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Matthäus 15,26

Matthäus 15,26

Andachten

Er sprach: Es ist nicht fein, dass man den Kindern das Brot nehme, und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja Herr, aber doch essen die Hündlein von den Brosamlein, die von ihrer Herren Tische fallen.
Wärest du noch dageblieben? Hätten wir nicht zumeist gesagt: „Nein, an den Mann verliere ich kein Wort mehr. Lieber mag das Kind sterben.“ Woher wäre dieses Aufbrausen? Aus unserer tiefsten Schoßsünde, aus dem Hochmute. Einen Verlust an unseren Gütern um unserer Sünde willen, einen Vorwurf, dass wir aus der Liebe Gottes gewichen sind, ertragen wir noch. Aber wenn es, auch verdienter Weise, herankommt an die Ehre, dann denken Tausende, sie können nicht mehr leben. Wenn wir es doch bedächten, dass Gott den Sünder erst ganz klein machen muss, ehe er ihn groß macht! Jenes Weib antwortet: „Ja Herr, aber doch essen die Hündlein von den Brosamen, die von ihrer Herren Tische fallen.“ Ja Herr. Mit diesen Worten nimmt sie die ganze Schuld auf sich, die der Herr ausgesprochen, die ganze Schmach, die er über sie gebracht hat. Aber doch. O was ruht in diesem Worte! Das gedemütigte Herz erhebt sich aus dem Abgrunde der Sünde zur Höhe der Gnade. Die Augen waren niedergeschlagen, sie richtet sie aber zu ihm auf. Jenes war ein Sündenbekenntnis, dieses ist eine Appellation an die ewige Erbarmung. Jenes Wort zeigt sie in der Todesflut, in diesem reckt sie die Hand aus nach dem Fürsten des Lebens. Christ, dein ganzes Heil hängt an den zwei Worten: „Ja Herr, aber doch.“ Wer nicht hinab gestiegen ist in die Tiefe seiner Sünde, wer die Finsternis und Todesnacht des eigenen Herzens nicht geschaut hat, der kann nimmer die Wimpern der Morgenröte sehen, dem geht keine Sonne auf. Durch Wehmut und Demut und Christi Blut geht die enge Straße zum ewigen Gut.

Lieber Vater im Himmel, es fällt uns oft so schwer, demütig uns in deine Wege zu schicken. Wir möchten uns gern selbst wählen, was wir haben und wie wir gehen wollen. Ach, lass uns bei dir bleiben auch wo du uns demütigest, und still hinnehmen, was du zur Züchtigung und Besserung über uns verhängst. Ob du auch zeitenweise dein Antlitz verbirgst, wir wissen ja doch, dass deine Güte und Treue alle Morgen neu ist. Lass auch, o Vater des Lichtes, nachdem das Auge erwacht ist, meine Seele erwachen zu neuem Preis deiner Barmherzigkeit. Lass, da der Mund redet, auch mein Gewissen in mir reden, und mich mahnen, wie nötig bei aller Sünde die Demut ist, die allein dann in festem Glauben rufen kann: Ja, Herr, aber doch! Amen! (Friedrich Ahlfeld)

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nt/40/matthaeus_15_26.txt · Zuletzt geändert: von aj
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