2. Petrus 1,18
Andachten
Und die Stimme haben wir gehört vom Himmel gebracht, da wir mit Ihm waren auf dem heiligen Berge.
Auf dem Berge der Verklärung, den er um der Offenbarung Gottes willen den heiligen Berg nennt, haben Petrus und seine beiden Mitapostel Johannes und Jakobus mit offenen Augen die Herrlichkeit des HErrn gesehen. Seine Knechtsgestalt ist vor ihnen durchsichtig geworden, und sie haben die darunter verborgene göttliche Gestalt erschaut. Als den Herrn und Erben dieser Welt sahen sie den HErrn dargestellt in himmlischer Verklärung und vernahmen das Zeugnis, welches der Vater von dem Sohne zeugte. Auf dieser göttlichen Tatsache ruht ihre Verkündigung, und darum ist sie gewiss und kann nicht fehlen. Was sie hier auf Augenblicke zu sehen gewürdigt waren, das wird einmal in voller Wirklichkeit erscheinen, und wie alle Niedrigkeit und Schwachheit und Kreuz und Tod JEsu Christi verschlungen sind in den Sieg der Auferstehung und Himmelfahrt und herrlichen Ausgießung des Heiligen Geistes, so wird auch Seine Sache einmal siegen, Sein Reich triumphieren, und Himmel und Erde werden sich verwandeln in eine Hütte Gottes unter den Menschen. Wir sehen nun zwar nicht, was Petrus und seine Mitapostel gesehen haben. Aber aus ihrer schlichten Beschreibung, die ohne Kunst der Worte, ohne Schmuck und Pracht die größte Begebenheit der Welt erzählt, tritt uns das Bild des Sohnes Gottes in Seiner ganzen Schönheit und Majestät entgegen, und ein Strahl aus Seinem Lichte leuchtet heller und erquickt das Herz mehr, als alles gerühmte Licht der Welt und ihrer Weisheit. Lasst uns nur Christum suchen in dem Worte Seiner vorerwählten Zeugen, da werden wir genug sehen und hören, um vor Ihm niederzufallen und anzubeten: Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn!
Lieber HErr JEsu, Du gehst hervor aus dem Lichte Deines Vaters als der helle Morgenstern, zu erscheinen denen, die da sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und offenbar zu werden Deinem Volke in der ehrlichen Pracht Deines Königreichs. Hilf HErr, dass wir Dich erkennen, und gib uns so viel Deiner Klarheit, als unsere blöden Augen vertragen mögen. Wir haben ja Dein Wort, das helle Licht; lass uns darauf achten, damit Du selbst in uns wohnest und unsern Glauben stärkest; denn mit dem Worte kommst Du ja selber und willst in uns einziehen. Amen. (Hermann Haccius)