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Hebräer 2,11

Hebräer 2,11

Andachten

Darum schämt Er sich auch nicht, sie Brüder zu heißen. Und spricht: Ich will deinen Namen verkündigen meinen Brüdern, und mitten in der Gemeine dir lobsingen.
Dass Gott ist Mensch und unser Heiland worden, damit hat Gott die menschliche Natur unmäßig höher geehrt, denn sie der Teufel durch den Fall geschändet hat. Wie St. Ambrosius sagt: Die große Ehre, dass Gott ist Mensch und Bruder worden, ist nicht den Engeln, sondern uns Menschen wiederfahren, und obwohl die Engel herrlichere Kreaturen sind denn wir, so hat doch Gott uns mehr und höher geehrt, und sich näher zu uns getan, denn zu den Engeln, sintemal Er nicht ein Engel, sondern ein Mensch worden ist. Und noch einmal: es ist eine solche Ehre, dass, wenn einer ein Engel wäre, wünschen möchte, dass er ein Mensch wäre, dass er auch rühmen möchte, mein Fleisch und Blut sitzt über alle Engel. Lasst uns derowegen hüten, dass wir nicht unsere Natur, unser Fleisch und Seele, welche Gott also geehrt hat, entheiligen und demselben eine Schande anhängen. (Christian Scriver.)


“Darum schämt Er sich auch nicht, sie Brüder zu heißen.“
Die Menschen, wie sie sind, waren bei Seinem Kommen keine Ehrenleute für den Heiland. Als deren Einer gerechnet werden sollen, war für Ihn keine kleine Sache, sondern es war, wie wenn ein Königs-Sohn lauter verkommenes Gesindel soll zu seinen Brüdern gemacht sehen. Man kann keine größere Erniedrigung für den Heiland sich denken, als die war, solchen Menschen ähnlich zu werden und in der Gestalt dieser Menschen sich sehen lassen zu müssen. Es war für Ihn eine große Aufopferung, uns gleich zu sein und auch an Gebärden als ein Mensch erfunden“ (Phil. 2, 7.). Man muss es nur recht überlegen, was das war für den Gottes-Sohn, zu einer Rasse gezählt zu werden, wie die über alle Maßen verdorbenen Menschenkinder eine sind. Deswegen aber haben sie Ihn auch so gering geschätzt und gesagt: „'s ist eben auch so Einer!“ Sie haben Ihn umso mehr missachtet, weil Er nicht brutal auftrat. Wenn unter den Menschen Einer nicht brutal ist und die Faust macht, so kriegen sie keinen Respekt. Aber JEsus wollte nicht im Mindesten was Großes sein, und durfte es nicht sein, sonst hätte Er kein Heiland werden können. Wenn man das alles überlegt, so geht's über alle Begriffe, wie Er sich nicht schämte, uns Brüder zu heißen, und wir können selbst nur schamrot dastehen und mit Petrus sprechen: „HErr gehe hinaus von mir, denn ich bin ein sündiger Mensch!“ Aber, Gott Lob! Er bleibt, und das, dass Er sich nicht schämt, uns Brüder zu heißen und unser Bruder zu sein, ist unser Glück in Zeit und Ewigkeit. (Christoph Blumhardt)


“Darum schämt Er sich auch nicht, sie Brüder zu heißen.“
Das Das ist nämlich nicht nur so zum Schein, dass Er uns Seine Brüder heißt, sondern es ist Wahrheit geworden; wir sind's auch. Denn Er ist geboren von einem Weib“, - ist also der Art und dem Wesen nach Mensch geworden, da Er auch, weil Er uns gehört, die brüderlichen Gefühle für uns Menschen hat und das sehnliche Verlangen, unser Aller Heiland und Erretter zu werden, dass wir aus unserem schmutzigen bösen Wesen herauskommen möchten. Daher dürfen wir auch alles Vertrauen zu Ihm haben, weil Er unser Bruder geworden ist, und dürfen Anspruch auf Ihn machen und sagen: „Du bist unser Bruder, Du darfst uns nicht verlassen!“ So dürfen auch wir Ihn immer wieder als den Bruder nehmen, der nicht von oben herab sehen darf bei irgendeinem Menschen, sondern nur mit einem brüderlichen Gefühl ihm begegnen darf und denken: „Es ist einmal mein Bruder; ich muss ihm helfen, und wenn's auch der schnödeste und gottloseste Mensch ist.“ Das wird einmal offenbar werden und wird auch in dieser Welt noch klarer als bisher hervortreten, ehe das Ende kommt, wie jeder Mensch alles auf Ihn, als den Bruder, bauen darf. Auch die, die nichts davon haben und wissen, haben schon im Geheimen an Ihm den, der ihr Retter ist und sich ihnen offenbaren wird als ein helfender und erlösender Bruder. Wie viele werden es Ihm einmal danken, dass Er sich nicht geschämt hat, unser Bruder zu werden! Nun, wir wollen das auch heute erkennen und uns drüber freuen, auch dadurch mit gutem Mut uns ausrüsten lassen, weil Er nun einmal uns so nahe gekommen ist, dass wir Alles uns von Ihm versprechen dürfen. (Christoph Blumhardt)

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