Matthäus 20,15
Andachten
Siehst du darum scheel, dass ich so gütig bin?
Der bekehrte Mensch hat sonderlich eine Gefahr im Auge zu halten und darüber zu wachen, dass er nicht hinein gerate; es ist die Gefahr, neidisch zu werden, wenn Einer an geistlichen Gaben ihm gleich gemacht wird oder wohl gar ihm zuvorkommt. Solcher Neid kommt aus dem Hochmut und der Hochmut macht wieder niedrig vor Gott; solcher Neid hängt auch mit der Eigengerechtigkeit zusammen. Davor hüte dich denn, mein Lieber, willst du nicht wieder zurückfallen, hüte dich vor Neid und Hochmut; hüte dich vor aller Unzufriedenheit. Nimm, was dein ist, mit Dank gegen den Herrn. Nimm überhaupt demütig und gelassen hin, was Gott dir auflegt, sei's Armut, sei's Wohlstand, und suche in allem eine göttliche Güte, die dich zur Buße leiten will. Das ist gewiss Scheelsehn, hoffärtiges, anspruchsvolles Wesen, nachdem man den barmherzigen Gottesruf empfangen, ist das allerschlimmste; die Allerersten werden dadurch die Allerletzten. (unbekannt)