Römer 10,14
Andachten
Wie sollen sie aber anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger? Wie sollen sie aber predigen, wo sie nicht gesandt werden?
Der Weg, welchen die in ihren Sünden verlorene Heidenwelt zu ihrer Errettung und Seligkeit zu gehen hat, ist der Weg des Glaubens an unseren Herrn Jesum Christum. Denn es ist in keinem andern Heil, ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, darinnen wir sollen selig werden. Wer den Namen des Herrn wird anrufen, soll selig werden. (Röm. 10, 13.) Aber aus sich selbst kommen sie nicht zum Glauben und Anrufen Christi, sie wissen ja fürs erste gar nichts von Christo; ihre Religionsbücher und Götzenlehren enthalten alles andere, nur nicht ein Wort vom lebendigen Gott, geschweige denn von seinem lieben Sohn. Darum müssen sie die Predigt von Jesu Christo hören, es muss den Heiden gesagt werden, wer dieser Herr Christus ist und was er für alle Welt, auch für die ärmsten und verkommensten Heiden getan hat, dass sie daraus ein Herz zu ihm fassen und im Glauben sich diesem Heiland und Arzt in die Hände geben, dass er sie von der Todeswunde heile und rette, die sie im Herzen tragen. Denn der Glaube kommt aus der Predigt. Die Predigt ist die Säemannsarbeit, durch welche der lebendige und kräftige Same des göttlichen Worts in die Herzen ausgestreut wird, um den Glauben zu wecken. Wie sollen sie aber predigen, wo sie nicht gesandt werden? so fragt St. Paulus wie im Ton des Vorwurfs. Zu den Heiden müssen Prediger ausgesandt werden und zwar von der christlichen Gemeinde. Sie hat dafür zu sorgen durch Gebet und Gabe, dass die Heidenwelt durch die Predigt des Evangeliums zum Glauben an Christum und zur Seligkeit komme. Da legt St. Paulus auch uns allen die Pflicht der Mission aufs Herz und Gewissen, eine Pflicht, welcher wir uns nicht entziehen dürfen, eine Pflicht, an deren Erfüllung wir uns machen müssen, wenn wir sie bisher vernachlässigt haben. Was wäre aus uns geworden, wenn nicht zu uns die Prediger des Evangeliums von Christo, die Friedensboten wären gesandt worden? Unsere Väter waren ja auch nichts anderes, als die Heiden, deren sich heute die Christenheit im Werke der Mission erbarmt. Darum reize und treibe uns schon die Dankbarkeit für die geistlichen Güter, mit welchen, wir gesegnet sind, zur Teilnahme an dem Gotteswerk der Heidenmission. (unbekannt)