Sie befinden sich hier: Andachtsbibel » Altes Testament » Jesaja » Jesaja 43,4

Jesaja 43,4

Jesaja 43,4

Andachten

Weil du so wert bist vor meinen Augen geachtet, musst du auch herrlich sein, und ich habe dich lieb.
Christen sind etwas Edles schon wegen ihrer Geburt. Nicht meinen wir ihre natürliche Geburt, denn die wird mit Recht Ezech. 16. als eine so verächtliche beschrieben, dass du hinaus geworfen wurdest aufs Feld. Wahre Christen haben noch eine andere Geburt, nämlich die aus Gott. Sie sind aus Gott geboren und also göttlichen Geschlechts. Sie sind und heißen Kinder Gottes. Auch dem Fleische nach sind sie ihm nahe verwandt, denn wie sie Fleisch und Blut haben, ist der Sohn Gottes desselbigen ebenfalls teilhaftig worden. Sie heißen eine Braut des Lammes, Priester und Könige. Und sie heißen nicht bloß so, sondern besitzen und genießen alle die Vorzüge, welche mit diesen Benennungen verknüpft sind. Sie sind der Gegenstand einer so großen Liebe des Sohnes Gottes, dass er erklärt: Gleich wie mich mein Vater liebt, also liebe ich euch auch. Als Priester haben sie das Recht des Zutritts zu Gott, so wie die Verpflichtung, ihm täglich ihren alten Menschen zu opfern. Als Könige herrschen sie, und alles muss ihnen dienen, und dient ihnen bis zum Tod hin. Nichts aber schadet ihnen, selbst wenn sie etwas Tödliches tränken, nach Marci 16, 18. Es sind Gerechte, Heilige, Geliebte. So gerecht, dass sie alles herausfordern und fragen dürfen: wer will verdammen? So heilig, dass kein Flecken an ihnen ist; so lieb, dass des Herrn Eingeweide über sie brausen und gesagt wird: Mein Herz bricht mir gegen sie, dass ich mich ihrer erbarmen muss. (Gottfried Daniel Krummacher)


Weil du so wert bist vor meinen Augen geachtet, musst du auch herrlich sein und ich habe dich lieb; darum gebe ich Menschen an deine Statt und Völker für deine Seele. So fürchte dich nun nicht, denn ich bin bei dir. Ich will vom Morgen deinen Samen bringen und will dich vom Abend sammeln; und will sagen gegen Mitternacht: Gib her! und gegen Mittag: Wehre nicht! Bringe meine Söhne von ferne her und meine Töchter von der Welt Ende, alle, die mit meinem Namen genannt sind; nämlich die ich geschaffen habe zu meiner Herrlichkeit und sie zubereitet und gemacht.
Wie dir, dem Herrn, um Israel leid ist, also ist es dir auch leid um alle Menschen und wie du dem von dir verstoßenen Volke durch den Propheten zusagst, dass du sein dich wieder annehmen und es sammeln willst aus der Zerstreuung, also geht dir auch das Elend aller Menschen ans Herz und du willst dich ihrer erbarmen. „Weil du so wert bist vor meinen Augen und ich dich so lieb habe, so will ich dich zu mir sammeln vom Morgen und Abend und dich über alles herrlich machen.“ So hast du geredet, Herr, zu Israel, deinem Volke, so hast du Jakob getröstet, dein Erbteil. Du bist ganz Liebe, und aus lauter Liebe und Erbarmen kannst du auch darum dein Herz nicht vor uns verschließen. Du musst, weil dir dein Herz vor Mitleid gegen sie bricht, aller Menschenkinder, aller armen verlorenen Sünder väterlich dich erbarmen. Das hast du getan, hast es viel tausendmal auch schon an uns getan. Wie es kein Verstand begreifen, kein Gedanke ausdenken, keine Zunge aussprechen, kein Herz ausfühlen kann, hast du es namentlich in der Dahingabe deines lieben Sohnes, uns zu erlösen und selig zu machen, an der ganzen Welt getan. So ists ja gewiss, dass du nicht Lust hast am Tode des Sünders, sondern dass er lebe, gewiss, dass nicht allein deine Auserwählten und Heiligen wert geachtet sind vor deinen Augen, sondern dass du auch die ganze Welt mit deinen Liebesarmen zu erfassen suchst und deine Hände nach ihr ausstreckst den ganzen Tag. So kann es ja aber auch nicht anders sein, als dass du mit uns Geduld hast und uns lange mit Verschonen trägst. Darum wehrest du denen, welche hingehen und in bitterem Unmut über das Unkraut auf dem Acker dasselbe ausraufen und vertilgen möchten.

Dein Herz trägt nicht bloß Leid um deine Auserwählten, wenn ihnen daraus Schaden und Verderben erwachsen, sondern auch um jeden Menschen, wenn er verloren gehen und ewig Schaden nehmen sollte an seiner Seele. Lass uns aber, lieber Gott und Herr, nur nicht sicher werden durch ein falsches Vertrauen auf deine Geduld und Gnade, als hätte die nimmer ein Ende. Es kommt ein Tag, an welchem das Unkraut in Bündel gesammelt und mit Feuer verbrannt werden soll. Darum überwinde doch unsere Herzen durch deine große Liebe, dass wir von deinem Zittern für unser Leben mögen zittern lernen um unsere Seelen. Und wenn es noch immer nicht geschehen wäre, so lass uns heute noch deine Stimme hören und in aufrichtiger Buße uns zu dir bekehren. Erwecke und hilf uns dazu; denn mit Gnaden uns zu segnen, ist ewig deine Lust, mit Dank dir zu begegnen, sei stets auch unsere Lust. Amen. (Carl Gottlieb Just)

Predigten

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie dem Speichern von Cookies auf Ihrem Computer zu. Außerdem bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzbestimmungen gelesen und verstanden haben. Wenn Sie nicht einverstanden sind, verlassen Sie die Website.Weitere Information
at/23/jesaja_43_4.txt · Zuletzt geändert:
Public Domain Falls nicht anders bezeichnet, ist der Inhalt dieses Wikis unter der folgenden Lizenz veröffentlicht: Public Domain