Psalm 28,4
Andachten
Gib ihnen nach ihrer Tat, und nach ihrem bösen Wesen; gib ihnen nach den Werken ihrer Hände; vergilt ihnen, was sie verdient haben.
Hier beschreibet der Psalm die Strafe der Gottlosen, Übeltäter und Falschen. Das ist ja nicht unrecht, dass einer seinen Lohn empfängt nach seiner Arbeit. Was kann man nun mit bösen Werken und falschen Tücken anders verdienen, denn bösen Lohn? Es ist ein wunderbar Ding um die Gerichte und Gerechtigkeit Gottes, dass Gott alle Dinge richtet und straft nach dem Herzen des Menschen, und dass einem Menschen eben das muss widerfahren, was er im Herzen hat; hat er Böses im Herzen, so wird es ihm widerfahren; hat er Gutes darinnen, so wird es ihm auch widerfahren. Der Gerechte wird essen von den Früchten seiner Werke. Das hat nun diese Ursache: Weil Gott das Gute in dem Menschen wirkt, so ist Gott selber und alles Gute sein Lohn, so belohnet Gott Seine Werkzeuge; wirkt aber der Satan, die alte Schlange, in einem Menschen falsche Tücke, List und Bosheit, so kann es nicht anders sein, der Satan und alles Böse muss sein Lohn sein. Solches sollen wir wohl beherzigen, und dem Satan nicht unser Herz einräumen, seinen Neid und List darinnen zu üben, auf dass wir nicht ebendenselben Lohn empfangen.
Wache, dass dich Satans List nicht im Schlaf antreffe, weil er sonst behende ist. dass er dich beäffe; und Gott gibt die Er liebt, oft in Seine Strafen, wenn sie sicher schlafen. (Johann Arnd)