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Klagelieder 3,25

Klagelieder 3,25

Andachten

Der Herr ist freundlich dem, der auf ihn harrt, und der Seele, die nach ihm fragt.
Bedenke, o harrende Seele, dass Gottes Gnade des Harrens wert ist. Ist es nicht die Seligkeit, die Errettung deiner Seele, was du begehrst? Ein langes Warten an der Gnadentür wird dir reichlich vergütet, wenn dir der König endlich jenes unschätzbare Kleinod schenkt; bedenke auch, wie ganz unwürdig der Gnade du bist; darum verschmähe es nicht, dich zu demütigen und dich geduldig in den weisen Willen des Allerhöchsten zu schicken. Vornehmen Leuten muss man gleich aufmachen, sonst gehen sie wieder; aber du darfst keine solchen Ansprüche machen, und wenn Gott dich lange warten lässt, so musst du dir sagen, dass deine Unwürdigkeit nichts Besseres verdient. Vergiss auch nicht, dass er dich endlich gewiss erhört. Seine Verheißung würde ja gebrochen, wenn auch nur eine betende Seele verloren ginge. „Sucht, so werdet ihr finden.“ „Wer den Namen des Herrn anruft, soll selig werden.“ Der Verzug kann gut für dich sein, dass du dich tiefer demütigst und mit mehr Ernst und Eifer nach dem Segen verlangst. Vielleicht will der Herr auch nur deinen Glauben prüfen, damit du, wie das kananäische Weib, ihn dadurch ehrst. Also, halte nur an im Gebet, denn der Herr ist freundlich dem, der auf ihn harrt, und der Seele, die nach ihm fragt. Dabei bleibt es. (Charles Haddon Spurgeon)


Der Herr ist freundlich dem, der auf ihn harrt, und der Seele, die nach ihm fragt. Es ist ein köstlich Ding geduldig sein und auf die Hilfe des Herrn hoffen.
Als das Schifflein vom Sturme gefasst und hart bedrängt wurde von den wildaufgeregten und schäumenden Wogen, da entsank deinen Jüngern der Mut, dass sie ängstlich riefen: Herr, hilf uns, denn wir verderben! Und wenn du, Herr, nicht alsogleich aufstehst und bedrohst den Wind und das Meer, so entsinkt uns nicht allein der Mut, sondern zu unserem Kleinglauben kommt auch bald noch die Ungeduld. Darum spricht das Wort: Der Herr ist freundlich dem, der auf ihn harrt, und der Seele, die nach ihm fragt, eitel Trost unserem Herzen, aber auch Vermahnung zu, dass wir dich, Herr, allezeit unsere Zuversicht und unsere Hilfe sein lassen sollen. Du betrübst wohl, aber du erbarmst dich auch wieder; denn du bist und bleibst freundlich Jedem zugeneigt, der deiner Hilfe wartet und lässt dich finden von der geängsteten Seele, die nach dir fragt. Darum sollen wir ja sagen: Der Herr ist mein Teil und auf ihn will ich hoffen; denn auf das geduldig sein erscheint die Hilfe. Geduldig sein und auf die Hilfe des Herrn harren, ist also ein köstlich Ding. Ach freilich ist es gewiss ein köstliches Ding, geduldig sein und auf deine Hilfe hoffen, Herr, du unser getreuer Gott. Durch solche Geduld würde ja unser Vertrauen sich bewähren, das wir als deine Kinder zu dir, unserem lieben Vater, allezeit haben sollen. Durch solche Geduld würden wir rechte Diener und Nachfolger unsers Herrn Jesu Christi sein, des stillen und geduldigen Lammes, das auch in den schwersten Leiden stille geblieben ist und die größte Geduld geübt hat. Durch solche Geduld würden wir dir wohlgefällig werden und geschickt sein, dass uns von dir geholfen werden könnte. Aber wir müssen es dir bekennen, dass sich unser Herz oft gar unwillig und ungeduldig erfinden lässt. Ein lautes, sündliches Murren gibt sich gar bald in seinen Gedanken zu vernehmen, wenn du Armut oder Krankheit oder Schaden an unserem irdischen Gut oder sonst welche Not und Unfälle anderer Art uns zuerteilst. Wir gedenken dann, als meintest du es böse gegen uns. Du aber hast nur Gedanken des Friedens über uns, uns zu züchtigen und aus lauter Liebe durch solche Züchtigung uns zu dir zu ziehen. So hilf uns doch, dass wir diese deine Liebe auch aus unserem Kreuze erkennen und dir durch Geduld im Kreuze auch wieder unsere Liebe beweisen. Wir wollen nichts weiter, als nach dir fragen und auf dich hoffen, bis wir erfahren, - dass du uns freundlich bist. So soll's heute sein und alle Tage. Gib nur zu solcher Herzensstille und Geduld voll Kindesfreudigkeit zu deiner Hilfe, als die gewiss nicht ausbleiben wird, uns das Vermögen aus Gnaden um unsers Herrn Jesu Christi willen. Amen. (Carl Gottlieb Just)


Der HErr ist freundlich dem, der auf Ihn harrt, und der Seele, die nach Ihm fragt.
Das ist eine ganz eigentümliche Bezeichnung eines frommen, gottesfürchtigen Menschen, wenn es heißt: er sei einer, der auf den HErrn harre und nach Ihm frage. Das ist die höchste Frömmigkeit, wenn man beständig ein Sehnsuchtsgefühl nach dem Heiland hat und nach seiner Hilfe in allen Dingen, ein Strecken des ganzen Menschen nach Ihm und Seiner Gnade, Seiner Hilfe, Seiner Freundlichkeit, Seiner Wunderhand. Das ist das Köstlichste und Höchste bei der Frömmigkeit, nicht das Andächteln und die fromme Süßlichkeit. Denn da ist keine Tat dabei; beim Harren ist das Gemüt und die Tat bei einander. Wo man geht und steht immer eine klopfende Sehnsucht nach dem HErrn zu haben, ist besonders in unserer Zeit wichtig, da man so viel Böses, Missliebiges, Hartes, Peinliches sehen muss, dass man immer denken möchte: O wenn ich nur aus dem draußen wäre!“ Damit verbindet sich bei uns dann zugleich das Harren auf die Zukunft des HErrn. Letzteres ist aber nicht zunächst in unsrem Spruch gemeint; drum wollen wir nur beim ersteren diesmal bleiben. Ein beständiges Harren auf das Begegnen des HErrn im täglichen Leben und ein Fragen nach Seiner Freundlichkeit, das ist Frömmigkeit. Deswegen heißt's: „Der HErr ist freundlich dem, der auf Ihn harrt'. Wenn man alles nur so selbstverständlich von Gott hinnehmen will, so denkt Gott: „Ach was, der meint ich müsse ihm nur geschwind alles in den Schoß werfen!“ und macht dann kein freundlich Gesicht gegen einen solchen. Viele suchen nicht, fragen nicht, bitten nicht, und meinen, es sei ja Gottes Schuldigkeit, dass Er einem alles zuwende. Aber nur der, der auf Gott harrt und des Seele nach ihm fragt, darf es recht erfahren, wie Seine Freundlichkeit auf tausenderlei Weise sich zu erkennen gibt. (Christoph Blumhardt)

Predigten

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