Jeremia 11,3
Andachten
So spricht der HErr, der Gott Israels, verflucht sei, wer nicht gehorcht den Worten dieses Bundes.
Wer glaubt es aber, dass du so sehr zürnst, und wer fürchtet sich vor solchem deinem Grimm? Dies glauben wir nicht. Wenn wir es glaubten, so würden wir uns ja aufmachen, und mit Tränen und großer Angst Gnade suchen: aber wir glauben es nicht. Wir sind zu stumpf dazu, zu ungeistlich, zu sehr ins Irdische vertieft und verloren, oder wir sind zu sehr angesteckt von der Pest, die gegenwärtig im Finstern schleicht, ja die im Mittag verderbt. Denn das ist die Hauptsünde unserer Zeit; das ist die Hauptlüge, welche der Vater der Lügen ausgeboren hat, der Sauerteig, womit er alle Welt, den ganzen Zeitgeist durchsäuert hat, dass er alle ernstlichen und strengen Worte Gottes, alle Worte Seiner ewigen Gerechtigkeit geschwächt, heruntergesetzt, in die Weichlichkeit der menschlichen Eigenliebe hineingedreht, und ihnen so alle Kraft an die Herzen der Menschen genommen hat. Sie erkennen ja keinen Ernst der Heiligkeit Gottes, keine Strafgerechtigkeit, die es genau mit der Sünde nimmt, keinen Zorn der beleidigten Majestät Gottes mehr an, der hinunterbrennt bis in die unterste Hölle; solche Vorstellungen mögen sich mit der aufgeklärten Vernunft nicht mehr reimen: daher der Leichtsinn, womit sie scharenweise der Hölle zulaufen. Aber es bleibt dabei, die armen, verblendeten Knechte des Verderbens mögen sagen, was sie wollen - die Ewigkeit, der künftige Gerichtstag, der Tag, wo das Lamm Gottes in seinem Löwengrimm sich offenbaren wird, wird das rechtfertigen, was ich sage; wer ein Sünder, ein Übertreter des göttlichen Gesetzes ist, der ist verflucht, und wenn er nicht auf dem von Gott vorgeschriebenen Weg Vergebung findet: so bleibt er auch verflucht, er wird verdammt. (Ludwig Hofacker)