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Johannes 13,34

Johannes 13,34

Andachten

Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch unter einander liebt, wie ich euch geliebt habe.
Wie hat der Herr uns denn geliebt? Er hat sein Leben für uns hingegeben; er hat uns Alles gegeben, was er hatte, uns selig zu machen. So sollen wir uns auch unter einander lieben: hingeben unsern Eigenwillen und unsere Neigungen, um Andre glücklich zu machen; hingeben unsere Zeit und Ruhe, um ihnen zu dienen; hingeben unsern Stolz und unsere Selbstsucht, um sie nicht zu kränken und zu reizen. Tun wir das nun? - Liebt euch unter einander, wie ich euch geliebt habe! Wie hat er uns denn geliebt? Mit einer Liebe, die sich allewege herunterließ zu den Geringen, zu den Unreinen und Schuldigen. Mit einer Liebe, die keine Sünde, keine Untreue erschüttern konnte. Mit einer Liebe, die glaubend und vertrauend und hoffend an den Menschen festhielt, auch wo nichts mehr zu hoffen war. Der Eine verriet ihn, der Andere verleugnete ihn, Alle verließen ihn, und dennoch liebte er sie weiter mit unveränderter Liebe. Also sollen wir uns unter einander lieben. Wenn wir böse Erfahrungen an den Menschen machen, wenn unser Vertrauen getäuscht wird, dann sind wir versucht, uns zurückzuziehen, bitter zu werden und zu denken: Alle Treue und Freundschaft ist Lüge und Schein. Aber das ist gerade das neue Gebot des Herrn, dass wir uns nicht durch Undank irre machen lassen, sondern in Christi Kraft durch unsere vergebende, duldende Liebe auch die verschlossenen Herzen überwinden. (Adolf Clemen)


Und ich sage euch nun: Ein neu Gebot gebe ich euch, dass ihr euch unter ein. ander liebt, wie ich euch geliebt habe, auf dass auch ihr einander lieb habet. Dabei wird Jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe unter einander habt.
Wie viel Elend und Herzeleid und rotgeweinte Augen und schlaflose Nächte entspringen aus dem Einen, dass Jeder herrschen und Keiner nachgeben und sich unterordnen will. Und doch haben sie einander so lieb, und pflegen einander in der Krankheit, und darben für einander, und jammern, wenn das Andere stirbt. Aber die eigene Meinung der des Andern unterordnen; schweigen und stille sein um des Friedens willen; ein gutes, freundliches Wort dem Andern schenken das kommt ihnen zu hart an. Sie zanken und streiten und verbittern einander das kurze Leben, die zwei oder drei Menschen, die da zusammenwohnen in dem engen Raume. Und Jesus hat es gesehen, und Jesus hat sie gehört, die bösen Worte. Deshalb spricht er: „Lieben Kindlein, ich bin nur noch eine kleine Weile bei euch. O so hört dies mein letztes Wort, mein Testament: Ein neu Gebot gebe ich euch, dass ihr euch unter einander liebt, wie ich euch geliebt habe.“ Nun so lasst uns mit unserm liebearmen Herzen unter das Kreuz treten; lasst nur erst seine sich in den Tod erniedrigende Liebe uns nicht bloß die Füße, sondern Hände und Haupt, Herz und Gewissen reinigen; lasst nur unter seinem Kreuze das harte Ich brechen und den alten Menschen sterben in Buße und Glauben, und aller Unfriede und Zank unter uns muss in dieser Zeit des Jahres verstummen; wir lernen in dieser Zeit dienen und niedrig sein und demütig sein; wir lernen geduldig und barmherzig sein, und tragen Einer des Andern Last, und einander zurechthelfen mit sanftmütigem Geiste, und einander vergeben und lieben, wie er uns geliebt hat.(Adolf Clemen)


Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebet, wie ich euch geliebt habe, dass auch ihr einander lieb habt.
Als Jesus zu seinen Jüngern sagte: Ich habe euch lieb gehabt, sagten sie mit ganzem Herzen: Ja, so ist es, du hast uns lieb gehabt. Wir haben aus deiner Fülle Gnade um Gnade genommen. Alles, was du sagtest, war Hilfe für uns, und was du tatest, geschah uns zugut. Du hast nicht dich in der Überlegenheit deiner Einzigkeit über uns erhoben, sondern hast zwischen dir und uns die Gemeinschaft gestiftet und uns an dem teilgegeben; was dein eigen ist. Dieses Bekenntnis hat keiner der Jünger Jesu verweigert außer dem einen, der meinte, er sei von Jesus betrogen worden, weil er zum Kreuz ging. Nun sagt ihnen Jesus, wozu er sie geliebt habe, dazu, damit sie einander lieben, und das ist sein Gebot für sie, das er ihnen jetzt gibt, weil er von ihnen scheidet. Jetzt ist es Zeit, dass sie erfahren, was er von ihnen verlangt, womit sie seinen Willen tun und ihm gehorsam sind. Er gab ihnen keine Vorschrift für ihre Lehre und keine Verfassung für die Kirche, die sie gründen, und keine Gesetzgebung, die ihnen ihr Handeln vorschriebe. Mit einem einzigen Gebot sagt er ihnen, was er von ihnen will: einander lieben! Sie, die vereint seine Boten sind und in gemeinsamem Wirken sein Wort zur Menschheit bringen, sollen einander schätzen und werthalten und jeder dem anderen zu Diensten stehen, Petrus dem Johannes und Johannes dem Petrus, Philippus dem Matthäus und Matthäus dem Philippus, und dies ist ihr Weg und sein Gebot, weil er selbst sie alle lieb gehabt hat, nicht den Petrus allein und den Johannes allein, sondern sie alle, die nun miteinander leben und miteinander arbeiten. Das ist ein neues Gebot; denn vorher gab es noch keine Apostelschar mit dem Beruf, den Christus der Welt zu zeigen. Die neue Lage schafft neue Pflicht und verlangt neue Liebe. Als er bei ihnen war, hielt er sie beieinander und war ihr Friede. Weil er nun geht, ist ihre Gemeinschaft an das gebunden, was sie selber tun. Hoch steht diese neue Pflicht über allem, was ihnen bisher geboten war. Aber dieses neue Gebot ist keine neue Last, sondern entsteht aus dem, was er ihnen getan hat, und verlangt von ihnen das Eine, dass seine Liebe in ihnen wirksam sei.
Aus Deiner Gnade entsteht Dein Gebot und darum macht es uns selig. Es wird mir zu schwer, wenn ich auf mich sehe, und süß, wenn ich auf Dich blicke. Es hat heilige Notwendigkeit, das erkenne ich wohl. Wie können wir Dein Werk treiben, wenn wir, die wir uns zu Dir halten, einander nicht lieben? Das ist das, was uns fehlt und was wir bedürfen. Erbarme Dich unser und vergib uns. Amen. (Adolf Schlatter)


Ein neu Gebot gebe ich euch, dass ihr euch unter einander liebt, wie ich euch geliebt habe.
Dem natürlichen Menschen ist Selbstsucht eigen. Sein Ich ist sein Gott, das sahen wir die letzten Tage an Petrus. In gröberer oder feinerer Weise bezieht der natürliche Mensch Alles auf sich.

Sein Ich ist das Pünktchen, um das sich die Welt drehen soll. Wir sehen unseren Fall, unsere Entfremdung von Gott gerade darin recht deutlich, dass wir von dem wesentlichsten Wesen Gottes, von der ungefärbten Liebe, so wenig in uns haben. Daher ist es auch die rechte Darstellung Jesu Christi in uns, wenn wir aufrichtig ohne Selbstsucht lieben lernen. Den Bruder sollen wir im Bruder lieben, und nicht uns in ihm. Ihn sollen wir suchen, und nicht uns in ihm. Auf das Seine sollen wir sehen, und nicht auf das, was unser ist. Das ist göttliche Art. Gott liebt nicht um seinetwillen, er bedarf unserer nicht. Für uns hat er Alles getan. Wenn wir nun so lieben lernen, steigt der Himmel auf die Erde hernieder, es wird helle. Und diese Liebe soll auch unter dem Kreuze nicht auslöschen. Das sind rechte Brunnen, die auch in dürren Jahren fortfließen. Das sind rechte Lichter, die auch im Sturme nicht auslöschen. Möge auch unsere Liebe immer heller leuchten.

