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Psalm 86,11

Psalm 86,11

Andachten

Weise mir, Herr, deinen Weg, dass ich wandele in deiner Wahrheit; erhalte mein Herz bei dem einigen, dass ich deinen Namen fürchte.
O dass wir stündlich vor dem Herrn wandelten im Lichte seiner Augen, o dass wir immer vor ihm stünden mit dem neuen Sinn, dem Opfersinn: „Ich will nur dein und keines anderen sein, mein Reden, Tun und Dichten nach deinem Willen richten und keinen Finger breit weichen von dem Wege deiner Gebote!“ dass wir mit verschärftem lauterem Einfaltsauge immerdar fragen und prüfen möchten, welches da sei der gute und wohlgefällige, der vollkommene Gotteswille, auf dass wir nicht in die Gefahr der krummen Wege kommen, denn die ist augenblicklich da, sobald das Auge nicht nach dem Lichte der Augen Gottes sieht. Wir haben Ziele zu erreichen, wollen aus Verlegenheiten herauskommen, da gilt's Mittel und Wege zu ersinnen und ist die Angelegenheit auch noch so gering, sobald bei der Überlegung nur die eigene Klugheit und nicht die göttliche Einfalt zu Rate sitzt, alsbald kommt's zu krummen Wegen. Der gerade Weg der Wahrheit, des Rechtes und Gewissens und der Weg des gläubigen Vertrauens auf den Herrn scheint ungenügend, wir meinen auf ihm nicht durchzukommen, es muss etwas anderes versucht werden, so ein wenig um die Ecke, so ein wenig um die Wahrheit, so ein wenig um das Recht herum und um die Stimme des Gewissens und um das Wort des heiligen Gesetzes, ein wenig und noch ein wenig, und der krumme Weg ist eingeschlagen, und dabei ist ja auch alles auf das Klügste erklügelt, nur das Allerklügste ist vergessen, dafür zu sorgen, dass man seinen treuen Gott, der doch allewege tun kann, was er will mit uns, der uns im Nu, wenn's ihm gefällt, niederwerfen kann oder erheben, nicht wider sich sondern für sich habe auf seinem Wege. Ach, und so tun Menschen, die ihren Herrn schon lange kennen und seine mächtige Hilfe oft gesehen haben!

O wenn wir aber dann nur wenigstens empfänglich wären für die Züchtigung des Herrn, die in der Beschämung liegt, wenn Kinder in Christo, oder Menschen, die den Herrn Jesus nicht kennen, mitten aus dem Philisterlande dieser Welt es uns sagen müssen: „Du hast nicht gehandelt, wie man handeln soll,“ auch nach dem, was die tote Welt fordert an Pflicht und Recht. Also, meine Seele, das muss dir, der vielgeliebten, vielbegnadigten, ein Mensch sagen, der Jesum nicht kennt; von deinem Herrn hast du dir's nicht sagen lassen, was du ihm für Schande und den Menschen für Ärgernis gemacht. Und dass der Herr nichts sagt und sich nicht beklagt, das lass dich beugen, und dann flehe, weine, dass das Ärgernis, das du angerichtet, wieder gut gemacht werde.

Andere züchtigt der Herr anders: Er lässt sie auf dem krummen Wege aus zuvor kleiner Verlegenheit in recht große, in eine tiefe Verwickelung kommen, wo es nun wirklich keinen geraden und glatten Ausweg mehr gibt, und dann müssen sie's hören: „In dieses Gewirr hast du dich selber geführt“.

