Offenbarung 7,9
Andachten
'Danach sah ich, und siehe, eine große Schar, welche Niemand zählen konnte, aus allen Heiden und Völkern und Sprachen, vor dem Stuhl stehend und vor dem Lamm, angetan mit weißen Kleidern und Palmen in ihren Händen, schrien mit großer Stimme und sprachen: Heil sei dem, der auf dem Stuhl sitzt, unsrem Gott und dem Lamme.
Luk. 13, 23 legt einer dem Herrn Jesu die Frage vor: Meinst du, dass wenige selig werden? Und weil ein Ausspruch hierin großem Missbrauch unterworfen sein könnte, so hat es der Herr Jesus nicht durch eine bestimmte Antwort entschieden, sondern jeden auf das Ringen danach gewiesen. Auch sonst hat er sich vernehmen lassen, die Pforte sei eng, der Weg schmal, der zum Leben führt, und derer seien wenige, die ihn finden. Hier hört man aber doch von einer Schar, die niemand zählen kann, solcher, die zum Heil gelangten. Da gibt eins dem andern das rechte Licht und die völlige Brauchbarkeit. Gegen die Menge derer, die zu jeder Zeit auf dem breiten Wege, der zur Verdammnis führt, dahin fahren, mag derer wirklich wenig sein, die den Weg des Lebens finden, und das soll zum Ringen und Überwinden seiner Hindernisse antreiben. Wer also zum Heil gelangen will, hat sich jederzeit von der Menge der Bösen abzusondern und zu dem kleinen Häuflein sich herunterzuhalten. Deswegen wird aber Gott sein bereitetes Reich nicht leer stehen lassen, sondern es wird mit großen Scharen besetzt sein. Auch dies soll uns antreiben, unsers Heiles wahrzunehmen. Darum auf, mein Geist, ermüde nicht, dich durch die Macht der Finsternis zu reißen! Die Überwinder in weißen Kleidern legen aber ihr Heil vor dem Throne Gottes und des Lammes nieder und bekennen, dass sie sich die Seligkeit nicht selber verschafft, sondern das Heil allein Gottes und des Lammes Macht und Gnade zu verdanken haben. (C. H. Rieger.)
Danach sah ich, und siehe, eine große Schar, welche Niemand zählen konnte, aus allen Heiden, und Völkern, und Sprachen, vor dem Stuhl stehend, und vor dem Lamm, angetan mit weißen Kleidern, und Palmen in ihren Händen, schrien mit großer Stimme und sprachen: Heil sei Dem, der auf dem Stuhl sitzt, unserem GOtt, und dem Lamm! Und alle Engel standen um den Stuhl, und um die Ältesten, und um die vier Tiere, und fielen vor dem Stuhl auf ihr Angesicht, und beteten GOtt an; und sprachen: Amen, Lob und Ehre, und Weisheit, und Dank, und Preis, und Kraft, und Stärke sei unserem GOtt, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Und es antwortete der Ältesten einer, und sprach zu mir: Wer sind diese mit weißen Kleidern angetan? Und woher sind sie gekommen? Und ich sprach zu ihm: Herr, Du weißt es. Und er sprach zu mir: Diese sind es, die gekommen sind aus großer Trübsal, und haben ihre Kleider gewaschen, und haben ihre Kleider helle gemacht im Blut des Lammes. Darum sind sie vor dem Stuhl GOttes, und dienen Ihm Tag und Nacht in Seinem Tempel. Und Der auf dem Stuhl sitzt, wird über ihnen wohnen. Sie wird nicht mehr hungern noch dürsten; es wird auch nicht auf sie fallen die Sonne, oder irgendeine Hitze. Denn das Lamm mitten im Stuhl wird sie weiden, und leiten zu den lebendigen Wasserbrunnen; und GOtt wird abwischen alle Tränen von ihren Augen.
Die Schar der Triumphierenden sieht der Apostel hier vor dem Throne GOttes. Aus allen Nationen sind sie gekommen, aus allen Zeiten; weiße Kleider, als Schmuck der Himmelsbewohner, zieren sie, und Palmen, als Zeichen des Triumphes, schwingen sie und jubeln zugleich das große Jubellied. Ein Lied löst das andere ab, denn jetzt ist die Hochzeit des Lammes, jetzt ist die Zeit des großen Amens, welches GOtt spricht zu der Menschen Tun und Leben. Es ist wunderbar, wie die Heilige Schrift uns in einer Mannigfaltigkeit das Leben der Seligen vor Augen führt, so dass anfangs das Auge fast geblendet ist, und der Oberflächliche gar Widersprüche zu entdecken glaubt. Bald heißt es: Sie ruhen aus von ihrer Arbeit, und es wird ihr Leben als ein seliger Friede uns vor Augen gemalt, bald wiederum werden sie uns dargestellt als von überströmender Seligkeit beglückt, so dass ihr ganzes Leben voll Bewegung ist, und ihr Mund überströmt von köstlichen Liedern. Bald wieder sehen wir sie vor dem Stuhle GOttes und bald wieder ferne von Ihm im Paradiese, bald in Jerusalem und bald in Seiner köstlichen Umgebung. Sind dies Widersprüche? o gewiss nicht! Das Leben der Seligen ist voller Abwechslung; was hier Gegensätze sind, sind es dort nicht; da ist Alles in schönster Harmonie bei einander. Da stimmen die Werktage mit den Sabbaten, die Ruhe mit der Arbeit. So sehen wir das Leben der Seligen als ein vollkommenes Leben, als ein Leben voll Frieden und Freude. Daher schildert uns ja auch der HEiland dies Leben als eine Hochzeit.
