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Titus 3,7

Titus 3,7

Andachten

Auf dass wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens nach der Hoffnung.
Zwei Stücke rühmt der Apostel als die selige Wirkung der Taufe, nämlich dass wir durch Gottes Gnade gerecht, und dass wir Erben des ewigen Lebens werden. Die Rechtfertigung ist nicht eine Veränderung, die in uns selber vorgeht, sondern eine Änderung in Gottes Urteil über uns, in unserer Geltung bei Ihm. Sobald wir gerechtfertigt sind, haben wir Frieden mit Gott. Unsere Sünde scheidet uns nicht mehr von Ihm, denn sie ist vergeben, so ganz und völlig vergeben, als wäre sie nie geschehen, und unsere Ungerechtigkeit sieht Er nicht mehr an, denn die Gerechtigkeit Christi ist uns zugerechnet, so ganz und völlig zugerechnet, als wäre sie unsere eigene, und zwar geschieht das aus lauter Gnade. Nicht weil wir unsere Sünden verurteilen und uns innerlich davon los machen, nicht weil wir unsere Gesinnung ändern und uns zu bessern versprechen, vergibt uns Gott, sondern allein um Seines lieben Sohnes JEsu Christi willen. Aber Er kann uns nicht vergeben, ohne dass wir uns bekehren, denn Er will uns nicht selig machen mit unsern Sünden, sondern von unsern Sünden. Eben so wenig liegt in unserm Glauben der Grund der Vergebung, als wäre dieser einer solchen Gabe Gottes wert, sondern der Glaube ergreift nur die dargebotene Gnade. Nicht um unseres Glaubens willen, sondern durch den Glauben werden wir gerechtfertigt; bleiben wir in diesem Glauben, so bleiben wir auch in dem Bunde, den Gott in der heiligen Taufe mit uns gemacht hat. Und wie wir in der Taufe zu Seinen Kindern angenommen und in das Erbe des ewigen Lebens eingesetzt sind, so bleiben wir auch Erben nach der Hoffnung, so lange wir in dem Taufbunde bleiben. Wer aus Gottes Gnade gerecht wird, soll nicht zweifeln, dass er aus derselben Gnade selig wird.

HErr, welche Gnade ist uns zuteil geworden, dass wir durch Dich gerechtfertigt sind von unsern Sünden! Sie können uns nun nicht mehr ängstigen und quälen, denn sie sind uns vergeben. Hilf uns nur, dass wir das recht fest und fröhlich glauben und in der Kraft der empfangenen Vergebung nun auch umso eifriger ringen, uns vor aller Befleckung des Geistes und des Fleisches zu hüten. Hilf uns allen bösen Lüsten zu widerstreben und alle Glieder unseres Leibes Dir ganz zu einem Opfer zu ergeben, das da lebendig, heilig und Dir wohlgefällig ist. Amen. (Hermann Haccius)

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