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Offenbarung 3,1

Offenbarung 3,1

Andachten

Wenn in den bisherigen Gemeinden immer Lob und Tadel gemischt war, so wird von den drei kommenden im dritten Kapitel Sardes im Ganzen keines Lobes von ihrem Meister würdig befunden, Laodicäa empfängt dagegen nur Tadel, Philadelphia nur Lob. Bisher waren die Gemeinden nur gewarnt, als die erst noch in der Gefahr standen, verweltlich zu werden; Sardes und Laodicäa werden behandelt, als die schon verweltlicht wären; Philadelphia, als wenn sie alles Weltliche bereits überwunden hätte. Sardes ist das Bild einer Gemeinde, die von Andern für besser gehalten wird, als sie ist; Laodicäa stellt die dar, die sich selbst für besser halten; Philadelphia wird von Andern geachtet, und achtet sich selbst für nichts als für gering, aber gerade da sie so sich erniedrigt, wird sie von dem Menschensohne erhöht. – Der Herr schmeichelt Sardes nicht, Er sagt’s ihr, sie haben den Namen, dass sie lebe, und sei tot, ihr Christentum sei nur ein Scheinleben; aber doch trägt Er sie noch in Liebe, und möchte sie gern noch retten und stärken. Nur dass diese tragende Liebe bei dem unbußfertigen großen Haufen endlich ihre Grenze findet; unter welchem der Herr die kleine Anzahl der Frommen wohl herauszufinden weiß und überhaupt der Bußfertigen sich auch hier annimmt mit treuer Gnade. Die Feinde, welche da überwunden werden müssen, sind die Schläfrigkeit und die Widerspenstigkeit; denn einschläfernd ist es, wenn man beständig uns lobt und sich von allen Seiten zufrieden bezeigt, und es kommt dann mit uns dahin, dass wir nicht aufstehen mögen, auch wenn der Herr selber uns weckt; andererseits tut’s wehe, einen Zustand für schlimm und gefährlich zu erklären, den man so lange selbst für vortrefflich gehalten und der von Allen gelobt wird. O Herr, bewahre mich vor solcher Seelengefahr, dass es mir nicht wie Sardes gehe; gib mir selbstverleugnende Demut und Kindeseinfalt. Noch steht unser Name im Lebensbuch: o dass er niemals ausgelöscht werde! Amen. (Friedrich Arndt)


Ich weiß deine Werke.

Der Sohn Gottes spricht: „Ich weiß deine Werke; denn du hast den Namen, dass du lebst, und bist tot. Sei wacker und stärke das andere, das sterben will, denn ich habe deine Werke nicht völlig erfunden vor Gott. So gedenke nun, wie du empfangen und gehört hast, und halte es, und tue Buße. So du nicht wirst wachen, werde ich über dich kommen wie ein Dieb, und wirst nicht wissen, welche Stunde ich über dich kommen werde“ (Offenb. Joh. 3,1-3.). - O wie mancher Mensch würde vor Scham und Bestürzung glauben zu Boden sinken zu müssen, wenn ein Mann, an dessen Liebe und Hochachtung ihm alles gelegen ist, dem er sich nur in einem vorteilhaften Licht zu zeigen und vor dem er alles Böse klüglich zu verbergen suchte, ihm unter die Augen träte und spräche: „Ich weiß deine Werke, ich weiß alles, was du da und da getan und getrieben hast; deine Heuchelei, dein Schöntun und Gleißen hilft dir nicht, ich kenne dich.“ - Nun aber spricht der Sohn Gottes, der die Schlüssel hat der Hölle und des Todes, dein Herr und dein Richter zu dir: „Ich weiß deine Werke!“ - Wie ist dir dabei zu Mute? Du bekennst Christum mit dem Mund und verleugnest ihn mit dem Wandel; du weißt seine Gebote, und tust doch nicht, was er dir gebietet; du hast in seinem Hause und an seinem Tisch den Schein eines gottseligen Wesens, aber seine Kraft im häuslichen und öffentlichen Leben ist nicht zu merken. Was hast du denn nun? - Den Namen, dass du lebst, und bist tot. - Aber sein lebendigmachendes Wort ruft dir zu: „Sei wacker, wache auf, und was noch an göttlichem Leben in dir übrig ist, das stärke durchs Gebet, ehe es stirbt, und du als ein dürres abgestorbenes Holz für nichts weiter, als für das Feuer taugst; denn so, wie du jetzt bist, hat er deine Werke, wenn du dein Tun auch noch so sehr schmückst, nicht völlig erfunden. Darum gedenke, wie du empfangen und gehört hast, was dir vordem gesagt und vertraut war. Den Weg, den du verlassen hast, suche wieder; tue Buße und wache von nun an, dass der Herr nicht unerwartet und plötzlich über dich komme, und du aus dem Mund des Richters das Donnerwort hören musst: „Ich weiß deine Werke!“ - Denn so freundlich der Herr der Seele ist, die nach ihm fragt, und so wenig er einen ausstößt, der zu ihm kommt; so ernstlich und genau nimmt er es mit allen, die sich zu ihm bekennen; so wenig duldet er Heuchelei und Scheinheiligkeit, Trägheit und Fahrlässigkeit bei denen, welchen er so große Gnaden und Gaben anvertraut hat. Darum lasst uns unter einander unserer selbst wahrnehmen mit Reizen zur Liebe und guten Werken. Denn der Herr wird sein Volk richten. (Carl Johann Philipp Spitta)


