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Hebräer 10,31

Hebräer 10,31

Andachten

Schrecklich ist es, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.
Du Unermesslicher! müssten wir nicht in Furcht und Zagen vor der Unermesslichkeit deines Wesens erzittern, wenn du uns nicht auch die Unermesslichkeit deiner Liebe offenbart hättest?

Liebe Seele, wir haben nicht nur einen allwissenden, heiligen Richter, sondern auch einen allgegenwärtigen, lieben Vater, der tröstet und hilft uns in jedem Schmerz des Lebens. „Den Gottlosen erhält er nicht, sondern hilft dem Elenden zum Rechten.“

Darum weine nicht, wenn du Unrecht leiden musst; dein Vater steht ja neben dir, und und hat das Herz hat die Hand zum Trösten. „Die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren hören auf ihr Schreien.“

Abel hatte keinen Zeugen des Unrechts, das an ihm begangen, auf Erden; er konnte vor einem weltlichen Richter keine Anklage mehr erheben, sein Mund war im Tode geschlossen; da schrie sein Blut zu Gott, und Er, der allgegenwärtig ist, führte seine Sache.

„Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“ Also rufe auch du mit dem Psalmisten.

„Ach, siehe da, mein Zeuge ist im Himmel,“ so ruft Hiob in seiner größten Not, als er von allen Menschen verlassen war. Seine Augen wenden sich nach oben, von seinem Gott, von dem er weiß, dass er allgegenwärtig ist, von Ihm erfleht er Schutz, Hilfe und Trost; und sein Gott hat ihn nicht umsonst rufen lassen; er hat ihn endlich von aller Trübsal erlöst.

Liebe Seele, wenn du verkannt und verachtet wirft; wenn dein Herz verlassen und einsam weint; wenn Niemand das Unrecht, das dir geschieht, fühlt und einsieht; wenn kein Freund deine Sache führt: sei getrost! dein Vater ist alle Zeit bei dir; ihm ist offenbar, was dein Herz bewegt und darniederbeugt, und was deinen Augen Tränen erpresst; er ist dein Zeuge, er kann, er will und wird dir helfen.

„Der Herr ist nahe bei denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die zerschlagenes Gemüt haben.“ „Der Gerechte muss viel leiden; aber der Herr hilft ihm aus dem Allen.“

So gib dich nun zufrieden, und setze deinen Trost und dein ganzes Vertrauen in die Allgegenwart deines Vaters; aber im steten Bewusstsein der Allwissenheit deines heiligen Richters, bewahre dir auch die Scheu und Angst vor der Sünde. (Angelika von Michalowska)

Predigten

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