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Matthäus 4,1

Matthäus 4,1

Andachten

O eine tiefe Erniedrigung, Herr Jesu, dass Du, der ewige Sohn Gottes, Dich dem Teufel überlassen hast, dass Er Dich versucht, dreimal versucht, ja gar hat anreden und Dir zumuten dürfen, vor ihm niederzufallen und ihn anzubeten! Aber das hast Du gelitten, damit Du ein treuer Hoherpriester würdest, welcher versucht wurde in Allem, damit Du mit Deinen Brüdern könntest Mitleid haben. Das hast Du getan, auf dass Du diesen starken Gewappneten überwändest und uns die Kraft erwürbest, gleichen Sieg über ihn davon zu tragen. Ich danke Dir deswegen demütig für diese Deine tiefe Erniedrigung und bitte Dich, Du wollest Deine Gnade geben, die mich vorbereite auf alle satanische Versuchungen und mit in derselben Kraft zu überwinden verliehe. Denn wie Du gleich nach Deiner Taufe den Versucher um Dich gehabt hast, so empfinden Deine Gläubigen nicht weniger von ihrer Taufe an diese teuflischen Versuchungen. Was Wunder, da wir in der heiligen Taufe dem Teufel und allen seinen Werken und allem seinem Wesen absagen, so kündigen wir ja dem ganzen höllischen Heere den Krieg an. Nun, Herr Jesu, so lasse denn meine Taufgnade in mir kräftig und wirksam sein, unter Deiner Blutfahne ritterlich wider Sünde, Teufel und Welt zu streiten und die Siegeskrone davon zu tragen. – Insbesondere erkenne ich aus Deiner Versuchung, dass es in Deinem Reiche überhaupt keine geistliche Weihe gibt ohne geistliche Proben, aber auch gottlob keine geistliche Proben ohne geistliche Waffen, und vollends keine geistlichen Waffen ohne geistlichen Sieg. Noch immer schneidet das Wort Gottes als das Schwerdt des Geistes und hat bis heute noch keine Scharte bekommen; wer’s zu führen versteht, der kann bestehen in allen Anfechtungen in der Kraft des Herrn. Vor Dir und Deinem Worte muss der Teufel noch heute weichen. Hilf mir denn recht streiten und an Dich mich halten allewege. Wie selig wird die Stunde meines Todes sein, wenn ich, von allen Versuchungen Satans befreit, Dir, dem Lamme, das ewige Triumphlied anstimmen werde! Amen.

Sei willkommen, o mein Heil;
Hosianna, Du mein Teil!
Richte Du auch eine Bahn
Dir in meinem Herzen an.

Hosianna dem Sohne Davids! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! (Friedrich Arndt)


“Da wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, auf dass Er von dem Teufel versucht würde.“

Ein heiliges Herz wird nicht von der Versuchung verschont: Jesus ward versucht. Wenn uns der Satan versucht, so fallen die Funken auf Zunder; aber bei dem Herrn Jesus wars, wie wenn die Funken aufs Wasser fielen; und doch fuhr der Feind beharrlich in seinem bösen Beginnen fort. Wenn der Teufel schon da solche Anstrengungen macht, wo es umsonst ist, wie viel mehr wird er uns zusehen, da er wohl weiß, wie leicht unsere Herzen Feuer fangen. Wenn dir vom Heiligen Geist auch ein großes Maß der Heiligung geschenkt ward, so mache dich dennoch darauf gefasst, dass dich der große Höllenhund fort und fort anbeut1). Im Umgang mit den Menschen tritt uns die Versuchung nicht unerwartet entgegen, aber auch die Einsamkeit bewahrt uns nicht vor diesem Übel. Der Herr Jesus ward aus der Gesellschaft der Menschen in die Wüste geführt, und ward vom Teufel versucht. Die Einsamkeit hat ihre Süßigkeit und ihren Segen, und kann dazu dienen, Augenlust und hoffärtiges Wesen zu dämpfen; aber der Teufel zieht uns auch in die köstlichste Stille nach. Meine nicht, dass bloß die weltlich gesinnten Menschen schreckliche Gedanken und gotteslästerliche Versuchungen zu bekämpfen haben, denn auch geistlich gesinnte Seelen leiden unter derselben Anfechtung; und mitten in der heiligsten Stimmung werden wir oft von den furchtbarsten Versuchungen gequält. Die geheiligtste Sammlung des Geistes sichert uns nicht gegen die Anfechtung des Teufels. Der Herr Jesus war durch und durch geheiligt. Es war Seine Speise und Sein Trank, zu tun den Willen Des, der Ihn gesandt hatte; und dennoch ward Er versucht! Und wenn eure Herzen von Seraphimsflammen der Liebe zu Jesu lodern, so versucht der Satan dennoch, euch zu laodicäischer Lauheit herabzustimmen. Sage mir, wann Gott einem Christen gestattet, seine geistliche Waffenrüstung abzulegen, dann will ich dir sagen, wann Satan von seiner Versuchung ablässt. Wie einst die Ritter in Kriegszeiten, so müssen auch wir uns schlafen legen in voller Waffenrüstung mit Helm und Harnisch; denn der Erzbetrüger benützt unsern ersten unbewachten Augenblick, um uns zur Beute zu erhaschen. Der Herr erhalte uns wachsam allezeit! (Charles Haddon Spurgeon)


