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Jesaja 54,8

Jesaja 54,8

Andachten

Ich habe mein Angesicht im Augenblick des Zornes ein wenig vor dir verborgen; aber mit ewiger Gnade will ich mich deiner erbarmen, spricht der Herr, dein Erlöser. Denn es sollen wohl Berge weichen, und Hügel hinfallen; aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr, dein Erbarmer.
Der liebe Gott spricht selbst von seinem Zorn, und bekennet frei, dass er bisweilen zürne, und im heiligen, gerechten Zorne sein Angesicht wegwende, auch von denen, die er liebt und deren er sich mit ewiger Gnade erbarmet. Nun können wir uns freilich keinen leidenschaftlichen Zorn in Gott denken, wie wir Menschen ihn haben; bei Gott ist alles lauter Liebe und Weisheit, auch sein Zorn, d. h. sein Missfallen, seine Missbilligung unserer Untreuen. Wenn wir abweichen, und untreu werden, seinen Geist betrüben, so wendet er sein freundlich Antlitz von uns weg, und das fühlt ein Kind Gottes so sehr, als wenn Gottes Angesicht in lauter Ungnade und Zorn verwandelt wäre. Gott ist Vater, das wissen wir wohl; aber er ist kein Heli; er lässt es seine Kinder auf der Stelle fühlen, wenn sie nicht im Geleise bleiben. Unser Zeitalter denkt sich einen Gott, wie Heli war, der mit seinen Kindern, wenn sie noch so böse Buben sind, nicht zürnen kann. Aber der liebe Gott sagt's uns anders; und wer ihn erfahren hat, und aus Erfahrung und Umgang kennt, weiß es, dass er oft ein saures Gesicht macht, das man kaum ertragen kann. Doch wenn du manchmal den Zorn des Vaters fühlen musst, so verzage nicht; er zürnet nicht, um dich zu verderben; sein Zorn schadet dir nicht, er ist so heilsam wie seine freundliche Liebe. Seine Schläge helfen dir mehr als seine Küsse. Und schnell wendet er sich wieder zu dir; ewig bleibt dir seine Gnade, wenn du dich nur immer wieder zu ihm kehrest; und dir sein Zürnen zur Besserung dienen lässt. (Johannes Evangelista Gossner)


Ich habe mein Angesicht im Augenblick des Zorns ein wenig vor dir verborgen; aber mit ewiger Gnade will ich mich deiner erbarmen, spricht der Herr, dein Erlöser.
Es kommen Zeiten, wo du Gottes Angesicht nicht finden kannst. Dann sollst du dein Gewissen fragen und deinen Wandel in das Licht des göttlichen Gesetzes stellen; und du wirst oft entdecken, dass du an dieser oder jener Stelle den Geist Gottes betrübt hast und seiner Mahnung ungehorsam gewesen ist. Deine Übertretung richtet die Scheidewand auf zwischen dir und Gott. Dich zu strafen, verbirgt er sein Angesicht vor dir. Du warst vielleicht in deinem Berufe untreu; du hast einem Menschen durch Bitterkeit oder Verleumdung wehe getan. Der Geist Gottes trieb dich zu einem guten Werke an, und du bist ihm ausgewichen. Oder da ist unter deinen Verwandten irgend Einer, gegen den du Gedanken des Zorns und Groll hegst, weil er dich wieder und wieder kränkt. Da liegt dir irgend ein altes heimliches Unrecht wie ein Bann auf deinem Gewissen, ungebüßt, ungesühnt. Das ist die dunkle Wolke, die dir Gottes Gnade verbirgt. Soll sein Angesicht wieder über dir leuchten, - fege den alten Sauerteig aus. Hast du zu klagen, dass du den Frieden Jesu nicht mehr spürst, dass du die alte Freudigkeit des Glaubens verloren, - das ist so oft die Ursache, dass, dir vielleicht selbst unbewusst, du aus der Gottesliebe in Weltsinn gefallen, dass du gegen einen einzelnen Schaden aufgehört hast zu kämpfen. Wie lange verbirgst du dein Antlitz vor mir? So lange, bis der verlorene Sohn in sich schlägt und spricht: Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen. Dann antwortet der Vater: Mit ewiger Gnade will ich mich deiner erbarmen. (Adolf Clemen)

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at/23/jesaja_54_8.txt · Zuletzt geändert: von aj
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