Offenbarung 14,1
Andachten
Offenbarung 14,1-5.
Bisher hatte Johannes unsere Blicke gerichtet auf Begebenheiten, die sich auf der Erde zutragen würden; heute öffnet er uns wieder einmal einen Blick in den Himmel. Jene irdischen Blicke enthalten nur betrübende Fernsichten, der Himmelsblick zeigt uns wieder erfreuliche Gegenstände. Der Herr hat bei der großen Schaar derer, welche das Tier anbeteten, sich doch auch noch sein Heer erhalten, die dem Lamme nachgefolgt sind. Auch sind noch andere Scharen von Überwindern drüben nach Kap. 7, die diesen 144,000 vermutlich zuhören, wenn sie dem Lamme ihr herrliches Lied singen, das Niemand außer ihnen lernen kann. Ich will gern auch ihr Zuhörer sein auf dem Berge Zion, wenn mir’s der Herr vergönnt, weil ich mich für zu schwach halte, um unter sie zu kommen. Johannes sah im Gesicht schon die volle Zahl, vermutlich leben noch viele unter uns, die einst dazu kommen sollen. Das wird dann ein reiner Ton sein und keine so heiseren Stimmen mehr, wie wir sie so oft haben beim Loben und Danken. Da wird man keinem mehr es anspüren, wenn er etwa auf Erden keine Gaben hatte, eine Melodie mitzusingen; aber geistlicher Weise wird man ihnen doch hier schon etwas angespürt haben von dem reinen Ton im Lobe Gottes, der drüben aus ihrem Munde geht. „Diese sind es, die mit Weibern nicht befleckt sind, sonderlich sind Jungfrauen und Junggesellen, Leute von beiderlei Geschlecht, die sich rein bewahrt, ein ernstes, heiliges Gemüt besessen haben, und folgen dem Lamme nach, wo es hingeht, hier unter das Kreuz, dort in die Herrlichkeit: sie haben in Aufrichtigkeit und Wahrheit Gott gedient.“ Wohlan, es sei hier schon meine Lebensregel: „Deine Rechte sind mein Lied im Hause meiner Wallfahrt,“ und mein redlicher Entschluss:
Indessen sing’ ich unter Tränen
Gott und dem Lamm mein Pilgerlied;
Die Zeit kommt doch, nach meinem Sehnen,
Dass Gott zum neuen Lied mich zieht.
Hier heißt der Text: o wär’ ich da!
Dort sing ich mit: Hallelujah! Amen. (Friedrich Arndt)