Da ward Jesus vom Geist in die Wüste geführt, dass Er vom Teufel versucht würde.

Niemand unter uns wird vom Geist getrieben, den Versuchungen des Teufels wissentlich entgegen zu gehen, oder sich an einen Ort zu begeben, wo er weiß, dass der Teufel seiner warte: dem HErrn Jesu aber, dessen menschliche Natur bei der Taufe ausnehmend gestärkt worden war, gebührte es, einen solchen Gang im Glauben und Gehorsam zu machen. Vom Heiligen Geist, der Seine menschliche Seele in Seiner Gewalt hatte, wurde Er in die Wüste oder in eine einsame Gegend, wo Niemand wohnte, geführt. Der Geist trieb Ihn, dahin zu gehen, und stellte Seinem menschlichen Verstand die Geziemlichkeit und Notwendigkeit dieses Ganges vor. Er entzog Sich hiermit den Ehrenbezeugungen, die Er von dem Johannes, der Ihn kurz vorher getauft hatte, und von allen redlichen Israeliten, welche bei dieser wichtigen Taufhandlung gewesen waren, oder davon gehört hatten, hätte empfangen können. Der Geist führte Ihn in die Wüste, damit Er von dem Teufel versucht würde; dieses war der Zweck dieser Führung, denn der himmlische Vater wollte ein Wohlgefallen an der Treue haben, mit welcher Jesus die Versuchungen des Teufels überwinden würde. Dieses Überwinden gehörte auch in die Reihe der allervortrefflichsten Werke, mit welcher der Sohn Gottes die Schulden der Menschen bezahlen sollte. Gott sah nach der Schöpfung alles, was Er gemacht hatte, an, und siehe, es war sehr gut; als Er aber sah, dass der Teufel die Eva und den Adam überwand, musste Er ein Missfallen daran haben. Damit Er nun wieder einen vollkommenen Sieg über den Teufel mit Wohlgefallen ansehen könnte, musste Jesus von ihm versucht werden. Zugleich musste Jesus in Seiner menschlichen Natur eine Erfahrung von heftigen und gefährlichen Versuchungen bekommen, damit Er hernach in seinem Lehramt, und hernach, so lange die Welt steht, mit denen, die versucht werden, Mitleiden haben könnte. Er wurde freilich nicht von Seiner eigenen Lust gereizt und gelockt, hingegen drangen die teuflischen Versuchung in den vierzig Tagen, die Er fastend bei den Tieren zubrachte, desto schärfer auf Ihn, wiewohl der Heilige Geist für gut befunden hat, nur die drei letzten und schärfsten Anfälle aufschreiben zu lassen.

Der HErr Jesus hat den Teufel in der Wüste, und so allenthalben und allezeit überwunden, und ist bei Seinen Versuchungen heilig, unschuldig und unbefleckt geblieben. In Ihm sollen wir auch überwinden, das ist, wir sollen den Willen des Teufels nicht tun, ob er uns gleich dazu reizt und treibt. Das klare und kräftige Wort Gottes wird bei uns immer den Ausschlag zum Sieg geben, wenn wir uns fest daran halten, gleichwie sich auch Jesus in Seinem Kampf daran gehalten hat. Weil aber unsere Seelen in den Versuchungen nicht so rein bleiben, wie die Seele des HErrn Jesu, und sich bei uns oft wenigstens eine heimliche Belustigung an der Sünde, ein Hang zur Sünde, ja zuweilen gar ein Fall in die Sünde ereignet, so sollen wir mit einer herzlichen Reue und Scham Jesum ansehen, und dabei glauben, dass Er durch Seine vollkommene Treue, womit Er des Teufels Versuchungen abgetrieben hat, und mit Seiner untadelhaften Reinigkeit, die Er dabei behauptet hat, unsere Gerechtigkeit worden sei. (Magnus Friedrich Roos)


Da ward Jesus vom Geist in die Wüste geführt, dass er vom Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn.

