Sie befinden sich hier: Andachtsbibel » Altes Testament » 1. Buch Mose » 1. Mose 28,16
Zuletzt angesehen: 1. Mose 32,29 1. Mose 28,16

1. Mose 28,16

1. Mose 28,16

Andachten

Jakob sprach: Gewiss ist der Herr an diesem Ort, und ich wusste es nicht. Und fürchtete sich und sprach: Wie heilig ist diese Statte! Hier ist nichts anders, denn Gottes Haus, und hier ist die Pforte des Himmels.
Die erste Rede im neuen Jahre gebührt Gott dem Herrn, darum haben wir uns seiner Verheißung gefreut. Aber nun, was sprichst du, mein Herz, als Antwort zu deinem Gott? Jakob konnte des harten Steines, der einsamen Gegend, der umwohnenden Ungläubigen vergessen und sagen: „Gewiss ist der Herr an diesem Ort.“

Wer in freundlichem, frommem Familienkreise, oder sonst in brüderlicher Gemeinschaft gläubiger Seelen ins neue Jahr getreten, wessen Herz durch die gemeinsamen Gesänge und Gebete nach oben gerichtet worden ist, dass er himmlische Luft atmen konnte, dem wirds nicht schwer zu sagen: „Gewiss ist der Herr an diesem Ort,“ und das ist herrlich; aber wenn unser Gefühl seine Nähe verbürgen soll, so kann man recht irre gehen.

Wie aber, wenn einer, einsam mit seinem Glauben, vielleicht von Gleichgültigen oder feindselig Gesinnten umgeben, schon schwer geseufzt hat unter der Menge von Eitelkeit und Sinnengenuss, die diese ersten Tage brachten? Wie, wenn ein Herz sich kalt, wie der Stein unter Jakobs Häupten, vorkommt? Wie, wenn Erinnerung an Früheres, an Heuchelei, List, Ungehorsam, Lieblosigkeit mit ins neue Jahr gekommen ist? Ist denn auch da der Herr gewiss an diesem Ort?

Welcher Herr heiligt den Ort? Der, welcher Jesus heißt, der sein Volk selig macht von ihren Sünden! Heilig ist das neue Jahr, weil sein Kreuz darinnen aufgerichtet ist, und dieser Herr vermag den Gang des Fremdlings auch unter weltlich Gesinnten zu begleiten und zu stärken. Sein Kreuz erweckt in jedem Einsamen oder Geängsteten die kindliche Gottesfurcht, dass er sprechen kann: „Wie heilig ist diese Stätte!“ Wo Gott Vergebung schenkt, wo er Licht ins Dunkel leuchten lässt, wo er Seelen über ihrem Weltsinne straft, da ist nichts anders, denn Gottes Haus. Und weil er dies alles aufs neue tun will und tun wird, so ist dieses Jahr eine Pforte des Himmels.

Himmlischer Herr, offenbare die Kraft deines Blutes zur Vergebung! Rette Seelen aus der Verstrickung heute und alle Tage, damit überall dein Haus zu schauen sei und der Himmel geöffnet bleibe zur Mitteilung deiner Gaben und zur Aufnahme der Geretteten! Amen. (Rudolf Wenger)

Predigten

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie dem Speichern von Cookies auf Ihrem Computer zu. Außerdem bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzbestimmungen gelesen und verstanden haben. Wenn Sie nicht einverstanden sind, verlassen Sie die Website.Weitere Information
at/01/1._mose_28_16.txt · Zuletzt geändert:
Public Domain Falls nicht anders bezeichnet, ist der Inhalt dieses Wikis unter der folgenden Lizenz veröffentlicht: Public Domain