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Lukas 6,20

Lukas 6,20

Andachten

Und er hob seine Augen auf über seine Jünger und sprach: Selig seid ihr Armen; denn das Reich Gottes ist euer. Selig seid ihr, die ihr hier hungert; denn ihr sollt satt werden. Selig seid ihr, die ihr hier weint; denn ihr werdet lachen. Selig seid ihr, so euch die Menschen hassen und euch absondern und schelten euch und verwerfen euren Namen als einen boshaftigen um des Menschen Sohnes willen. Freut euch alsdann und hüpft; denn siehe, euer Lohn ist groß im Himmel.
Herr und Gott, liebreicher Vater, wunderbar in deinem Rat und doch gnädig in allem deinem Tun. Also hat dein lieber Sohn seine Jünger getröstet, also tröstet er seine treuen Bekenner und Nachfolger noch heute. Es können ja dieselben nicht ohne viel Anfechtung und mancherlei schwere Trübsal bleiben in dieser Welt. Denn gleich wie er war, also sind auch wir in dieser Welt. Werden wir nicht von der Welt gehasst und gescholten um seines Namens willen, so erhebt sich der Widersacher in unserm eigenen Herzen und macht durch schweren Kampf es uns sauer, ihm die schuldige Treue zu halten. Doch lässt du uns nicht ohne Trost. Dein Reich ist unser und das ist ja aller Armen bester Schatz. Deine Gnade gibt sich uns zu schmecken und zu erfahren und das ist aller Hungernden seligste Sättigung. Als in der Ferne zeigst du uns die Krone des Lebens und die ist aller, die ausharren mit Geduld, herrlichster Schmuck, ihr großer Lohn im Himmel, der ihr Weinen hier in der Zeit in Lachen verwandeln wird dort in der Ewigkeit. In allem also durchweg nach der Trauer die Freude, nach der Angst die Erquickung. Den Menschenkindern will solches nicht gefallen, die wollens grade umgekehrt und halten es, wie der Speisemeister sagte auf der Hochzeit zu Kana: Jedermann gibt zum ersten guten Wein und wenn sie trunken geworden sind, alsdann den geringeren. Bei dir aber ist es anders, Herr Gott, himmlischer Vater, und dein Tun ist das gerade Widerspiel von der Menschen Tun. Die armen verkehrten Weltkinder heucheln erst Freundschaft und betrüben sich dann unter einander. Sie wählen erst das, was ihren Gelüsten wohlgefällt und haben zuletzt Verderben und Tod davon. Du aber demütigst zuerst, und machst dann groß; du betrübst zuvor, und erfreuest darauf. Denn sterben wir mit, so werden wir mit leben; dulden wir mit, so werden wir mit herrschen. Das ist das unabänderliche Reichsgesetz in deinem Reiche und nach diesem führst du uns aus der Finsternis zum Licht und durch Kampf zum Sieg. Wir können nicht als durch viel Trübsal eingehen ins ewige Leben. Dich, o Herr, der du wohl hättest mögen Freude haben, doch aber das Kreuz erduldet hast, haben wir darin zum Vorläufer und Vorkämpfer. Dir wollen wir denn geduldig folgen und, wie du es forderst von den Deinen, das Kreuz dir willig nachtragen. Wir wollen nicht begehren, hier zu lachen, damit nicht unser Lachen sich verkehre in Weinen; wir wollen lieber hier weinen und dann dort der Freude uns freuen, die niemand uns nehmen soll. Stärke uns nur das Herz dazu mit Mut und Freudigkeit, heute und alle Tage, lieber Heiland, Herr Jesu. Amen. (Carl Just)

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