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Matthäus 14,23

Matthäus 14,23

Andachten

Da Er das Volk von Sich gelassen hatte, stieg Er auf einen Berg allein, dass Er betete; und am Abend war Er allein daselbst.
(Matth. 14, 23.)

Gewiss, es soll und muss den Christen drängen, sich aus der Welt und ihrer Arbeit und Sorge und Versuchung heraus. in die Stille und Einsamkeit zu flüchten, um sich über sich selbst zu besinnen und neue Kraft und Weihe für die Arbeit, wie für die Leiden des Lebens zu suchen. Heilige Stunden eines Jüngers Christi, wenn er nach dem Bilde des Meisters aus der Welt in die Gemeinschaft seines Gottes fliehen darf, und selige Frucht solcher einsamen Stunden, wenn nun der Vater, der ins Verborgene sieht, es dem Beter vergilt öffentlich! (Friedrich Luger)


“Und da er das Volk von sich gelassen hatte, stieg er auf einen Berg allein, dass er betete.“
Das hohepriesterliche Gebet, wie es uns Johannes berichtet, ist von unvergleichlicher Hoheit und Schönheit. Aber ich meine, es trägt seinen durchleuchteten Charakter von der Stunde, in der es gesprochen wurde. Da ist kein Satz, den man anders sich wünschen möchte. Vor der Finsternis seines Leidens konnte und musste Jesus nur so beten. Aber alle die früheren Gebetsstunden, die er mit seinem Vater zugebracht - was mögen sie enthalten haben? Es werden uns von den Evangelisten außer jenem großen Gebet nur einzelne, kurze Gebetsworte Jesu berichtet. Was mag er im Verborgenen mit dem Vater geredet haben? Wenn wir uns manches darüber denken, dürfen wir es doch nicht als sicher behaupten. Wollen wir uns daran genügen lassen, dass solche Erwähnung seines einsamen Ringens und Redens mit dem Vater ein ausgestreckter Finger ist, der uns erst recht in die Einsamkeit weist. Wir gehen sonst an dem lauten Treiben, auch dem frommen Andachtsbetriebe zugrunde, wenn unsere Seele es nicht lernt, in der Stille mit Jesus allein zu reden. Wenn wir das auf Erden weder kennen, noch können, noch mögen - was wollen wir mit der Ewigkeit anfangen, da wir beim Herrn sein werden allezeit?

Darum suche ich, Herr, dein Antlitz im Verborgenen. Lass dich finden, wenn mein Auge tränt zu dir. Mit Menschen habe ich zu viel geredet, mich dabei oft versündigt. Mit dir immer noch zu wenig! Ich will alle anderen Türen schließen und an deiner wachen, bis du auftust. Amen. (Samuel Keller)

Predigten

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