Andere züchtigt der Herr wieder anders: Er lässt ihnen die krummen. Wege gelingen einmal übers andere. Es glücken alle ihre listigen Anschläge ihnen zur Strafe, denn sie geraten immer tiefer in die Gewohnheit der krummen Wege, in die Umstrickung der Unwahrheit. Willst du hiervon ein Beispiel sehen, so sieh auf Judas! Ach Herr, hilf, dass wir nicht zu denen gehören, bei denen du es aufgegeben hast, sie zu züchtigen zur Buße, die du nur noch züchtigest zum Gericht. Und weiter bitten wir: Hilf, dass wir deine Züchtigung zur Beschämung verstehen und tief empfinden! Und weiter bitten wir: Hilf, dass wir mit rechtem Ernst lernen alle krummen Wege hassen, und vorsichtig wandeln auf dem geraden Wege deiner Gebote, im Licht der Einfalt, die nur nach deinem lichten Auge sieht! Amen. (Theobald Wunderling)


Weise mir, Herr, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit; erhalte mein Herz bei dem Einigen, dass ich deinen Namen fürchte.
Die Gottseligkeit kann man doch nicht besser beschreiben als durch einen Wandel auf dem Wege, den der Herr selber gewiesen hat. Sie ist ein Weg Gottes. Was könnte schöner und heiliger sein? Sie ist ein Weg, den Gott selber vorschreibt, was könnte sicherer und gewisser sein? Sie ist ein Weg, der durch lauter Wahrheiten hindurchgeht; was könnte beständiger sein? Sie ist ein Weg, der gerade zu Gott führt; was könnte seliger sein? Ach Herr! so weise mich diesen deinen Weg. Aber bringe und neige auch mein Herz auf dies Einige, dass ich deinen Namen fürchte, und erhalte mich dabei. Diese Bitte müssen wir uns angelegen sein lassen, denn unser Herz ist von Natur ein zerstreutes, in unzählige Dinge zerteiltes Herz; ein Herz, das in unruhigen Begierden herumschweifet, bald auf dieses, bald auf jenes fällt, aber eben damit in Unruhe, Sorge und Furcht hineingerät und niemals zur wahren Ruhe und Zufriedenheit gelangen kann. darum ist es nötig zu beten, dass Gott, der allein Gute und Selige, unser Herz aus allen dürren Stätten, wo es vergebliche Ruhe sucht, zurückbringe und in ihm, dem höchsten Gute, sammle und in diesem Einigen erhalte. (C. Rieger.)


Weise mir, Herr, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit; erhalte mein Herz bei dem Einigen, dass ich deinen Namen fürchte.
Unterweise mich, Herr, jederzeit; lass mich in deine Schule gehen. Weise mir den Weg, den deine Gnade und Weisheit zu meinem Heil bereitet hat. Siehe, ich entsage allem Eigenwillen und möchte nur deinen heiligen, gnädigen Willen kennen lernen. Lass mich nicht meinen Weg gehen, sondern weise mir deinen Weg, dann will ich in deiner Wahrheit wandeln; ich will üben, was ich gelernt habe; ich will die Wahrheit nicht nur im Kopfe haben, sondern sie soll mir eine Sache des täglichen Lebens sein. Ein rechter Diener Gottes richtet seinen Wandel nach dem Willen Gottes; darum wandelt er niemals in der Lüge, denn Gottes Weg ist immer Wahrheit. Die Vorsehung hat uns einen Weg bereitet und wenn wir weise sind, bleiben wir darauf; es ist der Weg der Gottesfurcht und wir bitten Gott: „Erhalte mein Herz bei dem Einigen, dass ich deinen Namen fürchte.“ Wir sind so geneigt, Herz und Geist mit vielerlei Dingen zu beschäftigen; unsre Kraft verteilt sich in Hunderte von Bächlein, von denen keines viel nütz ist. Unseres Herzens Wunsch sollte sein, dass sich all unsre Kräfte in einem Strome sammelten und auf den Herrn zuströmten. Ein Mensch mit geteiltem Herzen ist schwach; der starke Mann ist der, der ein Ziel hat. Die Furcht Gottes ist der Weisheit Anfang; aber auch wachsen und reifen kann die Weisheit nur in der Furcht Gottes, darum soll die Gottesfurcht unser Herz ganz und ungeteilt besitzen. (Charles Haddon Spurgeon)

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