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1. Mose 49,10

1. Mose 49,10

Andachten

Es wird das Zepter von Juda nicht entwendet werden, noch ein Meister von seinen Füßen, bis dass der Held komme; und demselben werden die Völker anhangen. Er wird sein Füllen an den Weinstock binden und seiner Eselin Sohn an den edlen Reben. Er wird sein Kleid in Wein waschen und seinen Mantel in Weinbeerblut. Seine Augen sind rötlicher denn Wein und seine Zähne weißer denn Milch.
Juda hast du erwählt aus Gnaden, barmherziger Gott und Vater, unter den zwölf Söhnen und Geschlechtern deines Knechtes Jakob. Von ihm soll kommen der Held und ausgehen der verheißene Segen über alle Völker auf Erden. Aus den Worten aber: Es wird das Zepter nicht von Juda entwendet werden, bis dass der Held komme, welchem die Völker anhangen werden, aus diesen Worten, mit denen auf seine Zukunft geweissagt wird, erkennen wir, dass dieser Held und König, stark und mächtig im Streit, dass dieser Trost und Segen der Völker, unter dem sie zum Frieden kommen und volle Genüge haben werden, dein eingeborener Sohn ist, unser lieber Herr und Heiland Jesus Christus, hochgelobt in Ewigkeit. Aus Juda ist er geboren nach dem Fleisch, als die Zeit erfüllt war; Juda hat sein Zepter und seine Meisterschaft abgegeben an ihn. Ist er doch unser königlicher Herr, unser göttlicher Meister, ein Prophet, der uns den Weg Gottes recht gelehrt und ein Hoherpriester, der uns durch sein eigenes Blut versöhnt und unserm Gott uns hat angenehm gemacht. Denn fürwahr, seine Kleider hat er in Wein gewaschen und seinen Mantel in Weinbeerblut; den Wein hat er selber getreten in der Zornkelter, in der er um unserer Sünde willen war und durch die Flut des Blutes der Besprengung, das rot und feurig von Liebe herabströmte von seinem Kreuze, hat er uns zugleich mit sich zur Reinigung von unsern Sünden hindurchgeführt. So hangen dir nun die Völker an, lieber Heiland, Herr Jesu. Du sättigst sie aus deinem freundlichen Worte wie mit Milch und leitest sie mit deinen milden Augen. Aus ihnen strahlt allen der Lichtglanz deines versöhnenden Blutes gnädig und tröstlich entgegen. Auch unsere Seelen sind trunken von den reichen Gütern deines Heils. Als deine Hausgenossen rufen wir dir Hosianna entgegen, der du zu uns kommst in deinem Wort und heiligen Sakrament. Da mögen wir dir allezeit begegnen und können dich finden. Binde nur, so bitten wir dich, unsere Herzen durch den Glauben und durch die Liebe immer unauflöslicher und fester an dich. So werden wir in dir unsern einigen Helfer haben und als solchen dich preisen in aller unserer Angst und unsern Schmerzen, bis wir einst hinan kommen zu den Auserwählten und Seligen, mit ihnen deinen Sieg feiern ewig und rufen: Es hat überwunden der Löwe, der da ist vom Geschlechte Juda! Amen. (Carl Gottlieb Just)

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