Kolosser 3,23
Andachten
Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen.
Reinigkeit des Herzens und Einfalt des Auges bewahrt vor Menschengefälligkeit, und Gottesfurcht treibt an, dass wir auch in Dingen, wo kein menschliches Auge auf uns sieht, doch Treue beweisen. Davon hat das Herz, wenn es getan ist, auch eine Befriedigung. Denn nach der Lindigkeit Gottes will er uns unserem leiblichen Dienst nach so veredeln, dass wir es ihm zum Wohlgefallen darstellen dürfen, ja auf einen Schatz im Himmel rechnen können, wenn wir dabei Christo, mit Nachfolge in seine Fußstapfen, mit Glauben an sein Reich und die Vergeltung darin, dienen. Was aber Jemand mit Ungehorsam, Untreue, Augendienst Unrecht tut, dafür wird er seinen Teil mit den Ungerechten und Lügnern bekommen; und was Jemand sich beredet hat, dass er sich auf seinen hiesigen mühsamen Stand herausnehmen dürfe, das wird ihm das Wort: Bei Gott gilt kein Ansehen der Person, durchstreichen. (C. Fr. Rieger.)
Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem HErrn und nicht den Menschen und wisst, dass ihr von dem HErrn empfangen werdet die Vergeltung des Erbes; denn ihr dient dem HErrn Christo. Wer aber Unrecht tut, der wird empfangen, was er Unrecht getan hat, und gilt kein Ansehen der Person. Ihr Herren, was recht und gleich ist, das beweist den Knechten und wisst, dass ihr auch einen Herrn im Himmel habt.
Es versteht sich zwar eigentlich von selbst, dass, wie wir alles im Namen JEsu tun sollen, wir es dem HErrn und nicht den Menschen tun; aber der Apostel fügt es doch noch ausdrücklich hinzu, um uns die Befolgung seiner Vorschrift zu erleichtern, wenn uns die Gebrechlichkeit der Schwachen den Dienst der Liebe erschwert, und uns zu desto größerer Behutsamkeit anzuspornen, dass wir selber den Menschen kein Unrecht tun. Denn wo wir den HErrn wirklich überall vor Augen haben und Ihn mit unserm Dienste ehren wollen, da werden wir eben so wenig in ein Unrecht willigen können, als uns das erlittene Unrecht hindern wird, dem HErrn unsern Dienst zu leisten. Es kommt aber noch hinzu, dass der HErr ein gerechter Vergelter ist, der einem jeden seinen verdienten Lohn geben wird. Wer Unrecht tut, der wird empfangen, was seine Taten wert sind; wer aber mit der Tat Christo dient, den lässt Er nicht umsonst dienen, obgleich Er ein Recht hat, solchen Dienst zu fordern, sondern Er wird ihm überschwänglich lohnen, denn Er vergilt ihm mit dem himmlischen Erbe. Nenne es Lohn oder nicht, das ist Ihm gleich. Keiner verdient es, aber geben will Er es doch.
Du bist allein der HErr, und außer Dir ist keiner, Dir gehört unser Herz, unser Leben und alles, was wir sind und haben. Darum wollen wir auch alles, was wir tun, Dir tun und auf die Verheißung hoffen, die Du den Deinen gegeben hast. Hilf uns dazu, Du lieber HErr, und mache uns frei von allem, was in diesem Dienste uns hinderlich ist, und wo wir den Menschen dienen müssen, da lass es uns nie vergessen, dass Du unser höchster HErr und König bist, und dass wir Dir dienen, indem wir ihnen dienen. Amen. (Hermann Haccius)
Alles, was ihr tut, das tut von Herzen, als dem Herrn, und nicht den Menschen.
Was mit diesem Worte St. Paulus zunächst den Dienenden im Hause sagen will, das sagt er uns allen. Er zeigt uns, welches die innere Triebfeder für all' unser Tun sein soll, in welchem Stand wir uns auch befinden: von Herzen als dem Herrn geschehe alles. Damit wehrt der Apostel jenem mürrischen, verdrossenen Wesen, das so leicht über uns kommt, wenn einmal nicht alles so gehen will, wie es uns zusagt. Da stellt sich dann die üble Laune ein, die Gereiztheit, wo der geringste äußere Anlass genügt, dass der innere Unmut sich in Worten, die vor Gott dem Herrn nicht recht sind, Luft macht. Statt solchen Unmut niederzukämpfen, lässt man ihn an den Hausgenossen und anderen Mitchristen aus, mit welchen man in Berührung kommt. „Von Herzen“! das wollen wir uns doch jeden Morgen, wenn wir des Tages Arbeit angreifen, ermunternd zurufen und daraufhin wollen wir uns jeden Abend prüfen, wenn wir das Tagewerk beschließen. „Von Herzen!“ mit diesem Worte sei aber auch allem unlauteren und unwahren Wesen gewehrt, wo man sein Tun verrichtet ohne innere Freudigkeit und Lust und doch Menschen gegenüber solche Freudigkeit und Lust erheuchelt, sei's um ihr Wohlgefallen zu verdienen, sei's um ihrem Tadel zu entgehen. Überhaupt lasst uns in all' unserem Tun nicht auf Menschen sehen und durch die Rücksicht auf sie uns leiten lassen; es geschehe vielmehr alles als dem Herrn. Welches Licht fällt von diesem Worte aus auf alle Arbeit, groß oder klein, wichtig oder gering, angenehm oder widrig, auf alle Arbeit, welche Stand und und Pflicht zu verrichten uns gebieten! Da tritt der Herr Christus selbst in unsere Mitte, als der Hausherr und Gebieter, und sein Gebot zu erfüllen, sein Wohlgefallen zu erlangen, seinem Tadel zu entgehen dahin geht unseres Herzens Begehr in allem Tun! Als dem Herrn darin liegt auch eine große Verheißung: er lohnt auch in Gnaden den Dienst, der ihm zu Lieb' und Dank in Treuen geleistet worden. Wie sollte uns das nicht reizen, alles, was wir tun, von Herzen zu tun, als dem Herrn? (unbekannt)