1. Johannes 2,17
Andachten
Die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.
Die Bewegursache, nicht die Welt, sondern Gott zu lieben, ist, weil a) ein Buhler der Welt Gottes Huld und Liebe verscherzt; denn er liebt nur, was sein ist; dergleichen Werk von ihm ist nicht die Liebe der Welt, welche der Teufel, der Fürst dieser Welt, gestiftet. b) Weil die Welt vergeht wie ein Rauch, voller Unbeständigkeit und Untreu; - sie samt der Lust! was Freude gebracht, bringt Leid: die Rosen Dörner die Lust - Wust, die Sünde - der Tod und alles Herze leid. c) Weil, wer Gottes Willen tut, bleibt ewig, vergeht nicht wie die Welt, und hat sich keines Verdrusses, keiner Veränderung, keiner Wankelmütigkeit zu befahren. (Dr. R. Hedinger.)
Die Welt vergeht mit ihrer Lust, wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.
Es ist gewiss, dass die Erde mit allen ihren Kostbarkeiten für den Geist eine Wüste ist, die ihm die sättigende Speise nicht gibt, die er ersehnt. Was ist es im Grunde betrachtet mit der Welt und allem, was darin ist, es mag Namen haben, wie es will? Eitelkeit der Eitelkeiten, sagt Salomo. Er sagt's, von eigener Erfahrung belehrt, er sagt's, im Besitz des Höchsten, was die Welt an Herrlichkeit darbietet, und was er sagt, gilt noch stets. Er sagt auch sonst: Gut hilft nicht am Tage der Not, und der Psalmist lehrt mit Recht: Einem König hilft nicht seine große Macht und die Riesen werden nicht errettet durch ihre große Stärke (sonst würden sie nicht sterben), viele Rosse helfen auch nicht. Es vergeht alles mit einander und es kommt die Zeit, wo es gar nichts gilt, mag jemand reich oder arm sein, oder was er sonst will und kann, sondern wo ganz andere Dinge gelten, die die Erde nicht hat und nicht liebt. Wohl dem, in dessen Sinn und Urteil diese Welt auch nicht anders als eine Wüste gilt, und der sich so gut durch dieselbe windet, als es angeht. Wohl dem, der dabei ein anderes Vaterland kennt und sucht und weiß, wie die heiligen Erzväter. - Nein, der Christ ist hier nicht zu Hause, und findet hier nicht, was seine Seele sättigt. (Gottfried Daniel Krummacher)