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2. Petrus 3,3

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Andachten

Wisst, dass in den letzten Tagen kommen werden Spötter, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln und sagen: wo ist die Verheißung Seiner Zukunft?
Durch die List des Teufels und die Argheit der Menschen sind in der christlichen Kirche schon viele falschen Lehren aufgestanden. Schon zur Zeit der Apostel wurde die Lehre von dem göttlichen Wesen, von der menschlichen Natur Jesu Christi, von der Auferstehung, und von der Sünde durch ein ungeistliches, loses Geschwätz, und durch das Gezänk einer falsch berühmten Kunst, wie es Paulus 1 Tim. 6,20. nennt, angefochten und verleugnet. Hernach verleugneten Leute von einer andern Gattung die ewige Gottheit des Sohnes Gottes, oder irrten in Ansehung der Vereinigung Seiner göttlichen und menschlichen Natur. Bald hernach wurde der in aller Menschen Herzen steckende heuchlerische Stolz in eine Lehrform gebracht, und nach derselben eine falsche, geistlose und mit Aberglauben durchsäuerte Frömmigkeit aufgebracht, womit der Heilige Geist nichts zu tun haben sollte, und wobei auch die Notwendigkeit Seiner Wirkungen ganz oder zum Teil ausdrücklich verleugnet wurde. Auch wurde die Ehre Seines Verdienstes durch aufgebrachte eigene Büßungen, falsche Opfer, und den Missbrauch der Schlüssel des Himmelreichs geschmälert. Auch zur gegenwärtigen Zeit sind Lehrformen und Anstalten genug in der Welt, wodurch man Alte und Junge, ohne die Erbsünde in die Rechnung zu nehmen, und ohne die Wirkungen des Heiligen Geistes, durch natürliche Kräfte fromm machen will, und das teure Verdienst Christi wird von Vielen, die Christen und Lehrer der Christen heißen wollen, geleugnet. Ist etwas vom Aberglauben dabei gefallen, so ist der Unglaube desto höher gestiegen. Der Widerchrist wird das Gift aller Ketzereien in sich haben. Er wird den Vater und Sohn leugnen, 1 Joh. 2,22. Er wird sich in den Tempel Gottes setzen als ein Gott, und wird vorgeben, er sei Gott, 2 Thess. 2,4., wider den Gott aller Götter aber wird er gräulich reden Dan. 11,86. Nach seinem Untergang werden bessere Zeiten kommen: aber in den letzten Tagen der Welt werden Spötter kommen, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln und sagen: wo ist die Verheißung Seiner Zukunft? Sie werden also vornehmlich den Artikel von der Zukunft Christi zum Gericht leugnen, und zwar zu einer Zeit, da diese Zukunft ganz nahe sein wird. Was ist nun bei so vielen Widersprüchen und Irrungen zu tun? Der Heilige Geist sagt es uns Offenb. Joh. 14,12., wo Er spricht: hie ist Geduld der Heiligen, hie sind, die da halten die Gebote Gottes, und den Glauben Jesu. Geduld der Heiligen ist nötig, wenn man unter abergläubigen und ungläubigen Menschen, unter Spöttern und Verächtern leben muss, und wenn diese endlich die Macht bekommen, die Bekenner der Wahrheit zu verfolgen. Hier erlangen aber diejenigen den Preis, welche die Gebote Gottes halten, folglich nicht wie die Spötter nach ihren eigenen Lüsten wandeln. Die Liebe zur Sünde ist immer eine Ursache des Hasses wider die Wahrheit, und eine jede Ketzerei entsteht aus dem Ungehorsam gegen die Gebote Gottes. Der HErr erhalte und befestige uns durch Seinen Geist im Glauben, in der Geduld und in der ganzen Lauterkeit des Sinnes. (Magnus Friedrich Roos)


Wisst das aufs erste, dass in den letzten Tagen kommen werden Spötter, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln.
Wenn der Landmann seine Saat gestreut hat, und er sieht dann die Keime aus der Erde hervorkommen und die Felder mit einer grünen Matte bedeckt, so geht seine Hoffnung an. Und wenn dann die Halme in die Ähren schießen, die Ähren sich zur Erde neigen und ihr grünes Kleid mit dem goldenen vertauschen, so weiß er, dass die Ernte da ist. Anders ist es im Reiche Gottes, denn da wird zwar auch gesät, und es wird die Zeit der Ernte kommen, aber das Keimen und Wachsen geschieht im Verborgenen, und niemand weiß, wann die Ernte kommt. Darum hat es auch zu aller Zeit Leute gegeben, welche behaupten, die Hoffnung der Christen sei eitel, und wenn sie auch eine Auferstehung nicht leugnen wollen, so soll sie doch nur geistlich zu verstehen sein. Der Feind hat seinen Unkrautsamen zwischen den Weizen gesät und auch allezeit Herzen und Boden dafür gefunden. Aber je länger die Zeit der Ernte verzieht, desto üppiger schießt auch das Unkraut empor. Es werden in den legten Zeiten Spötter kommen, denen es nicht um die Wahrheit zu tun ist, sondern darum, dass die Wahrheit nicht gelten soll; denn sie wollen nach ihren Lüsten leben, darum wollen sie von dem strafenden Gerichte nichts hören, welches sie aus ihrer Sicherheit aufschreckt und den Untergang der Welt und aller ihrer Herrlichkeit verkündet. Und weil sie die Wahrheit nicht mit Gründen bestreiten können, so halten sie sich an den Schein und bringen die Sache in einen auffallenden und lächerlichen Widerspruch mit sich selbst oder mit andern gewissen Dingen. Sie werden auch immer Herzen finden, die ihnen zufallen. Wer aber an Gottes Wort sich hält, dem ist ihr Spott nur eine umso gewissere Anzeige, dass das Ende kommt.

Gnädiger Gott, der Du bist unsere Zuflucht für und für, lass uns bald ewig zu Dir kommen, wie Du uns in dieser Zeit zu Dir gezogen hast aus lauter Güte. Unser Herz verlangt nach Dir, ein. zugehen in Deine ewigen Wohnungen und Dein Angesicht zu schauen in Gerechtigkeit. So lange wir warten müssen auf die Zeit, hilf uns bereit sein, zu jeder Stunde dem HErrn entgegen zu gehen und unbefleckt in Frieden vor Ihm erfunden zu werden. Amen. (Hermann Haccius)

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