Das sagt, der die Geister Gottes hat und die sieben Sterne: Ich weiß deine Werke, denn du hast den Namen, dass du lebst, und bist tot. So du nicht wirst wachen, werde ich über dich kommen wie ein Dieb, und wirst nicht wissen, welche Stunde ich über dich kommen werde. Wer überwindet, der soll mit weißen Kleidern angelegt werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buche des Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.

Wie Sie sehr tief dringt doch dieses Wort: „Du hast den Namen, dass Du lebst und bist tot!“ da möchte man wie die Jünger beim letzten Passahmahl in sich schlagen und mit viel Seufzen fragen: „Herr, bin ich's?“ Den Namen, dass sie leben, haben ja Viele. Da braucht man nur das Äußerliche mitzumachen und ein wenig von der Sprache Kanaans zu verstehen und an allerlei Vereinen Teil zu nehmen, dann hat man den Namen, dass man lebe. Aber, der die Geister Gottes hat, der sieht auf ganz Anderes. Wo ist der Platz Deines Händefaltens und Kniebeugens im Kämmerlein, wo Du die Tür hinter Dir zumachst, was gibt's da zu sehen? Da handelt es sich um das wahre, warme Leben, da geht der Tod nicht mit hinein! Und wer geht mit Dir Sonntags in Deinen Kirchenstuhl, der Pharisäer oder der Zöllner? Und wie ist's mit Deiner armen Seele, wenn Du auf die Trübsals-Waage gelegt wirst, heißt's da auch: „Gewogen und zu leicht befunden!? Und was geschieht, wenn Dein bitterster Feind an Deine Tür klopft, und der Dich tödlich beleidigt hat, Einlass begehrt? Das sind bedenkliche Fragen! Gott gebe, dass Dich bei solchen Fragen nicht das Wort treffe: Du hast den Namen, dass Du lebst, aber Du bist tot. Überwinden sollen wir! was denn überwinden? Den alten Adam, dass er sterbe mit allen Sünden und bösen Lüsten. So lange Das nicht im Werk ist, sind wir dem Geiste nach tot, ob wir auch noch so viel reden machen von unserer Frömmigkeit. Lieben Brüder! Diese letzten Tage des Kirchenjahres sind gesetzt als Tage der Selbstprüfung zur Selbsterkenntnis. Das Ende mit dem Gericht kommt ja immer näher heran; wer wird alsdann überwinden, wer wird mit weißen Kleidern angetan? Nur, der das wahrhaftige Leben in sich trägt, nicht wer den Namen nur hat. O, mein Jesu! errette meine Seele vom Tode! tilge nicht aus meinen Namen aus dem Buche des Lebens, bekenne ihn vor Deinem Vater und vor Seinen Engeln! (Nikolaus Fries)

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nt/66/offenbarung_3_1.txt · Zuletzt geändert: von aj
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