desto süßer der Vergnügen: wenn das Pendel weit zur Linken schwingt, wird es nachher um so weiter zur Rechten gehen. Die Erinnerung an den Kummer wird das Gefühl der Wonne noch erhöhen: wir werden die eine im Gegensatz zu dem andren stellen, und der Glanz des Diamanten wird durch die schwarze Folie hinter ihm noch klarer ins Auge fallen.
Komm, mein Herz, sei getrost! In einer kleinen Weile werde ich so fröhlich sein, wie ich jetzt trübe bin. Jesus sagt mir, dass durch eine himmlische Alchemie meine Traurigkeit in Freude verwandelt werden soll. Ich sehe nicht, wie es geschehen kann, aber ich glaube es, und ich beginne im Vorgefühl davon zu singen. Diese Niedergeschlagenheit des Geistes ist nicht auf lange, ich werde bald unter den Seligen sein, welche den Herrn Tag und Nacht loben, und da werde ich von der Gnade singen, die mich aus großer Trübsal befreit hat. (Charles Haddon Spurgeon)