Offenbarung 14,6
Andachten
Offenbarung 14,6-20
Von vier großen Ereignissen ist in diesen Worten die Rede, welche der letzten Zeit der Welt unmittelbar vorhergehen. 1) von der Reformation und der Ausbreitung des Evangelii über die ganze Erde (V. 6. 7.). 2) vom Sturze des römischen Papsttums (V. 8.). 3) vom antichristlichen Geiste, der, in Rom begonnen, im falschen Propheten immer mehr Nahrung gefunden hatte, endlich bis zum höchsten Gipfel des Verderbens wächst (V. 9-13.). Hier gilt es, dass die Heiligen eine besonders treue Ausdauer beweisen und dem Verführer widerstehen bis aufs Blut im Kampf wider die Sünde; und das um so mehr, da der Herr für alle treuen Kämpfer die köstliche Verheißung hinzugefügt: dass die im Glauben an Christum sterben, vom Augenblick ihres Todes an zum Vollgenuss der Seligkeit und Herrlichkeit gelangen sollen. 4) von dem beginnenden Gericht über die Erde. Es ist dies noch nicht das letzte oder Weltgericht; vor dessen Eintritt kommt erst noch das tausendjährige Reich und der allerletzte Streit mit dem Satan und dessen vollständige und ewige Überwindung; aber es ist ein Vorbote des allgemeinen Weltgerichts, zunächst nur auf die Erde beschränkt. Die angedrohten Strafgerichte treffen die Gemeinde des Herrn nicht, das Volk Gottes bleibt, wie einst Israel in Gosen, davon verschont. Das Nähere von dem Allen enthüllt sich dem Apostel erst in den folgenden Kapiteln, ist aber natürlich im Einzelnen uns noch unklar, weil es noch zukünftig ist. So viel ist aber gewiss, jeder von uns ist ein Halm und eine Beere, und der Tod ist die Sichel, die einmal auf ihn angeschlagen wird. Keiner weiß, wie bald! Wenige sehen acht Tage vorher ihr Ende kommen; den Meisten kommt es unerwartet, wie ein Dieb in der Nacht. Darum richte dich ein, dass du dann nicht in die Kelter des Zornes Gottes geworfen werdest, sondern mit neuen Kleidern angetan und Palmen in den Händen, in die Friedensstadt einziehst! Wer sich eine Distel weiß, suche ein Weizenhalm zu werden. Amen. (Friedrich Arndt)