Zuletzt angesehen: Markus 14,61

Markus 14,61

Markus 14,61

Andachten

Jesus aber schwieg stille und antwortete nichts. Da fragte ihn der Hohepriester abermals und sprach zu ihm: Bist du Christus, der Sohn des Hochgelobten? Jesus aber sprach: Ich bins, und ihr werdet sehen des Menschen Sohn sitzen zur rechten Hand der Kraft und kommen mit den Wolken des Himmels.
Wie ganz anders wird es dann sein, als es vor achtzehnhundert Jahren war und als es jetzt noch ist! Vor achtzehnhundert Jahren kam Jesus als ein armer Mensch; als er zu den Toren von Jerusalem einritt, konnte ein Weltauge von seiner Herrlichkeit wenig oder nichts sehen. Bald darauf übergab er sich in die Hände seiner Feinde, die den Mutwillen und die Bosheit ihres finsteren Herzens an ihm verüben durften; er starb am Kreuze, wie ein Missetäter stirbt - nackt, in der alleräußersten Verachtung hing er da am Kreuz, zum Spott und Hohn seiner Feinde, und starb. Aber auch jetzt noch sieht ein Weltauge nichts oder wenig von seiner Herrlichkeit; er hat sich verborgen in Gott; sein Reich ist ein Kreuzreich; sein Leben ist allenthalben unter der Schwachheit des Fleisches versteckt, durch die Niedrigkeiten des Kreuzes verächtlich gemacht vor den Augen der stolzen Welt.

Die Welt mit ihrer Lust, mit ihrer vergänglichen Pracht und Hoheit, ja das glänzt in die Augen, das brüstet sich: aber die Herrlichkeit des Reiches Jesu zu sehen, dazu gehören schon andere Augen, als die Vernunft hat; es muss offenbart sein vom Vater; denn diese Herrlichkeit ist verborgen, ist inwendig, ist eine Herrlichkeit des Glaubens; und was man glaubt, das sieht man nicht.

Aber es wird anders werden an jenem Tage. Des Menschen Sohn wird kommen in seiner Herrlichkeit. In der Herrlichkeit, die er hatte, ehe die Welt war; die er nun wieder angenommen hat, seit er sich gesetzt hat zur Rechten der Kraft; mit dieser Herrlichkeit wird er aus seiner Verborgenheit herausbrechen, und es wird ihn sehen alles Auge. Der Mann, welcher in Bethlehem geboren wurde, der schon in seiner Kindheit vor Herodes fliehen musste; der Mann, welcher in Nazareth mit seinem Pflegvater auf dem Handwerk arbeitete; der Mann, welchen sein Volk von sich stieß; der Mann, den sie ins Angesicht schlagen durften mit den Worten: „weissage uns, Christe! wer ist es, der dich schlug?“; der sich unter allen diesen Misshandlungen und Bosheiten als das sanftmütigste Lamm bewies; der unbekannte Mann, der allen weltlich gesinnten Menschen unbekannt ist und bleibt, und mit dem Hereindringen des Geistes dieser Zeit es immer mehr wird: dieser Jesus von Nazareth wird wieder kommen in seiner Herrlichkeit. (Ludwig Hofacker)

Predigten

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie dem Speichern von Cookies auf Ihrem Computer zu. Außerdem bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzbestimmungen gelesen und verstanden haben. Wenn Sie nicht einverstanden sind, verlassen Sie die Website.Weitere Information
nt/41/markus_14_61.txt · Zuletzt geändert:
Public Domain Falls nicht anders bezeichnet, ist der Inhalt dieses Wikis unter der folgenden Lizenz veröffentlicht: Public Domain