Herr, wie haben doch deine Jünger dies Gebot erfüllt! In deiner Liebe sind sie ausgezogen in die Lande, haben Alles verlassen, Mühsal und Leid, Schläge und Kerker, Not und Tod erlitten, nur um deine Liebe den Brüdern zu bringen, die sie noch nicht kannten. wir könnten mit mehr Liebe zu den Brüdern so viel ausrichten, so viel Kummer mit tragen und so viel Not mit lindern helfen. Lass, treuer Herr, diese Zeit deiner Leiden, wo deine Liebe uns so wunderbar anblickt, dazu dienen, auch uns immer treuer und brüderlicher zu machen in der rechten helfenden, tragenden, duldenden Liebe. Amen. (Friedrich Ahlfeld)


Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch unter einander liebt, wie ich euch geliebt habe, auf dass auch ihr einander lieb habt. Dabei wird Jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe unter einander habt.
Das alte Gebot hieß: du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Es war ein Befehl, vor dem jeder Israelite als Sünder stehen bleiben musste, weil er nicht die Kraft hatte, das Gebot zu halten. Das neue Gebot unseres Herrn stellt noch höhere Anforderungen, wenn er sagt: liebt einander, wie ich euch geliebt habe. Wie Jesus liebte, konnte Niemand lieben im alten Bunde. Es ist aber nicht die höhere Forderung, die das Gebot des Herrn zu einem neuen Gebot macht, sondern das ist neu, dass der Gesetzgeber des neuen Bundes sein Gebot in die Herzen schreiben will durch seinen Geist, und dadurch die Kraft gibt es zu halten. Wie sollten wir lieben, wie Jesus liebte, wenn er nicht unsere Herzen füllt mit seiner Liebe? In seinem Herzen hatte nichts Anderes Raum, als Liebe, und so muss unser Anliegen sein, ihm unsere Herzen ganz zu öffnen, damit wir in Wahrheit seine Jünger seien.

Ach, wie liebebedürftig ist die Welt und wie ist aller Dienst und alles Wirken für den Herrn so kraftlos, ohne Jesu Liebe.

Wenn wir seufzen über Zerrissenheit der Kirche, über Mangel an Einheit, so ist das ein Seufzen über Mangel an Liebe. Wie muss man sich schämen, wenn man sieht, wie auch gläubige Christen sich scheuen vor einander, einander fürchten, einander richten! Wie kann die Welt glauben, wie können wir sie gewinnen, wenn wir uns an ihrem Herzen und Gewissen nicht beglaubigen durch Jesu Liebe, wie der Heiland so ausdrücklich den Vater bittet im hohenpriesterlichen Gebet! Darum Brüder, in die Stille, auf die Knie! Da wollen wir im Geiste Jesum am Kreuze anschauen und lieben lernen, wie er liebte. Wir wollen ihn bitten, dass er seine Liebe in unsere Herzen ausgieße durch seinen heiligen Geist, und sie die Macht werde für unsere Familien, für unseren täglichen Beruf, ja, dass Lieben unser Lebensberuf sei.

Herr Jesu! Ich soll lieben wie Du liebtest und als Dein Jünger dastehen in dieser liebearmen Welt. Mache mein Herz zu einem Gefäß Deiner Liebe durch Deinen Geist. Amen. (Elias Schrenk)

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nt/43/johannes_13_34.txt · Zuletzt geändert: von aj
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