Die Versuchung Jesu steht an der Spitze der Passionszeit. Denn seine Versuchung war für ihn ein Leiden, ein Leiden für uns. Für uns hat er mit dem Fürsten der Finsternis gekämpft, damit in der Kraft seines Sieges wir auch siegen möchten. Denn einen solchen Hohenpriester sollten wir haben, der versucht ist allenthalben wie wir, doch ohne Sünde, damit auch wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden auf die Zeit, wenn uns Hilfe not sein wird. Oder bedürfen wir seiner Hilfe etwa nicht? Können wir auf die Versuchungen, die uns getroffen, mit dem Bewusstsein zurückblicken, dass wir mit rechter Treue und rechten Waffen gekämpft; mit dem innern Zeugnis: Wir haben widerstanden bis aufs Blut, wir haben Alles wohl ausgerichtet und das Feld behalten? Wer kann das von sich sagen? Wer muss nicht mit Furcht und Zittern beten: Führe uns nicht in Versuchung? Nun gelobt sei Gott: Der Stärkere ist in die Welt gekommen und hat dem Starken den Harnisch genommen. Er hält auch über uns fortan seinen Schild, dass von ihm gedeckt auch wir am bösen Tag Widerstand tun und das Feld behalten durch seine Macht. Gelobt sei Gott, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern Herrn Jesum Christum! Jesus hat gesiegt, und in ihm siegen auch wir. Lasst uns nur dicht bei ihm stehen, und uns fest an ihn halten, dann vermögen wir Alles durch den, der uns mächtig macht, Christum. (Adolf Clemen)


Da ward Jesus vom Geist in die Wüste geführt, auf dass er von dem Teufel versucht würde.

Jesus Christus war eingetreten in das volle Bewusstsein und in den vollen Besit seiner göttlichen Herrlichkeit. Der Vater hatte ihm darüber in der Taufe das volle Zeugnis gegeben. Solche Herrlichkeit und solche lichte Freude kann kein Menschenauge sehen und kein Menschenherz verstehen. Solche Freude braucht eine Zeit der Stille, der Feier und des Preisens. So wird Jesus nach der Taufe vom Geiste in die Wüste geführt. Und als er dort war, und als ihn nach den 40 Tagen hungerte, trat der Versucher zu ihm. Mein Christ, zu dir tritt er auch gerade nach den heiligsten Stunden. Wenn nach dem seligsten Umgange mit Gott die armen Bedürfnisse des Lebens ihre Forderungen wieder an dich geltend machen, dann ist er gerade da. Es soll dann zu klein sein, sich um solche Dinge zu bemühen. Der Herr soll dann außerordentliche Wege einschlagen; und darüber schlägst du Sündenwege ein. Du Menschenkind, zu dir tritt er auch in der Wüste, sie ist eine einsame Stätte. Gehst du in die Einsamkeit, so hüte dich vor Sicherheit. Wo du hingehst, da geht der Versucher nach. Und wenn du ganz allein bist in deinem Hause, und wenn du ganz allein bist in deinem Betkämmerlein: der Versucher findet doch den Weg zu dir.

Herr Jesu Christe, du Held aus Davids Stamme, lehre unsere Herzen und Hände streiten und siegen. Der Feind steht täglich vor uns. Er greift uns auch an in der Wüste der Einsamkeit, der Not und der geistlichen Dürre. Er greift uns auch an in der grünen Aue des Reichtums, des geselligen Lebens, und mitten im Glauben und Gebet. Er geht mit bis in die Kirche und das liebe Vaterunser hinein. Er kommt bei Tage und bei Nacht. Aus uns aber vermögen wir Nichts. Wir können ihm nicht widerstehen. Daher gib du uns Demut, gib du uns Glauben, bleib in unserer Nähe und erhalte uns in deiner Nähe. Gib du uns alle Tage den Geist des Gebetes. Herr, wenn Jemand uns beschädigen will an Leben und Habe, dann schreien wir und rufen Hilfe. So lass uns doch vielmehr schreien, wenn es sich handelt um Schaden an der Seele Seligkeit. Und wenn wir schreien, rücke uns recht in dich hinein, versenke uns in dich und deinen Vater. Lass uns ja nicht in den Kampf gehen mit der eignen Kraft. Du aber gib die Waffen aus der Höhe, gib Glauben, gib das rechte Wort aus deinem Wort und lass uns das Feld behalten. Amen. (Friedrich Ahlfeld)

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hier: Dir etwas anbietet, dich versucht
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nt/40/matthaeus_4_1.txt · Zuletzt geändert: von aj
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