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Matthäus 5,40

Matthäus 5,40

Andachten

Und so Jemand mit dir rechten will, und deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel. Und so dich Jemand nötigt eine Meile, so gehe mit ihm zwei. Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht von dem, der dir abborgen will.
Der Herr Jesus ist kein neuer Gesetzgeber, sondern der Erlöser; Er hat der Welt keine neuen äußerlichen Ordnungen gebracht, sondern Er gibt ihr ein neues Herz, Er gibt ihr seinen Sinn, und wenn sie diesen hat, so wird sie die äußerlichen Ordnungen schon von selbst finden. In diesem Sinne sind auch die obigen Verse zu verstehen. Der Herr Jesus lehnte es ab, ein weltlich Richteramt zu üben, als jener Mann Ihn bat, dass Er seinem Bruder sagen möge, das Erbe mit ihm zu teilen: Mensch, sagte Er ihm, wer hat mich zum Richter oder Erbschichter über euch gesetzt? Aber Er fügt hinzu: „Seht zu und hütet euch vor dem Geiz, denn Niemand lebt davon, dass er viele Güter hat.“ Das Herz in die rechte Stellung zu bringen, das war sein Amt. Aber indem Er das Richteramt von sich abweist, hebt Er es damit nicht ganz auf. Und indem Er zu den Seinen sagt: „So Jemand mit dir rechten will, und deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel“ verbietet Er ihnen dadurch noch nicht, in geordneter Weise ihr Recht zu suchen oder zu verteidigen; nur dass nicht Geiz oder Rechthaberei ihrem Verfahren zu Grund liege, sondern die Liebe. Und die Liebe kann wohl zuweilen nötigen, ein Bitte abzuschlagen, oder eine unbillige Zumutung zurückzuweisen, sei es aus Rücksicht auf den Bittenden oder Fordernden, oder aus Rücksicht aus Andere, denen wir durch die Gewährung zu nahe treten würden. Selbstsucht und Eigennutz sollen unseren Entschließungen stets fern liegen und die Liebe uns bereitfinden, unser eignes Recht fahren zu lassen, und lieber unser Eigentum, auch das Unentbehrlichste, herzugeben, wenn ein Anderer darauf Ansprüche zu haben meint, als darum einen Streit zu beginnen. Nötigt dich aber Jemand zu einer Dienstleistung, wie die königlichen Postboten in Persien taten, die auf der Straße Menschen oder Pferde, oder was ihnen sonst begegnete, festzuhalten und zu brauchen das Recht hatten, wenn sie dadurch schneller fortkommen konnten, so übernimm lieber das Doppelte, auch wenn du nicht dazu verbunden wärest; erfülle unbillige Anforderungen lieber mit Nachgiebigkeit und Selbstverleugnung, wenn du dadurch nützen kannst; gewähre nicht allein Andern, was sie rechtlich fordern können, sondern leiste lieber Ungewöhnliches, als dass du aus Rücksicht auf deine eigne Freiheit und Selbständigkeit dich irgend einem guten Werke entziehen solltest, wenn es nur nicht wider das Gewissen läuft. „Gib auch dem, der dich bittet, und wende dich nicht von dem, der dir abborgen will. Frage nicht: Was wird mir dafür? Wird Jener auch deine Gabe würdigen und anerkennen? Geben ist seliger, denn Nehmen, und das Bewusstsein, Tränen getrocknet, Seufzer gestillt, der Not abgeholfen, Freuden bereitet zu haben, ist an sich schon Lohnes genug. Warte nicht auf Dankbarkeit von Seiten der Menschen, sonst, wenn sie dir wird, hast du deinen Lohn dahin, wird sie dir aber nicht, so erlahmt dein Geben gar bald. Frage auch nicht, wenn man dich bittet, ob du diese Ausgabe bestreiten könnest, ohne der Befriedigung deiner Eitelkeit und Vergnügungssucht etwas abzubrechen, sondern frage dein Herz, dein Mitleid, deine Christenliebe, frage, was würde Jesus, dein Herr, in dieser Lage getan haben? Die Liebe aber wird dir auch Weisheit geben, den Verschwender und Betrüger von dem wahrhaft Bedürftigen zu unterscheiden; die Liebe wird der richtige Führer in allen deinen Handlungen sein. (Anton Camillo Bertoldy)

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