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Matthäus 15,25

Matthäus 15,25

Andachten

Sie kam aber und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir! Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, dass man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr; aber doch essen die Hündlein von den Brosamlein, die von ihrer Herren Tische fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: Weib, dein Glaube ist groß!\\Mat 15,25 Jesu Verhalten gegen die bittende Heidin war ein tief demütigendes. Er sagt ihr auf ihre Bitte: „Es ist nicht sein, dass man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde.“ Das klingt außerordentlich hart, so ganz im Sinne der Pharisäer geredet, welche stolz auf das Privileg, als Abrahams Nachkommen Gottes Kinder zu sein, die Heiden für unrein erachteten und Hunde schalten. Wollte Jesus das Weib prüfen, ob es ihn auch für einen hartherzigen Juden halte? Jedenfalls war dies nicht sein letztes Wort, und so hart es auch lautete, doch redete aus dem Tone, in dem er es sprach, noch mehr aus seinem freundlichen Auge die suchende Liebe, die auch einer Heidin sich zuwendet. Diese Frau, welche keine Schule besucht hat, um das Gewöhnlichste zu lernen, was unsere Kinder schon mit zehn Jahren wissen, befand sich hier in einer ganz eigentümlichen Schule bei dem größten Lehrmeister; und wie fein antwortete sie, dass auch wohlgeschulte Leute von ihr lernen können! Sie braust nicht auf, spielt nicht die Beleidigte, nein, sie geht auf die Erklärung Jesu ein und erwidert: „Ja, Herr; aber doch essen die Hündlein von den Brosamlein, die von ihrer Herren Tische fallen,“ also: von deiner unerschöpflichen Gotteskraft und Liebe wird auch ein wenig übrig bleiben für mich unwerte, unreine Heidin! Wie liebenswürdig ist diese Demut des Weibes, so tief und doch so hoch hinaufstrebend, so genügsam und verzichtend auf eigene Würdigkeit und doch so begehrlich, so schüchtern und doch so kühn, so einfach, formlos, treuherzig, frei von aller Schwulst der Rede und vielen Worten und gerade darum so ergreifend, so mächtig das Herz bewegend. Und siehe, diese Demut gewinnt den Sieg. Der Herr sagt ihr: „Weib, dein Glaube ist groß; dir geschehe, wie du willst,“ und ihre Tochter ward gesund zu derselben Stunde durch die auch in die Ferne wirkende Wundermacht Jesu. Was machte ihren Glauben so groß? Vornehmlich ihre Demut. Den Hoffärtigen widersteht Gott, aber den Demütigen gibt er Gnade. Ohne Zweifel würde es uns nicht an Mut fehlen, dem äußern Feinde entgegenzutreten, der es wagte, uns im ruhigen Besitz unserer Ehre und Güter zu stören. Habet den größeren Mut, den gefährlicheren inneren Feind zu bekämpfen, der es nicht zur fröhlicheren Heilsgewissheit kommen lässt, der dem Geiste Gottes den hartnäckigsten Widerstand entgegensetzt, den Hochmut. Der Herr verlangt, damit er uns sättigen könne mit den reichen Gütern seiner Gnaden, demütige Herzen. Alles ist unser, was der Heiland, der Gekreuzigte, erworben hat: Gottes Gnade, Herzensfriede, selige Freude, ewiges Leben, aber ringen müssen wir danach mit dem Mute des Glaubens, und die Demut gewinnt den Sieg.

Predigten

{{tag>Herr, gib uns demütige, nach deinem Heil verlangende Herzen! Amen. (unbekannt)

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nt/40/matthaeus_15_25.txt · Zuletzt geändert: von aj
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