Und doch, eine Umwandlung muss mit Allen vorgehen. Jeder hat ja seinen Leib, denn der Apostel sagt, dass wir einen Leib finden von GOtt zubereitet. Dieser verklärte Leib ist allein würdig, GOtt zu schauen, und dieser Leib kann auch die Gaben benutzen, welche auf Erden für den Himmel zubereitet sind, denn ihre Werke folgen ihnen nach!“ Sorge also dafür, dass du Werke hast, die dich begleiten, wenn du Alles zurücklässt, und frage dich, ob du im abgelaufenen Kirchenjahre solche Werke vollbracht hast.
Sie dienen Ihm Tag und Nacht, kein Hunger und kein Durst, keine Sonne und keine Hitze wird sie belästigen. Das ist eine Seite des Lebens der Ewigkeit, die andere ist: „GOtt wird abwischen alle Tränen von ihren Augen.“ Das versichert die Offenbarung wiederholt. Wie eine Mutter ihr Kind in die Arme nimmt und ihm abwischt die Tränen, so will GOtt auch abwischen von der Seinen Wangen die Spuren aller Trübsal. Vor Seiner Hand werden verschwinden die Gedanken an alles Weh. Der HErr JEsus aber wird die Seligen leiten zu den lebendigen Wasserbrunnen. Also der HErr Selbst nimmt Sich der Seinen an und zeigt ihnen die Stätten besonderer Erquickung und gibt ihnen das Brot des Lebens. Was also kein Besitz der Erde garantiert, bietet allein die Seligkeit. Wie große Toren sind daher Menschen, welche sich abmühen um irdischen Besitz und nicht trachten nach ewigem Besitze, nach einem Platz im Himmel!
Woher sind sie gekommen? Aus großer Trübsal! ist die Antwort. Sie haben ihre Kleider gewaschen und ihre Kleider helle gemacht. Also zu solcher Ehre kommen Diejenigen nur, welche ihren HErrn und HEiland treu und mutig bekennen, sich selbst vor dem Tode nicht scheuen. Alle Trübsal hat ihren Segen, aber den größten Segen hat die Trübsal, welche wir um JEsu willen erdulden. Wer diese nicht will, soll sich auch nicht einbilden, dass er ein Christ ist. Aber auch alle Trübsal hat solchen Segen, z. B. Krankheit, Altersgebrechen usw. Sie treibt uns in JEsu Arme und öffnet uns die Augen, alles Eitle zu erkennen. Das ist der Segen der Trübsal; darum kann uns der HErr sie nicht ersparen, denn sie hilft uns unser Fleisch und Blut überwinden. Sie erinnert uns, dass wir nicht wie die törichten Jungfrauen dann erst Öl auf die Lampen gießen wollen, wenn die Lampen gebraucht werden.
Sie haben ihre Kleider gewaschen. Die Kleider sind der Wandel, die Lebensgewohnheiten der Christen; die sind von Sünden und aller Unreinigkeit gewaschen. Z. B. wenn ein Hausvater anfängt mit den Seinen, im Worte GOttes zu lesen, mit den Seinen zu beten und zu flehen um die Gnade GOttes, so ist sein Kleid gewaschen. Da entsagt ein Jüngling seinem liederlichen sündlichen Leben, wird ein Jünger JEsu, derselbe hat seine Kleider gewaschen. Denn nur der hat Vergebung der Sünden, welcher wirklich nicht mehr sündigen will. Wer zur Beichte geht, um ebenso wieder fortzuleben, ist ein abscheulicher, GOtt spottender Mensch. Darum sagt der Apostel, sie haben ihre Kleider helle gemacht im Blute des Lammes; JEsus hat ihnen nicht nur die Sünden vergeben, weil sie mit Ihm in Verbindung lebten, sie führen auch einen reinen, heiligen Lebenswandel, so dass Niemand ihnen mit Recht Böses nachsagen kann. Darum haben sie das Siegel GOttes an der Stirn. GOtt und die heiligen Engel kennen sie. Der Christ, der solche Aussicht hat, bekennt: Ich fürchte nicht den Tod, ich fürchte nur die Sünden! Amen. (Johannes Paulsen)