1. Petrus 1,15
Andachten
Wie der, der euch berufen hat, heilig ist, also werdet auch ihr heilig in allem euerm Wandel.
„Ihr seid teuer erkauft, darum preist Gott mit eurem Leibe und mit eurem Geiste, welche Gottes sind!“ so ruft uns dieser neue Tag zu, den uns Gott geschenkt hat. Denn es ist ja der Tag, an welchem unser Heiland Jesus Christus am Kreuze gestorben ist, um sein Erlösungswerk zu vollenden, zu besiegeln, um für die Wahrheit das unumstößlichste Zeugnis abzulegen, um seine Liebe zu den Brüdern, seinen Gehorsam bis in den Tod zu bewähren, um die weltüberwindende Macht der seligen Gotteskindschaft an den Tag zu legen. wenn wir daran denken, was er, der Reine, Liebevolle, Herrliche an diesem Tage gelitten, welch' ein heilig großes Opfer er gebracht hat, indem er im Dienste der Menschheit, zu ihrer Rettung von Sünde und Elend sein Leben dahingab, nachdem er schon vorher alle Tage desselben ihr geweiht hatte, so müssen wir es recht tief empfinden, dass wir teuer erkauft sind, teuer erkauft aus der Knechtschaft religiösen Wahns und sittlicher Ohnmacht, der wir sonst anheimgefallen wären, teuer erkauft mit dem Herzblut des Edelsten, Besten, der auf Erden gewandelt! Lass uns denn, o Gott, von innigem Dankgefühl für solche Wohltat durchdrungen werden, lehre uns höher von uns selbst denken, da wir solchen Opfers wert erachtet sind, und uns desselben auch mit der Tat würdig zeigen! Lehre uns dir den rechten Dank dafür erstatten dadurch, dass wir nach des Apostels Mahnung dich preisen mit unserem Leibe und Geiste, welche beide dir angehören! Mit unserem Leibe wollen wir dich preisen, indem wir seine Glieder regen, seine Sinne gebrauchen zu deiner Ehre und zum Wohle der Mitmenschen. Wir wollen mit unsern Händen still und treu unsere Arbeit verrichten und Werke der Hilfe und Barmherzigkeit üben, mit unserer Zunge dich loben, die Wahrheit reden, das Recht versechten, Worte der Liebe und des Trostes spenden, mit unsern Augen die Wunder deiner Schöpfung betrachten und wachen über Alle, deren Wohlfahrt du uns anvertraut hast, indem wir unsern Leib vernünftig, nicht zur Erfüllung der Lüste, pflegen und zum willigen, tüchtigen Diener des Geistes heranziehen. Mit unserem Geiste aber wollen wir dich preisen, indem wir ihn, soweit uns hierzu Kraft und Anlass geboten ist, ausbilden nach allen Seiten. Wir wollen unsere Vernunft gebrauchen, deine Offenbarungen überallher zu vernehmen, die Welt im Lichte dieser Offenbarungen zu erkennen und nach ihrem wahren Werte zu schätzen. Wir wollen unsere Gefühle dir weihen und allem Schönen und Guten, unser Herz veredeln zu einem Tempel deines Heiligen Geistes, unser Gewissen wachhalten und schärfen, dass uns deine Stimme immer lauter und deutlicher daraus entgegenklinge. Wir wollen unsern Willen mit dem deinen einigen, unsern Charakter befestigen und läutern und so unser ganzes Innere zu deinem Bilde verklären. Dazu schenke uns, da wir ohne dich nichts vermögen, deine Kraft und Deinen Segen, Allgütiger, heute und alle Tage unseres Lebens. Amen. (Robert Grubenmann)