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Judas 1,20

Judas 1,20

Andachten

Ihr aber, meine Lieben, erbaut euch auf euren allerheiligsten Glauben durch den heiligen Geist, und betet und behaltet euch in der Liebe Gottes, und wartet auf die Barmherzigkeit unseres HErrn JEsu Christi zum ewigen Leben!
(Juda 20-21.)

Siehe, da hat der Apostel uns das Bild der Gemeinde gezeichnet, wie sie fortschreitet und heranreift dem Ziel ihrer Berufung entgegen; Zug für Zug ein Gegenbild zu dem Bilde der wachsenden Ungerechtigkeit und Bosheit. Dort der Quell der Sündenlust, hier der Brunnen der Gottesgnade; dort das Wachstum im Dienst der Sünde, hier das Erstarken im Gehorsam des Glaubens; dort Murren und Lästerung wider Gott, hier der Lobpreis dankbarer Liebe; dort ein schreckliches Warten des Gerichts, hier ein freudiges Hoffen auf Gottes Barmherzigkeit. Und die Warnung im Hinblick auf den Weg der Sünde und die Mahnung im Hinweis auf den Weg des Heils, sie fasst sich zusammen in den Ruf des HErrn: „Wachet und betet, wacht, dass ihr nicht in Versuchung fallt, betet, dass ihr in der Anfechtung besteht!“ Und was der HErr in diesen Worten sagt, das tut wahrlich uns allen not. Denn wessen Herz ist so rein, dass in ihm die böse Lust keinen Raum fände, und wessen Glaube ist so fest, dass er nicht der tieferen Begründung bedürfte? Darum, auf dass wir bewahrt werden vor Verleugnung und Abfall, und bestehen mögen vor der Zukunft des HErrn, so lasst uns tun nach Seinem Wort und treulich im Wachen und Beten beharren! Der HErr aber bekenne Sich aus Gnaden zu uns und helfe uns nach Seiner Barmherzigkeit, abzutreten von der Ungerechtigkeit, dass wir Seinem Gericht entgehen, und uns zu erhalten in Seinem Bund, dass wir unsere Seelen behalten zum ewigen Leben! Amen. (P. Hörschelmann.)


Achtet auf das große Kennzeichen des echten Gebets: „Durch den Heiligen Geist.“ Die Saat der Andacht, die Gott angenehm ist, muss aus dem Vorratshause des Himmels stammen. Nur das Gebet, das von Gott kommt, steigt wieder zu Gott empor. Das Verlangen, das Er in eure Herzen schreibt, bewegt sein Herz und bringt einen Segen auf euch hernieder, aber des Fleisches Wünsche und Begehren haben keine Macht über Ihn.

Durch den Heiligen Geist beten, heißt inbrünstig beten. Kalte Gebete begehren vom Herrn nicht, dass Er sie höre. Wer nicht inbrünstig betet, betet gar nicht. Du kannst ebenso gut von einem lauen Feuer reden, als von einem lauen Gebet; es ist unerlässlich, dass es glühend heiß ist. Das Gebet durch den Heiligen Geist ist anhaltend. Der wahre Beter gewinnt im Beten Kräfte und wird inbrünstiger, wenn Gott mit seiner Erhörung verzieht. Je länger die Tür verschlossen bleibt, umso heftiger setzt er den Türklopfer in Bewegung, und je länger der Engel im Ringkampfe anhält, umso fester wird sein Entschluss, Ihn nicht zu lassen, Er segne ihn denn. Köstlich ist in Gottes Augen ein tränenvolles, ringendes, unüberwindliches Anhalten im Gebet. Das Gebet muss demütig sein, denn der Heilige Geist ist allem Stolze abhold. Es ist sein Amt, uns unsrer Sünde zu überführen, und also uns zu beugen in Reue und Herzenszerknirschung. Wir werden nie singen: Ehre sei Gott in der Höhe, wenn wir nicht vorher zu Gott flehen: Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu Dir. Aus der Tiefe müssen wir schreien, sonst gelangen wir nie zur Herrlichkeit in der Höhe. Das Gebet muss von Liebe durchdrungen sein. Die Liebe ist des Gebets süßer Geruch: die Liebe zu unsern Miterlösten und die Liebe zu Christo. Das Gebet muss voll Glaubens sein. Ein Mensch empfängt nur so viel, als er glaubt. Der Heilige Geist ist der Anfänger des Glaubens und stärkt uns so, dass wir im Glauben an Gottes Verheißung leben. Ach, dass doch alle diese seligen Eigenschaften der göttlichen Gnade als eine unschätzbare und liebliche Würze des Gebets bei uns überwiegen möchten, weil der Heilige Geist in unsern Herzen wohnt! O du hochgelobter Tröster, wirke nach Deiner mächtigen Kraft in uns, und hilf unsrer Schwachheit im Gebet auf! (Charles Haddon Spurgeon)

Predigten

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nt/65/judas_1_20.txt · Zuletzt geändert: von aj
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