Haggai 2,6
Andachten
So spricht der Herr Zebaoth: Es ist noch ein kleines dahin, dass ich Himmel und Erde, das Meer und Trockene bewegen werde. Ja, alle Heiden will ich bewegen. Da soll dann kommen aller Heiden Trost.
Israel trauerte, als es zurückkehrte aus Babel in das Land seiner Väter, über die geringe Herrlichkeit des Tempels, welchen es dir nur erbauen konnte. Du aber, o Herr, tröstetest darüber dein Volk, als der sich einen andern, viel herrlicheren Tempel erbauen wollte, nicht von Menschenhänden gemacht und nicht mit vergänglichem Silber und Gold verziert. Es ist noch um ein Kleines, musste der Prophet in deinem Namen weissagen, dass ich Himmel und Erde, das Meer und das Trockene, ja selbst alle Heiden bewegen will. Dieser Trost Israels ist unsere Freude und noch mehr unsere selige Aussicht in die Ferne. Kommt, haben schon viele, von deinem Odem berührte, von deinem Worte bewegte, von deinem Geiste gezogene Heidenherzen gesagt, kommt, lasst uns hinauf zum Berge des Herrn gehen und zum Hause des Gottes Jakobs. Es wird immer mehr und ist schon jetzt, dass du dir einen Tempel erbaust, von Menschenherzen als von lebendigen Steinen zusammengefügt, nachdem unser und aller Heiden Trost, dein lieber Sohn gekommen ist. Wie herrlich ist dieser Tempel, wie herrlich wird er noch werden, von dem du sagst: Ich will in ihnen wohnen und in ihnen wandeln; ich will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein. Uns selbst mit unsern Vätern hast du bereits dazu herbeigerufen, an uns und an ihnen hast du bereits deine teure Gnadenverheißung erfüllt, barmherziger Gott und Vater. Hilf uns nur mit unsern Kindern, dass an uns und an ihnen deine Gnade nicht vergeblich sei, dass wir, dass sie lebendige Steine seien an deinem Tempel und geistliche Opfer darbringen, dir angenehm durch unsern Herrn Jesum Christum. Du willst ja nicht den Tod des Sünders; du willst ja vielmehr, dass allen Menschen geholfen werde und dass alle zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Darum hast du deinen eingeborenen und geliebten Sohn in die Welt gesandt. Der ist unser und aller Menschen einiger Heiland; der ist unser und aller Heiden seligster Trost. Sind deren auch viele noch ferne von ihm, so ist ja doch eben dein guter und gnädiger Wille, dass sie herzu gerufen werden sollen, um als unter Einem Hirten Eine Herde zu werden. Wir aber bitten dich, als die wir bereits den Trost aller Heiden haben und aus Gnaden dein Volk, aus deinem Erbarmen Schafe deiner Weide geworden sind: Erhalte doch unsere Herzen bei diesem Troste. Lass dazu dein seligmachendes Evangelium unter uns und in deiner ganzen Christenheit mit Macht gepredigt werden. Lass aber auch dein Reich zu den armen Heiden kommen und führe durch die Friedensboten, die wir zu ihnen entsenden, dein Wort unter ihnen zum Siege. Rufe sie alle herbei, die noch stehen in Finsternis und in Schatten des Todes. Bewege ihre Herzen, dass sie mit uns die Knie beugen vor dem Könige aller Könige. Bewege Himmel und Erde, dass die ganze Welt seines und deines Lobes voll werde. Amen. (Carl Just)