Josua 7,13
Andachten
Es ist ein Bann unter dir, Israel!
Welche Folgen hat es, wenn ein Begnadigter seine Sünde entschuldigt und darüber nicht ernstlich Buße tut? - Des Gefallenen Herz wird finster, mürrisch, hart. Der Umgang mit ihm wird erschwert, da Bitterkeit, Verstimmung und Gereiztheit seine Seele quälen. Er weiß es wohl, dass ein Unrecht auf ihm ruht, darum wühlt ein Gift in seinen Gebeinen. Nicht selten schafft dieser Unmut Krankheiten. O, wie wehe tut den Angehörigen, wenn sie Christen sind, diese Herzenshärtigkeit, diese Verstimmung, dieses gereizte Wesen! - Im eigenen Herzen ist Streit und Krieg, der Unglückliche ist zerfallen mit sich selbst, immer und immer wieder straft ihn sein Gewissen. Es ist schrecklich, einen solchen Stachel herumtragen zu müssen! Wenn eine Sünde auf dir ruht, kannst du keinen Frieden erlangen, denn Gott ist wider dich! - Es folgen nun Sündenfälle auf Sündenfälle. Der Satan möchte dein Verderben, deinen Untergang beschleunigen, er reizt dich zu weiteren Sünden, und da du dich unglücklich fühlst, so bist du wie eine offene Landstraße, immer neuen Angriffen ausgesetzt. Schwere Sündenfälle sind sehr oft daraus entstanden, dass kleinere Vergehungen nicht bereut worden sind. Auf dem Gewissen lastende Sünden sind wie ein Feuer, das im Innern des Hauses immer weiter um sich greift. - Tag und Nacht liegt Gottes Hand schwer auf dir; Er kann nicht freundlich gegen dich sein, solange du halsstarrig bist. Willst du dein Vergehen nicht bereuen? Stehe eilends auf! Tue Buße, ehe der Tod dich plötzlich hinwegrafft. Jesus ist zu vergeben bereit, o komme zu ihm! Denn „Gott widerstehet den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt Er Gnade.“ (Markus Hauser)
Also sagt der Herr, der Gott Israels: Es ist ein Bann unter dir, Israel; darum kannst du nicht stehen vor deinen Feinden, bis dass ihr den Bann von euch tut.
Es gibt manches Haus und Leben, in dem es an Nichts fehlt, in dem auch Gottes Wort eine Stätte hat, und in dem doch kein Frieden und kein Segen wohnt. Was ist die Ursache? Es ist ein Bann unter dir, Israel. So lange die geheime Übertretung des einen Mannes in Israel nicht bekannt und gesühnt war, so lange war Gottes Schutz und Sieg von dem ganzen Volke gewichen. Und so lange in deiner Mitte das verborgene Unrecht nicht gutgemacht ist, so lange kann dein Leben nicht zur Ruhe kommen. Beruhige dein Gewissen nicht mit dem Namen des Herrn, zu dem du dich hältst, und mit seiner Gnade. Das war die erste Wirkung der Gnade Jesu dort bei Zachäus: So ich Jemand betrogen habe, gebe ich es vierfältig wieder. - Willst du Frieden, willst du Segen über deiner Hütte, über deinen Kindern, tue den Bann weg aus deiner Mitte: hier ist's unrechtes Gut, eine Veruntreuung irgendwelcher Art; dort ist's eine hässliche Gewohnheit, dort ein schlechter Umgang, dort Unversöhnlichkeit gegen den und den Feind. Mache feinen Vorbehalt gegenüber dem Ernst göttlicher Gebote. Verschließe nicht länger dies und jenes Gebiet deines inneren Lebens dem Blicke des heiligen Gottes. Sprich nicht länger: Alles, nur dies Eine nicht! Grade dies Eine ist genug, um Alles zu vergiften, und dich auf ewig auszuschließen vom Heil. Grade dies Eine, was dich scheidet von Gott, grade das sollst du opfern. Grade hier beweise die Wahrheit deines Christentums, dass du wies der gut machst, wieder erstattest, was du kannst; dass du den Bann hinwegtust, der den Frieden von deiner Seele, und den Segen von deinem Leben verscheucht. (Adolf Clemen)