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Galater 3,10

Galater 3,10

Andachten

Denn die mit des Gesetzes Werken umgehen, die sind unter dem Fluch; denn es steht geschrieben: Verflucht sei jedermann, der nicht bleibt in allem dem, das geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes, dass er es tue. V. 13: Christus aber hat uns erlöst von dem Fluch des Gesetzes, da Er ward ein Fluch für uns, (denn es steht geschrieben: verflucht ist jedermann, der am Holze hängt). V. 14: Auf dass der Segen Abrahams unter die Heiden käme in Christo Jesu, und wir also den verheißenen Geist empfingen durch den Glauben.
Der Apostel redet aus eigenster Erfahrung. Da er mit des Gesetzes Werken umging und dadurch gerecht werden wollte, empfand er den Fluch des Gesetzes als einen scharfen Stachel im Gewissen, und hat wider den Stachel gelöckt, bis dass Jesus übermächtig ward und erlöste ihn von dem Fluch und Stachel, da Er sich ihm offenbarte in Seiner Kreuzesherrlichkeit und Marterschöne, wie Er ein Fluch ist geworden für uns, als Der da am Holze hängt. Und so konnte er freudig den Segen Abrahams hinaustragen in die Heidenwelt, welche bisher unter dem Fluch ihrer Übertretung gelegen, nun aber auch versöhnt und erlöst werden soll in Christo Jesu, auf dass Beide, Juden und Heiden, Eins würden durch den Glauben in dem verheißenen Geiste, welcher ist ein Geist der Gnade und des Gebets. Das ist das herrliche Liebeswunder des Herrn, unseres Gottes; wer kann es fassen? wer es würdig preisen? - Ja, wenn wir's nur immer recht festhielten im Leben und im Sterben! Aber es kommen Zeiten, wo der alte Fluch wieder auftaucht, wie eine drohend geballte Faust aus der Tiefe des Abgrunds! da steht es vor uns, was wir sein sollten und nicht geworden sind, statt dass wir nur sehen sollten auf das, was Jesus für uns geworden ist, da Er am Holze hängt. Auch ist der alte, böse Feind immer geschäftig, uns einzublasen, wie jämmerlich und mit Fluch beladen wir vor dem Gesetz dastehen, und fragt höhnisch, ob wir uns wirklich einbildeten, dass solche Kreaturen in den Himmel hineinpassten und selig werden könnten. Da sollen wir denn Gewalt tun, den Gekreuzigten an uns reißen und Ihn mit beiden Armen dem alten Lügner und Verkläger entgegen halten, und im trotzigen Glauben ihm zurufen: Hebe Dich weg, Satan! hier ist Jesus! dies Wörtlein soll Dich fällen! (Nikolaus Fries)


Die mit des Gesetzes Werken umgehen, die sind unter dem Fluch. Denn es steht geschrieben: „Verflucht sei Jedermann, der nicht bleibt in allem dem, das geschrieben steht in dem Buche des Gesetzes, dass er es tue.
Wenn das Gesetz uns nicht die Freiheit geben, sondern nur Erkenntnis der Sünde bringen kann, dann sind auch die verloren, die nur durch die Gebote und nur durch die eigene Gerechtigkeit selig werden wollen. Von ihnen gilt, was in unsrer Epistel steht: Stoßt der Magd Sohn aus! Sie sind unter dem Fluch, und darin besteht der Fluch, dass sie ausgestoßen werden, wie einst Ismael ausgestoßen wurde aus dem Hause Abrahams. Die Sünde hat uns herausgestoßen aus der Liebe, und wer aus der Liebe herausgestoßen ist, der ist hineingestoßen in die Macht des Fluches. So gilt es über Jedem, der sich selbst gerecht und heilig machen will: Verflucht sei Jedermann, der nicht bleibt in allem dem, das geschrieben steht in dem Buche des Gesetzes, dass er danach tue. Der Sünder ist herausgestoßen aus der Liebe Gottes. Wenn wir da unsre Lebensarbeit tun unter Kampf und Mühe und Schweiß des Angesichts, wir können nicht hin eilen zu unserm himmlischen Vater, können uns nicht erquicken lassen von dem Worte seines Mundes und können nicht ausruhen an seinem reichen Herzen wir haben uns ja hinweg jagen lassen von seiner Liebe, die Sünde hat uns herausgestoßen in die Fremde. Kommen die Tage des Leides und der Trübsal: wir können nicht zu dem gehen, der Leid und Trübsal wendet, können uns dort nicht ausweinen und unser gepresstes Herz nicht erleichtern wir haben uns ja durch die Sünde herausstoßen lassen aus seiner Liebe. Will unser Herz einmal in Freude jubeln, wenn Tage des Glückes kommen: ach, wir können unserm himmlischen Vater nicht einmal unser Glück verkünden, können ihm nicht danken für seine Güte wir haben uns ja durch die Sünde in den Fluch hineinstoßen lassen. Am traurigsten aber wird der Fluch, wenn unser Sterben kommt. Da sind wir ja herausgejagt aus der Liebe Gottes, niemand ist da, der uns hinüberträgt in die Hütten des Friedens. Es wartet der ewige Fluch. Sieh, das ist die Folge, wenn der Mensch sich allein durch eigene Gerechtigkeit retten will. Baue nicht auf dich selbst!

Lasst uns beten: Lieber Herr Jesu! Wir danken Dir von Herzen, dass Du uns durch das Dunkel dieser Nacht wieder sicher hindurchgeführt hast und hast uns vor allem Herzeleid treulich geschützt. Stelle uns nun heute diesen Tag recht vor Augen, dass wir nicht durch unser eigen Werk und Arbeiten in die Seligkeit eingehen können. Lehre uns recht erkennen, wie wir durch die Sünde weggestoßen werden von Deinem Herzen. Herr, wir möchten so gerne bei Dir bleiben in Arbeit und Leid und Freud, in Leben und Sterben. Darum lass uns durch Dein Blut und Leiden hindurchgetragen werden zu Deiner Herrlichkeit. Amen. (Wilhelm Hunzinger)

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