Matthäus 20,25

Andachten

Jesus rief seine Jünger zu sich und sprach: Ihr wisst, dass die weltlichen Fürsten herrschen und die Oberherren haben Gewalt. So soll es nicht sein unter euch: sondern so jemand will unter euch gewaltig sein, der sei euer Diener, und wer da will der Vornehmste sein, der sei euer Knecht. Gleichwie des Menschen Sohn ist nicht gekommen, dass er ihm dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele.
Das war also der Zweck deines Kommens in die Welt, o Jesu, lieber Heiland. Also zeugtest du von dir selber und nach diesem deinem eigenen Zeugnisse geht es in der Welt ganz anders, als im Himmelreich. In der Welt gibt es Fürsten und Herren, im Himmelreich sollen lauter Diener und Knechte unter einander sein. Dort geht es nach Recht und Gewalt, hier alles in Liebe und nach Gnade. Der Demütigste ist der Größte im Himmelreich. Du selber bist erschienen in Knechtsgestalt, nicht dir dienen zu lassen, sondern selber zu dienen den Menschenkindern, sogar mit deinem Blute, mit deinem Leben. Du selber bist gekommen in die Welt, nicht das Deine zu suchen, sondern das Unsere, uns arme verlorene Sünder zu retten und selig zu machen. O welch eine demütige, dienende Liebe, welch ein aufopferndes, herzliches Erbarmen, darüber man mit Recht singt: „Der Schöpfer aller Kreatur nimmt an sich unsere Natur, verachtet nicht ein armes Weib, zu wer den Mensch in ihrem Leib.“ Ja fürwahr, ich kanns mit meinen Sinnen nicht begreifen, womit doch kein Erbarmen zu vergleichen. Dich beten alle Engel Gottes an. Deinem Winke stehen tausendmal Tausend zu Befehle. Dennoch steigst du herab von dem Stuhle deiner göttlichen Majestät und ewigen Herrlichkeit. Geringer als der Geringsten einer von uns kommst du zu uns in diese Welt, gekleidet in unser Fleisch und Blut, nicht um zu herrschen, sondern zu dienen, nicht um hier Freude zu haben, sondern unter tausend Schmerzen dein Leben zu geben zu einer Erlösung für viele. Du wirst arm um unsertwillen, dass wir reich würden durch deine Armut. Du lässt dich verachten und verwerfen, auf dass wir geehrt und angenommen würden. Mit dem Lösegelde, das du für uns bezahlst, kaufst du uns Gefangene los, und die wir fluchwürdige Sünder sind, werden dadurch begnadigte und geliebte Gotteskinder. Deine Wunden sind unsere Heilung, dein Tod ist unser Leben. Lehre uns doch dieses immer besser verstehen, dass wir uns nicht ärgern an deiner Knechtsgestalt; dass wir vielmehr uns immer tiefer beugen vor dir und in immer größerer Herzensdemut den Menschen dienen. Bilde dein Bild in uns, dass wir daran als deine rechten Jünger erkannt werden, der du ja nicht hast herrschen, sondern nur dienen wollen. So werden wir als die Jünger ihren Meister, als die Knechte ihren Herrn, dich recht lieben und ehren. So wird dein seliges Kommen in die Welt auch für uns eine Erlösung zu ewigem Segen sein. Amen. (Carl Just)

Predigten

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