5. Mose 8,2
Andachten
Gedenke alle des Weges, durch den dich der Herr dein Gott geleitet hat diese Jahre in der Wüste, auf dass er dich demütigte und versuchte, dass kund wurde, was in deinem Herzen wäre.
Auf dem leisen Fittich der eilenden Zeit sind wir alle bis zu diesem letzten Tag im Jahr getragen; unvermerkt glitt die Zeit dahin, und eben so unvermerkt gleiten wir dem letzten Augenblick unseres Lebens entgegen; alle sind wir ein ganzes Jahr älter, alle haben wir ein ganzes Jahr weniger zu leben, Christus ist derselbe, das ist sein Ruhm. Seid ihr zwar alter, aber sonst noch dieselben wie ehedem? so ist das eure Schande und Unglück. Wahrlich, wahrlich, es sei denn, dass Jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nichts gilt vor Gott als eine neue Kreatur. Richtet euch danach, machet euch ein neues Herz und einen neuen Geist, wenn ihr das könnet, und ihr meint ja, ihr könnet es; sonst seht zu, dass ihr's von Christo geschenkt bekommet; Er ist noch derselbe, der schon so Vielen ein neues Herz gegeben hat; wollt ihr aber nicht zu ihm kommen, so werdet ihr sterben. Das Jahr ist beinahe dahin; wie steht's um euch, die ihr glaubt, ihr seid wahre Christen? Seid ihr in der Zeit gewachsen? Aber nicht nur im Reich der Natur, sondern auch im Reich der Gnade? Oder seid ihr noch eben so verworren in euern Begriffen, eben so ungewiss in euern Tritten und strauchelnd mit euren Füßen, eben so unstet in euerm Glauben und so geteilt zwischen Christo und euch selbst und andern Dingen, wie sonst? so ist das schimpflich, dass ihr so lange jungen Kindern gleicht. Werdet fest, ihr Wankelmütigen, und tut feste Tritte mit euern Füßen; hört auf, Gefallen an euch selbst zu haben, euch selbst zu rechtfertigen, und wisst: dass in Christo ein rechtschaffenes Wesen ist. '
Gott ist es, der uns befestigt in Christo, und der Mann wird nicht ruhen, bis er sein Werk vollendet hat. Wohl Allen, die ihm trauen. (Gottfried Daniel Krummacher)