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Hebräer 2,3

Hebräer 2,3

Andachten

“Wie wollen wir entfliehen, so wir eine solche Seligkeit nicht achten?“
Kann diese Frage im Ernst noch an Menschen gestellt werden, die jetzt schon etwas von solcher Errettung genießen? Oder passt sie nicht vielleicht nur auf solche, die, weil sie die Kraft und Wirklichkeit Jesu gar nicht erfahrungsgemäß einschätzen können, sich von der bloßen Heilsbotschaft geringschätzig abkehren? Müsste dann nicht die Fürbitte Jesu ihnen allen gelten: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun! Damit ein Schuldmoment hinzukomme, muss der Mensch doch wenigstens davon überzeugt werden, dass ihm mit diesem Evangelium eine große, herrliche, wichtige Gabe nahe kommt und dass er sein Heil von sich stößt, wenn er nicht darauf eingeht. Vielleicht passt die Mahnung auch auf uns, wenn wir uns vom Gefühl des Augenblicks vortäuschen lassen, als wären Schmerzen und Sorgen von heute größer und schrecklicher als die gewisse Errettung von der Sünde durch Jesus. Prüfe dich, mein Herz, ob dir in jedem Augenblick die Größe deiner Seligkeit so deutlich vor dem inneren Sinn steht, dass daneben die kleinen Erdendinge auch wirklich so erscheinen, wie sie in der Tat sind - nämlich wirklich klein!

Herr, unser Gott, gib uns dankbare Herzen für die erlebte Errettung und lass uns groß erscheinen, was groß ist, dass wir davon einen richtigen Maßstab für all das andere hernehmen. Ist uns die Seligkeit gewiss, dann nimm den Erdendingen ihren Glanz und ihre Größe. Amen. (Samuel Keller)


Wie wollen wir entfliehen, so wir eine solche Seligkeit nicht achten?

Der Apostel macht hier diesen Schluss: so das Wort fest worden ist, das durch die Engel geredet ist, und eine jegliche Übertretung und Ungehorsam hat empfangen seinen rechten Lohn: wie wollen wir entfliehen, so wir eine solche Seligkeit nicht achten? Welche, nachdem sie erstlich gepredigt ist durch den HErrn, ist sie auf uns kommen durch die, so es gehört haben. Und Gott hat ihr Zeugnis gegeben mit Zeichen, Wundern und mancherlei Kräften, und mit Austeilung des Heiligen Geistes nach Seinem Willen, Hebr. 2,2.3.4. Er vergleicht hier die gepredigte Seligkeit mit dem Wort, das durch die Engel geredet worden ist. Dieses Wort ist alles dasjenige, was Gott auf dem Berg Sinai geredet hat, da Er die Engel als Werkzeuge brauchte, wie auch Gal. 3,19. und Apost. Gesch. 7,53. gesagt wird. Dieses Wort enthielt nicht nur das Gesetz, von welchem Paulus sonst sagt, dass es als abgerissen von den Verheißungen (wie die Juden es behandelten) töte und verdamme, sondern es enthielt auch die große Verheißung, dass Gott Israels Gott sein wolle, und viele andere tröstliche Zusagen Gottes. Dieses Wort nun ist fest worden, das ist, Gott hat ernstlich darob gehalten, und wer dasselbe übertreten und ihm kein Gehör gegeben hat, empfing seinen rechten Lohn, oder seine gebührende Strafe. Was ist aber nun im Neuen Testament gepredigt worden? Seligkeit ist gepredigt worden. Obschon diejenigen, die das sinaitische Wort annahmen, vermöge der Verheißungen, die darin enthalten waren, auch selig werden konnten, so ist doch die Seligkeit viel heller und völliger im Evangelium des neuen Testaments gepredigt worden. Von wem ist sie aber gepredigt worden? Erstlich von dem HErrn, dem Sohn Gottes, selbst und unmittelbar, so dass die Engel dabei nicht gewürdigt wurden, die Werkzeuge zu sein. Von wem ist sie aber nach der Himmelfahrt des HErrn gepredigt worden? Von denen, die den HErrn selbst gehört hatten, nämlich von Seinen Aposteln und Jüngern. Diese haben die Seligkeitspredigt als etwas Wahres und Gewisses auf Andere übergetragen. Ist sie aber auch wahr? Ja, denn Gott hat ihr Zeugnis gegeben mit Zeichen und Wundern und mancherlei Geisteskräften, und mit Austeilung des Heiligen Geistes, der sich in verschiedenen Gaben offenbarte nach Seinem Willen. Wie wollen wir nun entfliehen, wenn wir eine solche gepredigte Seligkeit, ein solches Evangelium nicht achten, dessen erster Prediger der Sohn Gottes selber war, und dem Gott die deutlichsten Siegel der Glaubwürdigkeit aufgedrückt hat? Wer achtet sie aber nicht? Derjenige achtet sie nicht, der des evangelischen Worts nicht wahrnimmt, Kap. 2,1., darauf nicht Acht hat, die gepredigte Seligkeit nicht begierig ergreift, ein arges ungläubiges Herz behält, Kap. 3,12., und bei dem längeren Gehör des Worts sein Herz verstockt, und zu den heilsamen Rührungen unfähiger macht, V. 15. Solche Leute fahren sodann an dem Port der Seligkeit vorbei und ins Verderben dahin, Kap. 2,1., ob sie es schon als Träumende bei Leibesleben nicht wissen. Sie wollen nichts, und erlangen auch nichts von allem dem Guten, das ihnen gepredigt worden ist. Der HErr wecke uns also aufs Neue auf, die gepredigte Seligkeit recht hoch zu achten, und des Worts wohl wahrzunehmen, damit wir selig werden nach Seinem Wort. (Magnus Friedrich Roos)


Wie wollen wir entfliehen, so wir eine solche Seligkeit nicht achten? welche, nachdem sie erstlich gepredigt ist durch den Herrn, ist sie auf uns gekommen durch die, so es gehört haben.
Was der Herr zu seinen Untertanen geredet hat, muss gelten. Man muss auf das kommen, wie man selig werden will; es gibt keine Nebenwege. Man muss den, Matth. 7, 13. 14., angegebenen schmalen Weg gehen, d. i. neben diesem Weg und Wahrheit darf man nicht spazieren. Das kann und darf man nicht übergehen, wenn man das Leben und die Seligkeit erreichen will. Tut ein Lehrer nicht, was er lehrt, so schließen die Leute daraus, es sei keine unumgängliche Wahrheit, man könne auch einen andern Weg gehen. Es bezeugt dieses auch der Heiland, wenn er sagt: So ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe (Joh. 15, 10.), gleichwie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe. Damit will er zugleich sagen, dass dieses der Plan sei, wonach er seine ganze Haushaltung mit seinen Leuten führen wolle. Nach diesem Plane sollen alle seine Diener seine Sachen einrichten. (Johann Ulrich Steinhofer.)

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