Sie befinden sich hier: Andachtsbibel » Altes Testament » Psalter » Psalm 119,71
Zuletzt angesehen: Psalm 91,14 Psalm 60,14 Psalm 92,13 Lukas 16,1 Lukas 23,38 Psalm 34,19 Psalm 119,71

Psalm 119,71

Psalm 119,71

Andachten

Es ist mir lieb, dass du mich gedemütigt hast, dass ich deine Rechte lerne.
Welch eine große Sache ist es, die Rechte des Herrn zu lernen, seine Rechte als Gott, offenbart im Gesetz, welche alle Menschen in den Staub danieder werfen; seine Rechte als Vater, geoffenbart im Evangelio, wodurch Gottlose gerechtfertigt, Sünder selig gemacht werden. Diese verstehen, bringt Leben und Friede. In lichten Stunden, wo die Seele diese Vorteile merkt, sagt sie deswegen mit David: es ist mir gut, es ist mir lieb, dass du mich gedemütigt, so dass ich am Ende nichts mehr zu antworten wusste. Namentlich rühmt der heilige Prophet die Treue Gottes, welche sich darin offenbart. Du hast mich treulich gedemütigt, sagt er, welches sich auf mancherlei Weise darin offenbart. Es wird nicht zu viel, noch zu wenig. Es dauert nicht länger, als es gut ist, hört aber auch nicht zu früh auf. Der Herr kehrt sich an das Widerstreben nicht, nicht an die Klagen und Beschwerdeführungen, sondern setzt seine heilsamen Absichten durch. Er richtet die Demütigung nach eines jeden Bedürfnis ein, und greift ihn da an, wo es am wehsten tut, aber auch am zweckmäßigsten ist; er unterstützt die Seele, dass sie es ertragen kann; steigt auch zuweilen das Wasser bis an die Lippen, und geht eine Woge über das Haupt, und schreit die Seele: meine Kraft hat mich verlassen. Zur rechten Stunde verwandelt er das Wasser in Wein, nimmt das Gold aus der Glut und gebietet dem Ungestüm des Windes und des Meeres, dass alles ganz stille wird, macht den begrabenen Lazarus wieder lebendig und tröstet die Traurigen, dass ihnen Schmuck für Asche wird. (Gottfried Daniel Krummacher)


Es ist mir lieb, dass du mich gedemütigt hast, dass ich deine Rechte lerne.
Dem Jünger Christi, dem das Reich Gottes eins und alles geworden ist, werden die irdischen Dinge dadurch mehr oder weniger entwertet; der Gnade Gottes in Jesu Christo gewiss, wird er durch seinen Glauben derartig über die Erde und ihre Güter erhoben, dass er ihrer aller entraten kann, ohne darum die Meinung zu haben, im Verlust derselben ein Gegenstand des göttlichen Zornes zu sein. Ein erlöster Christ, der täglich Vergebung empfängt, weiß in Jesu Christo die Gnade Gottes sein; und wie er seine Gesundheit nicht als notwendige Folge seiner Vortrefflichkeit ansieht, so sieht er in etwaiger Krankheit nicht einen Boten des göttlichen Zorns. Wie dem Blindgebornen sein Leiden der Grund wurde, dass er den Herrn als das Licht der Welt kennen lernte, so werden Krankheiten vielen zu Friedensboten, die den Weg zu Gott zeigen und auf ihn hinführen. Durch das Kreuz, welches Gott dem anfangs Ungeduldigen und Widerstrebenden auflegt, zieht er gar häufig hin zu dem Kreuz auf Golgatha, wo die Kraft zum Tragen zu finden ist. Und kaum kann man sich einen Christenstand denken, der schon so durchgebildet und so vollkommen wäre, dass eine von Gott verhängte Krankheit zum Fortschritt des Glaubenslebens nichts mehr beitragen könnte. Auch der gereifteste Christ kann in Krankheit immer von neuem lernen, sich unter Gottes Hand zu demütigen und immer tiefer in den Verzicht auf die Erde hineinwachsen. Ludwig Lemme.

Predigten

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie dem Speichern von Cookies auf Ihrem Computer zu. Außerdem bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzbestimmungen gelesen und verstanden haben. Wenn Sie nicht einverstanden sind, verlassen Sie die Website.Weitere Information
at/19/psalm_119_71.txt · Zuletzt geändert:
Public Domain Falls nicht anders bezeichnet, ist der Inhalt dieses Wikis unter der folgenden Lizenz veröffentlicht: Public Domain