Lukas 11,9
Andachten
Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden, klopft an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der nimmt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.
Wir haben hier drei verschiedene Arten des Gebets. Zuerst heißt es „bittet.“ Das bedeutet wohl ein Gebet, in dem wir nur dem Herrn sagen, dass wir dies und das brauchen, und ihn bitten, es uns zu geben. Aber wenn wir die Kunst des Gebets lernen, dann kommt es auch zum Suchen: wir bringen Gründe vor für die Gewährung unsrer Wünsche und fangen an mit Gott zu ringen um die Wohltaten, deren wir bedürfen. Und wenn der Segen noch nicht kommt, so ersteigen wir die dritte Stufe: wir klopfen an. Zu bitten und Gründe vorzubringen genügt uns nicht mehr; wir legen den ganzen Ernst und Eifer unseres Wesens in unsere Bitte und handeln nach dem Spruch: „Das Himmelreich leidet Gewalt und die ihm Gewalt tun, die reißen es an sich.“ So wächst das Gebet. Zuerst bitten wir, das heißt wir sagen unsre Wünsche; dann suchen wir, das heißt wir legen unsre Gründe vor; endlich klopfen wir an, das heißt wir halten an mit dringendem Gebet. Und jede Art des Betens hat ihre Verheißung. Wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet, das heißt er weiß, dass er etwas empfangen hat, und freut sich der Gabe; wer aber anklopft, dem werden die Augen geöffnet, dass er herrliche Dinge schauen und mit allen Heiligen die Höhen und Tiefen verstehen kann. Aber merket euch die Hauptsache: Jeder Form des Gebets ist Erhörung verheißen. Wer da bittet, der nimmt; wer da sucht, der findet; wer da anklopft, dem wird aufgetan. Es widerfährt einem jeden nach seinem Glauben. (Charles Haddon Spurgeon)